Bahn in Oranienburg
: Fusion-Festival startet – volle Züge zur Ostsee?

In Lärz startet das Fusion-Festival 2025. Die Bahn warnt vor vollen Zügen und setzt Sonderzüge ein. Kommt es zum Chaos am Bahnhof Oranienburg?
Von
Marco Winkler,
Kai Wielert
Oranienburg
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Fusion Festival in Lärz, 1. Tag der Anreise am Bahnhof Oranienburg, die Bahn setzt Sonderzüge ein

Die Deutsche Bahn setzt ab Oranienburg Sonderzüge zum Fusion-Festival in Lärz ein. Es wird voll auf dem Bahnhof.

Marco Winkler
  • Fusion-Festival 2025 startet in Lärz, 70.000 Besucher erwartet, Sonderzüge ab Oranienburg im Einsatz.
  • Chaos am Bahnhof Oranienburg befürchtet, da reguläre Züge aus Berlin wegen Bauarbeiten nicht fahren.
  • Sonderzüge fahren vom 25.–26. Juni stündlich, RE5 und S-Bahn stark ausgelastet, Bahn warnt vor vollen Zügen.
  • Festivalbesucher reisen mit Gepäck und Bollerwagen, erste Probleme durch zerbrochene Bierkästen.
  • Abreise am 29.–30. Juni, Sonderzüge führen nach Oranienburg, Umstieg in S-Bahn nach Berlin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Verkäufer an den Erdbeer- und Spargelständen bereiten ihre Ware vor, der Blumenhändler stellt die Pflanzen raus. Gegen 8 Uhr ist es am Mittwoch (25. Juni) noch relativ ruhig am Bahnhof Oranienburg. Doch das vermehrte Aufkommen von Polizei und Bahnpersonal macht deutlich: Es droht Chaos.

Um 8.45 Uhr soll der erste Sonderzug der Deutschen Bahn fahren. Er fährt etwas verspätet ab. Das Bahnpersonal ist entspannt: „Alles in Ordnung, lassen Sie sich Zeit“, sagt ein Mitarbeiter zu einer Gruppe junger Menschen. Sie sind voll bepackt, schieben Bollerwagen vor sich her, haben Zelte dabei. Die Isomatten hängen wie die vielen Paar Schuhe an ihren Rücksäcken. Sie alle wollen zum Fusion-Festival auf den ehemaligen Militärflughafen in Lärz.

Fusion-Veranstalter befürchten Chaos bei der Bahn-Anreise

Die Organisatoren erwarten vom 25. bis 29. Juni rund 70.000 Gäste. Sie befürchten ein Bahnchaos, vor allem bei der Anreise aus Berlin. Bis zum 31. Juli fahren auf der Strecke von Berlin nach Oranienburg keine Züge, nur die S-Bahn rollt. Die Bahn setzt deshalb – wohl auch auf Druck der Veranstalter – Sonderzüge ab Oranienburg ein.

Am Mittwochmorgen zeigt sich schon, wie voll es werden kann. Die Sonderzüge fahren jeweils um X:45 Uhr am Bahnsteig 20 ab. Die Festivalbesucher müssen vom S-Bahnsteig die Treppe runter, durch den Bahnhof und wieder die Treppe rauf. Der Fahrstuhl funktioniert zum Glück.

Fusion Festival in Lärz, 1. Tag der Anreise am Bahnhof Oranienburg, die Bahn setzt Sonderzüge ein

Der erste Sonderzug fährt von Oranienburg nach Neustrelitz. Zu dem Zeitpunkt war es am Bahnhof Oranienburg noch relativ ruhig. Das soll sich ändern.

Marco Winkler

Die ersten Besucher haben ihr Bier in der Hand, andere rauchen noch schnell eine, holen sich einen Kaffee. Erste Zufallsbekanntschaften entstehen. Es klappert an allen Ecken und Enden. Viele haben Bierkästen dabei. Der erste geht gegen 8.30 Uhr kaputt und hinterlässt Scherben im Bahnhof. Ein Bahnmitarbeiter ist sofort zur Stelle, fegt das Glas weg, streut Sand (auf dem später einige fast ausrutschen sollen). Der Geruch bleibt.

Besonders voll wird es auf dem Bahnsteig 20/24, wenn der Regionalexpress RE5 aus dem Norden ankommt. Oranienburg ist vorläufige Endstation. Dann wollen die einen schnell zur S-Bahn wechseln, um nach Berlin zu fahren, die anderen wollen den Festival-Sonderzug noch erwischen. Im Verlaufe des Tages dürften die Bahnsteige und der Bahnhof immer voller werden. Besonders am späten Nachmittag, wenn die Berufspendler ebenfalls mit der S1 aus Berlin nach Oranienburg wollen.

Die Sonderzüge fahren am 25. und 26. Juni jeweils von 8.45 bis 17.45 Uhr. Die Fahrt nach Neustrelitz dauert etwa 35 Minuten. Andere Fahrgäste müssen aufpassen, dass sie nicht in den Sonderzug einsteigen, denn er hält nicht in Gransee oder Fürstenberg. Die Deutsche Bahn warnt: „Bitte mit hohem Fahrgastaufkommen rechnen oder auf andere Verbindungen ausweichen.“

Doch kein Chaos in den Zügen zur Ostsee

Die Festivalbesucher können natürlich auch den regulären RE5 Richtung Norden nehmen, der etwa eine halbe Stunde vor dem Sonderzug abfährt. Deshalb teilt die Bahn allen Fahrgästen mit: „Bitte meiden Sie den RE5 in Richtung Nordbrandenburg und Ostsee für Ausflugsfahrten – die Züge werden durch die Festivalanreise/-abreise ausgelasteter sein, als sonst.“

Doch bis zum Nachmittag bleibt das angesagte Verkehrschaos aus. „Da hat der Veranstalter mit seiner Warnung wohl vor einer Bahnreise abgeschreckt“, sagt das DB-Personal vor Ort. Die Züge bis 16 Uhr blieben alle recht leer. Für die zwei verbleibenden Sonderzüge erwartet das Personal auch keine großen Massen.

Das angebotene Beförderungskonzept der Bahn war somit ausreichend. Keine überfüllten Bahnsteige, keine vollen Züge. „Die Züge haben nicht mal 100-Prozent Auslastung, für jeden war bisher ein Sitzplatz frei“, berichtet das Personal am Bahnhof.

Die Anreise zum Festival hat sich so auch nicht auf den Regelverkehr ausgewirkt, nur vereinzelt haben sich Festivalbesucher für den normalen RE5 entschieden, um etwa Freunde unterwegs aufzugabeln.

Peer (li.) und Sebastian reisen aus Bremen zum Fusion-Festival an. Die leeren Züge überraschen die beiden.

Peer (li.) und Sebastian reisen aus Bremen zum Fusion-Festival an. Die leeren Züge überraschen die beiden.

Kai Wielert

Die Anreisenden sind zumindest zufrieden mit der Planung. „Mega, außerordentlich“, sagt Peer. Er und Sebastian sind aus Bremen angereist. Beide waren schon mal auf dem Fusion-Festival, sind dieses Jahr aber zum ersten Mal mit der Bahn unterwegs. „Vorher gab es online und in den Zeitungen viele Nachrichten, die vor einem Chaos gewarnt haben“, so Sebastian. Eingetroffen ist das am ersten Anreisetag nicht.

Jona und Leandro sind schon öfter mit der Bahn zum Festival gefahren. „Damals aber noch direkt vom Berliner Hauptbahnhof, dementsprechend waren die Züge voller“, so Jona, „wir mussten auf dem Boden sitzen.“ Dieses Jahr hat zwar jeder einen Platz bekommen, dafür mussten für die Reise aus Köln und Wuppertal aber mehr Umstiege eingeplant werden. Von den Warnungen haben sie sich nicht abschrecken lassen: „Wir haben vorher schon ein bisschen geguckt, deswegen sind wir auch heute schon gefahren. Die meisten reisen eher morgen an.“

Die Fusion Veteranen Leandro (li.) und Jona kommen immer mit der Bahn. Früher mussten sie auf dem Boden sitzen, heute haben sie wieder einen Sitzplatz

Die Fusion Veteranen Leandro (li.) und Jona kommen immer mit der Bahn. Früher mussten sie auf dem Boden sitzen, heute haben sie wieder einen Sitzplatz

Kai Wielert

An den Abreisetagen könnte es nochmal voll werden. Am Sonntag (29. Juni) und Montag (30. Juni) fahren Sonderzüge aus Neustrelitz nach Oranienburg, hier werden die Abreisenden wohl in größeren Schüben fahren. Die Züge kommen ab 12.15 Uhr stündlich in Oranienburg an. Die Festivalbesucher werden dann in die S-Bahn nach Berlin umsteigen.

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