Bahnstreik droht: Folgen für Regionalverkehr der DB und ODEG in Nordostdeutschland

Wann Pendler in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern von dem Streik betroffen sein werden. (Symbolbild)
Martin Schutt/dpaIn den Tarifverhandlungen zwischen der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und der Regio Infra Nord-Ost GmbH (RIN) zeichnet sich eine weitere Eskalation ab. Nachdem die Gespräche bereits im Herbst 2025 ohne Ergebnis abgebrochen worden waren, ruft die EVG nun zu einem Warnstreik auf. Von dem Bahnstreik betroffen sein könnten Teile des Bahnverkehrs in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Festgefahrene Tarifgespräche seit Herbst
Die EVG verhandelt mit der Regio Infra Nord-Ost GmbH über einen neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten des Infrastrukturunternehmens. RIN ist in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern für den Betrieb und die Instandhaltung von Eisenbahninfrastruktur zuständig. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden die Tarifverhandlungen bereits im November 2025 nach der vierten Verhandlungsrunde unterbrochen. Grund dafür sei gewesen, dass der Arbeitgeber kein aus Sicht der EVG akzeptables Gesamtangebot vorgelegt habe.
Die Forderungen der Gewerkschaft liegen bereits seit dem Frühjahr 2025 auf dem Tisch. Dazu zählen unter anderem eine Erhöhung der Einkommen, eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen sowie Verbesserungen bei Schicht- und Zulagenregelungen. Auch die Wiedereinsetzung des gekündigten Fonds zur sozialen Sicherung gehört zu den zentralen Punkten.
Warnstreik bei der Bahn am Donnerstag (15.1.2026) angekündigt
Laut einer aktuellen Pressemitteilung der EVG ist für Donnerstag, den 15. Januar 2026, ein Warnstreik geplant. In der Zeit von 7 Uhr bis 9:30 Uhr sollen die Beschäftigten der RIN an allen Standorten die Arbeit niederlegen. Der größte Streikposten ist demnach am Betriebshof in Meyenburg vorgesehen, wo auch Ansprechpartner für Medien vor Ort sein sollen.
Mit dem Arbeitskampf will die EVG nach eigenen Angaben ein deutliches Signal an die Geschäftsführung senden. Die Beschäftigten erwarteten ernsthafte Verhandlungen auf Augenhöhe, bislang sei jedoch kein erkennbarer Einigungswille vorhanden. Unabhängig bestätigt sind diese konkreten Streikdetails bislang allerdings nicht. Außerhalb der Gewerkschaftsmitteilung liegen derzeit noch keine Berichte von Nachrichtenagenturen oder Verkehrsunternehmen vor.
Mögliche Folgen für den Bahnverkehr
Sollte der Warnstreik wie angekündigt stattfinden, sind Einschränkungen im Regionalverkehr nicht ausgeschlossen. Erfahrungsgemäß können EVG-Warnstreiks Auswirkungen auf Regionalzüge, den Schülerverkehr sowie auf den Güterverkehr haben. In einer Pressemitteilung von EVG heißt es „Durch den Streik sind Auswirkungen auf den Regionalverkehr der Deutschen Bahn, der ODEG, den Schülerverkehr und den Güterverkehr zu erwarten.“ Da RIN als Infrastruktur- und Gleisdienstleister tätig ist, könnten insbesondere Abläufe im laufenden Bahnbetrieb sowie Bau- und Instandhaltungsarbeiten betroffen sein.
Deutsche Bahn und Odeg zeigten sich am Dienstagvormittag von der Streik-Ankündigung überrascht. Nach ersten internen Nachforschungen teilten beide Unternehmen mit, dass für Pendler höchstens minimale Einschränkungen zu erwarten seien. Bestreikt werde kein DB-Unternehmen, sondern eine private Firma, erklärte ein Bahn-Sprecher. „Wenn überhaupt, dann wäre der RE 6, der Prignitz-Express, von dem Streik betroffen“, ergänzte er. Das bestreikte Unternehmen kümmere sich um Entstörungen. Sie könnten in der Zeit also gegebenenfalls nicht behoben werden, wenn sie auftreten sollten. Von der Odeg hieß es in einer ersten Reaktion ebenfalls, dass man am Donnerstag mit keinen Einschränkungen rechne.
Welche konkreten Zugverbindungen ausfallen oder verspätet verkehren, lässt sich erst am Streiktag selbst beurteilen. Entsprechende Informationen werden in der Regel kurzfristig über die Fahrgastinformationen der betroffenen Verkehrsunternehmen veröffentlicht.
Was bislang gesichert ist und was nicht
Als gesichert gilt, dass die Tarifverhandlungen zwischen EVG und RIN nach vier Runden ohne Ergebnis unterbrochen wurden und dass die Gewerkschaft umfangreiche Forderungen zu Entgelten und Zulagen erhoben hat. Ebenfalls unstrittig ist die Rolle von RIN als Betreiber von Eisenbahninfrastruktur in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Noch nicht unabhängig bestätigt sind hingegen die konkreten Angaben zum Warnstreik am 15. Januar 2026, insbesondere zu Uhrzeiten und Streikorten. Es ist möglich, dass hierzu in den kommenden Tagen noch Berichte von Nachrichtenagenturen oder regionale Verkehrshinweise folgen.
