Einen Namen gibt es für die neue Kita in der Speyerer Straße 29 noch nicht. Aus fünf Vorschlägen, die in die engere Wahl gekommen sind, werden Eltern, Erzieherinnen und Kinder den schönsten auswählen. Auch wenn im langgestreckten Neubau östlich der Bahntrasse Handwerker noch fleißig werkeln und die Arbeit an den Außenanlagen auf dem 6 700 Quadratmeter großen Grundstück gerade begonnen hat, werden in der Kita schon rund 90 Kinder betreut, allerdings am Übergangsstandort in der Park-Kita im Schlosspark.
Freude auf neues Domizil
"Wir freuen uns schon auf den Umzug in das neue Haus mit seinen großzügigen Räumen und dem schönen Außengelände", sagt Kita-Leiterin Petra Conrad. Die Herausforderung, eine Kita neu aufzubauen, habe sie gern angenommen. Zuvor war sie Leiterin der Kita "Zwergenhaus" in Friedrichsthal. Wie nötig die neue Einrichtung mit 158 Plätzen ist, verdeutlichen bereits die Istzahlen. Von den 90 Kindern gehören 50 zu den Kleinsten, werden also im Krippenbereich betreut.
Im Erdgeschoss des Neubaus sind dafür eigentlich nur 30 Plätze vorgesehen. "Wir werden in der oberen Etage also für die älteren der Kleinsten noch Platz schaffen", sagt Petra Conrad. Der steht reichlich zur Verfügung und würde es bestimmt sogar erlauben, die Platzanzahl noch aufzustocken, wenn das eines Tages nötig werden sollte.
Besichtigung statt  Richtfest
Einen ersten Eindruck von dem sehr funktional durch das Architekturbüro Brüch-Kunath aus Birkenwerder gestalteten Neubau in Massivbauweise verschafften sich am Donnerstag Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos), Stadtverordnetenvorsteher Dirk Blettermann (SPD) und Sozialdezernentin Stefanie Rose (Linke). Eigentlich hätte gestern das Richtfest stattfinden sollen. "Doch Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagt Heidrun Gassan, Amtsleiterin für Grundstücks- und Gebäudewirtschaft.
Beeindruckt ist die Runde von der außergewöhnlichen raumbreiten "Theatertreppe". Sie stellt die Verbindung in die obere Etage her, ist aber vor allem als ein vielseitig zu bespielender Raum gedacht, sagt Architekt Peter Müller.  Die Treppe beginnt kurz hinter dem Eingangsbereich. Eine mobile Trennwand grenzt diesen Abschnitt in der Mitte des Gebäudes vom Speisesaal ab, der aber auch zur Bühne werden kann, während das Publikum auf der Treppe Platz nimmt. Einen Aufzug gibt es natürlich auch noch.
Die Gruppenräume mit separaten Garderoben haben großzügige, dreifach verglaste Fensterfronten mit Wärmeschutz. Zwei Räume zur Speyerer Straße sind mit extra niedrig angeordneten Fenstern versehen, durch die die kleinen Nutzer des Hauses zum Abschied ihren Eltern bequem zuwinken können.
Gundula Schweizer von der BIG-Städtebau, unter deren Regie im Auftrag der Stadt die Kita gebaut wurde, ist froh darüber, dass bisher alles absolut reibungslos und harmonisch verlaufen sei. "Das ist auf dem Bau eigentlich ungewöhnlich. Hier aber stimmt die Chemie in jeder Hinsicht", sagt sie und freut sich darüber, dass das ganze Vorhaben im Zeit- und Kostenplan liege und das trotz des etwas verzögerten Baubeginns im August vorigen Jahres.
Gundula Schweizer und Heidrun Gassan sind sicher, dass der Kita-Neubau, auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage noch Strom produzieren wird, im Dezember komplett bezugsfertig ist. In Betrieb gehen soll die Kita dann im Januar 2021.

Eine der größten städtischen Kitas

Die Gesamtkosten der neuen Kita Speyerer Straße mit 158 Plätzen auf dem Grundstück des früheren Gesellschaftshauses betragen zirka 5,9 Millionen Euro. Das Vorhaben wurde zu 80 Prozent aus der Städtebauförderung(etwa 4,2 Euro) aus dem Bund-Länder-Programm "Lebendige Zentren" gefördert.

Die Stadt Oranienburg steuert aus ihrem Haushalt rund 1,7 Millionen Euro bei für die Möblierung und Ausstattung der Kita, die Photovoltaikanlage und den Mitfinanzierungsanteil von 20 Prozent. bren