Benefizkonzert: Orange Voices und Hoforchester sammeln reichlich Spenden

Rapper Adnan bewegte das Publikum mit seinem selbstkreierten Song.
Charlotte RackwitzIn einigen Teilen der Erde herrscht Wassermangel, in anderen Teilen gibt es Überschwemmungen, die Menschen immer wieder in existenzielle Not bringen. Am Sonnabend wurde für Menschen in diesen Gegenden gesammelt. Die Kirche Oranienburg ist am Nachmittag proppenvoll. Das ist nicht ungewöhnlich für ein Konzert des Chors „Orange Voices“ unter der Leitung von Suzy Bartelt. Der über 40 Stimmen starke Chor gibt ein Konzert bei freiem Eintritt, in Zusammenarbeit mit dem „Oranienburger Hoforchester“ unter der Leitung von Michael Frentz.
Projekte in zwei Ländern Afrikas sollen mit den Spenden dieses Konzertes unterstützt werden. Pfarrer Friedemann Humburg stellt das Erste vor und berichtet von der Lage der drei Partnerdörfer der Gemeinde Oranienburgs in der Region Binga in Simbabwe. Dort herrscht große Abhängigkeit von der Regenzeit. Diese Abhängigkeit könne durch den Bau eines Tiefbrunnens verringert werden, er liefert immer frisches Wasser und wäre eine „Hilfe zur Selbsthilfe“. Das zweite Projekt, das zu gleichen Teilen unterstützt wird, ist eines des WWFs. In Madagaskar, einem der ärmsten Länder der Welt, sind bereits 90 Prozent des Regenwaldes abgeholzt – ein Symptom der Armut. Mit den Spendengeldern werden den Bauern umweltschonende Landwirtschaftstechniken ermöglicht und der Wald aufgeforstet.
Simone Stahn, die zweite Moderatorin, erklärt, wie viel Vorlauf ein Benefizkonzert von solchem Umfang hat. Alles begann mit einer Konzertanfrage des Festivals „Am Ohr der Welt“ 2019 in der Ufa Fabrik Berlin. Es stand unter dem Motto „Afrika“. Die „Orange Voices“ lernten dort die afrikanische Musik kennen, wurden von Sängerin Djatou Touré gecoacht. Sie brachte dem Chor das Lied „Na Marama“ bei, das in ihrer Heimat, der Elfenbeinküste, bei feierlichen Anlässen gesungen wird – und bei der Beschneidung der Mädchen. Trotz der schrecklichen Beschneidung fühlt sich Djatou als eine schöne, starke Frau, sagt Simone Stahn.
Die Idee eines Benefizkonzerts schwebte schon lange im Raum. Lang war die Suche nach geeigneten Hilfsprojekten, die keine westliche Bevormundung darstellen, sondern vielmehr die Regionen strukturell unterstützen.
Das Konzert beginnt. Das allmähliche Murmeln wird durchmischt vom Klang, der sich durch die Reihen schiebt: Die „Orange Voices“ singen einen „Circle Song“ von Bobby McFerrin und tanzen auf die Bühne. Bewegung und Tanz wird Motiv bleiben in diesem Konzert. Der Titel „Pata Pata“ weist darauf hin. Pata Pata ist ein in den 1950er–Jahren sehr populärer Tanz in Südafrika und gleichzeitig Titel eines Songs (berühmt durch Miriam Makeba), der an diesem Abend auch erklingen wird. Die „Orange Voices“ sind dynamisch, gefühlvoll und animieren zum Mitmachen. Der „Pata Pata“ wird mit dem ganzen Publikum getanzt, und Christiane Stabenow gibt eine humorvolle Tanzanleitung. Die Überraschung: Der Chor punktet soundmäßig besonders mit einem starken Tenor, die Männer legen besonders bei „Buffalo Soldier“ los.
Nach der Pause gestaltet das „Oranienburger Hoforchester“ den zweiten Teil des Konzertes. Obwohl ihr Programm nicht so einen klaren thematischen Bogen hat, machen die Schüler gute Stimmung — mit Samba, Tango, Klezmer und Pop. Die Gruppe ist vielseitig aufgestellt: Neben instrumentalen Stücken mit Geigen, Trompete und Saxophon treten auch eine Reihe junger Sänger auf. Schließlich berührt der junge Rapper Adnan mit einem selbstgeschriebenen Song. Das Publikum applaudiert kräftig.
Am Ende ist der Wunsch der „Orange Voices“, „es möge mehr in den Spendenkörbchen rascheln als klimpern“, wohl in Erfüllung gegangen: Es wurden beachtliche 2 110 Euro gespendet!