Beschluss
: Turnhalle in Kremmen wird für 2,7 Millionen Euro saniert

Ab August müssen 125 Schüler auf eine Sportstunde pro Woche verzichten.
Von
Marco Winkler
Kremmen
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So sieht der Entwurf der Just-Projekt GmbH aus Berlin aus. Die Farbe ist nicht gesetzt.

Marco Winkler

Damit steht einer Sanierung für 2,7 Millionen Euro (ohne Fördermittel) kaum noch etwas im Weg. Nur die Finanzierung ist noch nicht ganz abgeschlossen. Die Stadt muss Kredite in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufnehmen. Die Summe war eigentlich als Puffer gedacht für die Kita-Erweiterung. Die Hoffnung sei, dass dieser für die Kita nicht benötigt werde, so Busse. Allerdings liegen die Fördermittelbescheide für den Anbau der „Rhinstrolche“ an der Alten Wallstraße noch nicht vor. So der Stand von Donnerstag. Am Freitag auf dem Neujahrsempfang konnte Busse vermelden: Der Bescheid über 940.000 Euro ist da.

Auswirkung auf Schulsport

Zufrieden über die Turnhallen-Entscheidung dürfte vor allem Annette Borchert sein. Die Leiterin der Goethe-Grundschule wies auf einen „konstruktiven Bauausschuss und eine vielversprechende Projektvorstellung“ hin. Sie hoffte auf eine schnelle Entscheidung, sodass „wir die Verwaltung am Montag in die Spur schicken können, um zu beginnen“. Ab August werden 125 Schüler der Grundschule eine Sportstunde weniger pro Woche haben. Ein Resultat der gesperrten Halle. „Ich hoffe, dass dieser Zustand nicht länger als nötig anhält“, so Annette Borchert.

Doch ganz so harmonisch, wie es nun wirken mag, ging es in Kremmens Stadtparlament natürlich nicht zu. Eckhard Koop (DUB) bemängelte, dass die von Just im Bauausschuss zugesagte Nachrechnung der Kostenpositionen von Gewerken, die er für überzogen hielt, nicht vorlag. Die Firma Just wurde als Planer beauftragt. Ansonsten begrüße Koop eine Sanierung ohne weiteren Verzug. "Die Baukostensteigerung liegt zwischen acht und zehn Prozent im Jahr“, sagte er.

Kritik am Planungsbüro

Christoph Brunner trug noch einmal die Kritik vor, die schon in der Sondersitzung des Bauausschusses vor drei Wochen geäußert wurde. „Just hat keine Erfahrung mit so einer Turnhalle, das hat er sogar zugegeben und nur auf ein anderes Gutachten verwiesen.“

Laut Brunner konnte Harald Just nicht konkret vorweisen, mit diesem Standartbauwerk aus DDR-Zeiten umgehen zu können, äußerte er seine Bedenken. Auch die Verwaltung habe jahrelang „praktisch nichts Konstruktives“ gemacht. „Wir brauchen ein Büro, das Erfahrung mit diesen Turnhallen hat.“ Laut René Sylvester aus dem Bauamt und dessen Leiter Enrico Wießner habe das Büro genug Referenzen vorgewiesen. „Ich verwehre mich gegen die Aussage, die Verwaltung habe nichts gemacht. Wir können sehr ausgiebig über jedes Detail eine Erklärung abgeben“, so Wießner.

Für Reiner Tietz (Linke) bleibt ein Beigeschmack. Jeder – Verwaltung und Abgeordnete – sollte noch einmal über seinen Anteil für die Verzögerung der Entscheidung nachdenken.

Beiräte erhalten Rederecht

Im Stadtparlament spielte nicht nur die kleine Turnhalle eine Rolle. Es ging unter anderem auch darum, weitere Beiräte in der Hauptsatzung zu verankern: Sport-, Umwelt-, Kultur- sowie einen Kinder- und Jugendbeirat. Die jeweiligen Vorsitzenden bekommen in Ausschüssen Rederecht. Die CDU stimmte dagegen. Dennoch wurde die Benennung mit 10 Ja-Stimmen durchgewunken.

Laut Reiner Tietz (Linke) sei auch lange über einen Ausländerbeirat diskutiert worden. "Akut ist dieser aber nicht", sagte er. In Kremmen leben laut Tietz 479 Einwohner nichtdeutscher Herkunft aus 56 Nationen (Stand: November 2019). Die anderen Beiräte halte er für wichtig. "Wir sollten die ehrenamtliche Arbeit fördern." Bürgermeister Sebastian Busse (CDU) sprach sich gegen Beiräte aus. Für ihn seien die Beiräte jetzt schon legitim. "Ich habe immer ein offenes Ohr." Er verwies auf die Anzahl der Abgeordneten und die zahlreichen Gremien. "Das reicht als Meinungsbild, um mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten." Er ahne, dass demnächst Sitzungsgeld für die Beiräte erhoben und eine Protokollantin aus der Verwaltung gefordert werde. "Deshalb kann ich nicht zustimmen." Er wurde überstimmt.⇥win