Bilanz: Spargelhof Kiefer in Zehlendorf beendet eine besondere Saison
Jetzt haben die Spargelpflanzen Zeit, ins Kraut zu schießen und Energie zu sammeln. Der Johannistag am 24. Juni ist drei Tage nach der Sommersonnenwende auch der Wendepunkt in Garten und Landwirtschaft. Die Natur verlangsamt das im Mai und Juni schnelle Wachstum und sammelt Energie. Beim Spargel kann Corinna Kiefer schon Bilanz ziehen. „Es war ein sehr schwieriges Jahr“, sagt sie und spricht dabei gar nicht über das Gemüse. Das Problem waren die polnischen Erntehelfer. Lockdown und Grenzschließung fielen bekanntlich in den Saisonstart. „Ich habe jeden Tag viel telefonieren müssen, habe im Bundeslandwirtschaftsministerium angerufen und bin mit einem Stapel Papiere zur Grenze gefahren, um die Männer abzuholen“, berichtet die Landwirtin vom Vor-Ernte-Stress. Ohne die Helfer wäre der Spargel im Boden geblieben. Als Corinna Kiefer in Schwedt ankam, waren die sechs Männer schon ganz unproblematisch über die Grenze gekommen. Aufatmen.
Zwei Tonnen je Hektar
Die Ernte fiel schließlich zufriedenstellend aus, nachdem die neuen Pflanzen im vergangenen Jahr bei ihrer ersten Ernte noch wenig Ertrag gebracht hatten, was vor allem an der Trockenheit lag. Diesmal kamen zwei Tonnen Spargel pro Hektar zusammen. „Wir sind nur ein kleiner Hof mit viereinhalb Hektar Anbaufläche für Spargel“, sagt Corinna Kiefer. Neun Tonnen konnten also verkauft werden. Das meiste ging im Hofladen und auf den Wochenmärkten in Oranienburg und Berlin sowie an Verkaufsständen in Wensickendorf und Wandlitz an die Kunden. Allerdings merkten auch die Kiefers, dass die Nachfrage von Köchen wegen geschlossener Restaurants ausblieb.
Immerhin bescherte die Pandemie der Tochter Carolina Kiefer mehr Freizeit. Gerade hat sie am Oranienburger Mosaik-Gymnasium ihr Abiturzeugnis bekommen. Das Warten bis zu den verschobenen Prüfungen zog sich in die Länge. So blieb Zeit für den kleinen Hofladen. „Sie hat die meiste Zeit hier verkauft“, sagt Corinna Kiefer.
Die Erntehelfer sind nun zurück in Polen. Sie kommen zur Melonenernte wieder. Im Moment reifen hinter dem Hof die Erdbeeren. Auch Kartoffeln und Kürbisse gedeihen gut. „Wir merken aber, dass im Winter die Kälte fehlte“, erklärt die Landwirtin. Dort, wo im vergangenen Jahr Kartoffeln aus der Erde geholt wurden und diesmal Kürbisse wachsen, kommt auch wieder Kartoffelgrün zum Vorschein. Für die Ernte wird das ein Problem, sagt Corinna Kiefer.
Bei der Erdbeerernte hilft nun die Familie mit. Manchmal nehmen Kunden das Körbchen selbst in die Hand und laufen auf das Feld hinterm Hof. Die Früchte der Sorte Clery haben wenig Säure, dafür viel Aroma. Und auch bei den Erdbeerpflanzen beginnt jetzt die Vorbereitung auf die kommende Saison.
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Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf.
Infokästen haben ab sofort keinen blauen Punkt vorne, sondern nur einen gefetteten Anlauf. Und am Ende steht ein Kürzel.⇥kürzel

