Bildung
: Bürgergarten braucht neuen Träger

Auf der Scholle in der Innenstadt wird nicht nur gegärtnert.
Von
Klaus Grote
Oranienburg
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Lesung im Bürgergarten: Zwischen Beeten und unter Bäumen geht es immer auch um Kultur und Geselligkeit.

Klaus D. Grote

Der Oranienburger Joachim Richter-Geißler kümmert sich um Garten und Veranstaltungen und leiste dabei „hervorragende Arbeit“, so Henning Schluß. Eine weitere Stelle musste nach zwei Jahren gestrichen werden, weil der Unterausschuss des Kreistages zur Vergabe der Demokratie-leben-Förderung den jährlichen Zuschuss für den Bürgergarten auf 10 000 Euro gegen dessen Bitten halbiert hatte.

Der Garten habe sich dennoch gut entwickelt, sagt Schluß und erinnert an Veranstaltungen mit Brandenburgs Stasi-Beauftragter Maria Nooke oder mit dem damals gerade erst vorgestellten neuen Gedenkstättendirektor Axel Drecoll, der am Fischerweg mit Schluß und Studierenden aus Wien über Erinnerungspädagogik diskutierte. Im Garten wurde mit Schulklassen, Kita-Gruppen und Geflüchteten gegärtnert. Der Ort besitze eine integrative Funktion für Oranienburg, sagte Schluß. Der Standort am Fischerweg sei sehr gut. Die Stadt unterstützt den Bürgergarten mit dem Erlass der Parzellenpacht sowie der Übernahme des Winterdienstes und von Versicherungskosten. Langfristig ist der Standort jedoch bedroht. Die Verwaltung will das Gebiet zwischen Fischerplatz und Pferdeinsel als Fischerkiez entwickeln. Dazu soll es eine Machbarkeitsstudie geben. Doch der Plan liegt vorerst auf Eis beziehungsweise in der Schublade der Stadtplaner.

Dennoch spricht Bürgermeister Alexander Laesicke vom Bürgergarten am Fischerkiez bereits in der Vergangenheitsform. „Der jetzige Standort war ja aber ohnehin zeitlich befristet, weil der Fischerkiez ja neu beplant werden soll“, sagte Laesicke auf Anfrage. Außerdem teilte er mit: „Projekte wie der Bürgergarten leben eben von den Bürgerinnen und Bürgern, die sie gestalten und stützen. Das kann man nicht von oben verordnen. Dafür muss man dann auch damit leben, dass solche Projekte auch mal enden. Falls es neue Ideen dafür gibt, wird die Stadt das unterstützen, wo es möglich ist.“

Baum gepflanzt

■ Zur Eröffnung des Bürgergartens im Sommer 2016 pflanzten der Kreistagsvorsitzende Karsten-Peter Schröder (SPD) und der damalige Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke einen Baum im Hof des Eltern-Kind-Treffs. Schon im Jahr darauf zog der Garten um: in eine freie Parzelle der Kleingärten am Fischerweg.

■ Auf der Homepage des Landeskreises zum Förderprogramm wird der Garten noch am alten Standort in der Mittelstadt verortet. Im Unterausschuss zur Fördermittelvergabe wurden dem Garten die Mittel halbiert.⇥(kd)