Bildung: Sechstklässler hinterlassen Spuren in Borgsdorf

Kreativ: Lisa hat ihr Lebensmotto mit einem QR-Code verschlüsselt und den Druck künstlerisch bearbeitet.
Jürgen LiebezeitUnter der Anleitung von Kunstlehrerin Julia Hecht haben die Mädchen und Jungen in den vergangenen Wochen an dem medialen Kunstprojekt gearbeitet. „Es geht um die Allgegenwärtigkeit von Medien und deren Einfluss auf die Kunst. Wir haben uns mit dem Kieler Kunstprojekt namens ‚33!DenkBänke’ beschäftigt, bei dem QR-Codes mit verschlüsselten Nachrichten des Künstlers auf öffentlichen Parkbänken angebracht wurden“, erklärt die Lehrerin den Hintergrund des Unterrichts der anderen Art.
Gemeinsam wurde überlegt, wie Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer Grundschulzeit Botschaften in Borgsdorf hinterlassen können. Die Kinder haben dann ihre Gedanken in QR-Codes verwandelt und diese mit verschiedenen künstlerischen Techniken bearbeitet. So hat ein Junge ein Schild an der Edeka-Filiale angebracht mit der Botschaft „Ich liebe Pizza“. Die Sechstklässlerin Lisa Küster hat ihr Schild in Borgsdorf-Pinnow an der Kanalbrücke befestigt. Sie hat ihr Lebensmotto verschlüsselt: „Leben, lieben, lachen!“ Die Brücke hat sie sich als Botschaftsort ausgesucht, weil „ich hier oft zum Reiten vorbeikomme und schwimmen gehe“. Wenige Meter weiter ist das Schild von Richard Brunke zu finden. „Ich liebe das Angeln“ ist sein virtueller Gruß in die Welt.
„Die Kinder, die nach dem Sommerferien weiterführende Schulen außerhalb Borgsdorfs besuchen werden, haben mit ihrem Projekt Spuren hinterlassen und den alltäglichen Lebensraum zur künstlerischen Begegnungsstätte gemacht“, fasste Lehrerin Julia Hecht zusammen. Allerdings sind die bunten Plakate nur in dieser Woche zu sehen. Länger habe das Ordnungsamt die Freiluft-Ausstellung nicht erlaubt, bedauerte die Lehrerin.
Projekt zumNachdenken
Das Projekt der Borgsdorfer Kinder geht auf eine Installation des Bremer Künstlers Michael Weisser zurück. Er hat in Kiel 33 Sitzbänke mit gestalteten QR-Codes versehen.
Die Funktionsweise ist ganz einfach: Der Besucher scannt mit seinem Smartphone den angebrachten Pixelcode und erlebt in Kiel auf dem Display und über die Kopfhörer Bilder, Musik, Texte, Filme, Typografie, Musik, fremde Klänge und rezitierte Poesien. Man wird überrascht, irritiert, inspiriert, verzaubert. In Borgsdorf sind die Gedanken der Kinder zu lesen.⇥zeit
