Es ist die aufwendigste Bombenentschärfung, die Oranienburg jemals gesehen hat. Am Mittwoch, 7. Dezember, werden zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. Die zwei metallischen Gegenstände wurden an der ehemaligen Friedenthaler Schleuse gefunden. Wir haben alle relevanten Informationen zusammengefasst.
Die Blindgänger liegen in einer Tiefe von zehn Metern – und damit tiefer als alle bisher gefunden Bomben in Oranienburg. Eine liegt im Wasser, die andere im Böschungsbereich.

Arbeiten kommen laut Stadt gut voran

Seit Dienstagmorgen (6. Dezember) herrscht Gewissheit: Bei den beiden metallischen Gegenständen handelt es sich um zwei Bomben. Das habe der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg (KMBD) der Stadtverwaltung mitgeteilt, teile Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer mit. Die Bomben sind jeweils 250 Kilogramm schwer, amerikanischer Bauart und mit einem Aufschlagzünder versehen.
Für die Bergung musste das Grundwasser auf mehr als 20 Meter tief abgesenkt werden, was die Arbeit besonders aufwendig und anspruchsvoll gestaltet. Pro Stunde mussten 900 Kubikmeter Wasser abgepumpt werden. Fast eine Million Liter Wasser kamen so zustande.
Allein 3,3 Millionen Euro hat die gesamte Maßnahme – von der Suche bis zur Bergung – bisher gekostet. „Weitere Kosten für Rückbau und dergleichen kommen natürlich noch hinzu“, so Eike-Kristin Fehlauer auf Nachfrage. „Die Kosten werden allerdings in diesem Fall vom Bund getragen, da es sich um eine Bundes-Wasserstraße handelt.“

Bomben müssen nacheinander entschärft werden

Die Entschärfung am Mittwoch könne durchaus länger dauern, als sonst, da die Bomben nacheinander entschärft werden müssen, so die Stadt.
Am Mittwoch tritt ab 8 Uhr ein Sperrkreis in Kraft. Er hat einen Radius von 1000 Metern. Betroffen sind zahlreiche Einwohnerinnen und Einwohner. 2800 Menschen müssen den Sperrkreis verlassen und sollten sich darauf einstellen, erst in den Abendstunden wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen zu kommen.
Betroffen ist dieses Areal: Chausseestraße in Sachsenhausen (auf Höhe Schleusen-Apotheke beginnt der Sperrkreis) und reicht bis Sachsenhausener Straße Ecke Heidestraße. Zwischen den beiden Punkten sind alle Straßen und Wohnungen bis zur gegenüberliegenden Friedrich-Siewert- und Stoeckelstraße betroffen. Damit liegen unter anderem Edeka und die Jean-Clermont-Oberschule in der Sperrzone.

Was tun bei Erkältung oder Corona?

Berücksichtigt werden dieses Mal auch Personen, die leichte Erkältungssymptome oder gar eine Corona-Infektion haben. Für gesunde Menschen und solche mit leichten Grippesymptomen stehen ab 7 Uhr das Regine-Hildebrandt-Haus in der Sachsenhausener Straße 1 und ab 7.30 Uhr die Turnhalle der Grundschule Sachsenhausen als Anlaufstellen zur Verfügung. „Die Turnhalle ist erreichbar über den Freienhagener Weg“, teilt die Stadt mit. Es gibt ausreichend Parkplätze.
Sowohl im Hildebrandt-Haus als auch in der Turnhalle gibt es Teststationen für den Fall, dass Menschen Corona-Symptome vorweisen. Mit einem negativen Ergebnis darf die Anlaufstelle mit FFP2-Maske betreten werden. „Es gelten ausschließlich die Tests vor Ort, da nur ein tagesaktueller Test anerkannt wird.“ Das Prozedere sei mit dem Gesundheitsamt des Landkreises vorher abgestimmt worden.
Das gilt für Personen, die nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind: Für sie steht ab 7.30 Uhr, unabhängig davon, ob sie keine oder leichte Symptome zeigen, die Turnhalle der Germendorfer Grundschule im Wiesenweg 4a zur Verfügung. Wie das Gesundheitsamt vorgegeben hat, ist dabei eine FFP2-Maske zu tragen.
In allen genannten Anlaufstellen gibt es kleine Snacks und Getränke. „Weitere Verpflegung und sonstige Hilfsmittel oder Medikamente sind bitte selbst mitzubringen“, so Eike-Kristin Fehlauer. Da sich die Entschärfung in die Länge ziehen könnte, ist es deshalb ratsam, sich für die Verpflegung und medizinische Versorgung gut einzudecken.

Hier melden sich schwer erkrankte Personen

Wer schwer erkrankt ist – beispielsweise mit Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Kopfschmerzen – oder wegen Krankheit im Bett bleiben muss, meldet sich ab Montag, 5. September, unter der Nummer 03301 600900 bei der Stadtverwaltung. „Hier werden separate Information zur Unterbringungsmöglichkeit erteilt“, so Fehlauer. In der Grundschule Germendorf und der Anlaufstelle für die schwer an Corona erkrankten Personen wird jeweils eine Pflegekraft vorgehalten. „Eine Verpflegung ist hier bitte selbst mitzubringen. Das Tragen einer FFP2-Maske ist erforderlich.“
Weitere Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können und Hilfe beim Transport benötigen, setzen sich unter der 03301 600901 mit der Stadtverwaltung in Verbindung. Die Telefonnummer ist jetzt schon geschaltet. Es gibt zudem für weitere Fragen ein Bürgertelefon unter 03301 600900. Die Nummer ist zu folgenden Zeiten freigeschaltet: Montag, 5. Dezember, zwischen 8 und 15 Uhr, Dienstag zwischen 8 und 15 Uhr sowie am Tag der möglichen Entschärfung, 7. Dezember, zwischen 7 und 16 Uhr.
Von der Bombenentschärfung ist auch der Busverkehr betroffen. Am Mittwoch werden die Buslinien 801, 802 und 803 über die B96 neu umgeleitet. Die Haltestellen Heidestraße, Adolf-Mertens-Straße, Chausseestraße, Sachsenhausen Kirche entfallen. Die Buslinie 821 endet an der Haltestelle Gedenkstätte Sachsenhausen. „Es entfallen alle Haltestellen im Bereich Sachsenhausen, Friedenthal und Tiergarten ersatzlos“, teilte die OVG am Dienstag mit.
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