Pilzsucher haben am Nachmittag in einem Waldstück in Oranienburg eine 250-Kilogramm-Bombe amerikanischer Bauart gefunden. Das teilte die Polizei am Sonntagabend (18. September) mit. „Die Bombe hat einen mechanischen Zünder“, erläuterte Matthias Peter, Dienstgruppenleiter in der Polizeiinspektion Oranienburg. Die Stadt Oranienburg sowie der Kampfmittelbeseitigungsdienst seien informiert worden. Am Montag (19. September) gab es neue Informationen.
„Der Fundort mitten im Wald zwischen dem alten Klinkerbecken und Schmachtenhagen ist in einem Umkreis von 50 Metern mit rot-weißem Flatterband abgesperrt worden“, so Matthias Peter am Sonntag.
Zum möglichen Sperrkreis und zur Frage, ob die Bombe transportfähig ist oder gesprengt werden muss, sagt der Dienstgruppenleiter: „Heute Abend passiert nichts mehr. Alles Weitere werden am Montag das Ordnungsamt Oranienburg und der KMBD entscheiden.“

Zwei intakte Zünder

Der Bombenfund am Klinkerbecken hatte am Sonntagabend Feuerwehr und Polizei in Atem gehalten. Am Montag teilt die Stadt Oranienburg Näheres mit. Die 250-Kilogramm-Bombe amerikanischer Bauart soll laut Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer über zwei intakte Zünder verfügen. „Im Moment sind die Stadtverwaltung und der KMBD bereits dabei, sich über das weitere Vorgehen zu verständigen“, heißt es in der Mail von 8.30 Uhr.

Sprengung oder Entschärfung?

Die Bombe muss freigelegt werden. Sie liege an einer morastigen Stelle. „Je nach Zustand der Bombe solle sie voraussichtlich entweder entschärft oder gesprengt werden“, so Eike-Kristin Fehlauer. „Es wird eindringlich darum gebeten, sich vom Ort fernzuhalten“, teilt die Stadt mit. Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) dankt in der Mitteilung den Einsatzkräften, die am Sonntag „professionell und besonnen reagiert haben“.
Zusammen werde daran gearbeitet, die Bombe „so schnell wie möglich zu beseitigen“. Der aktuelle Bombenfund sei eine Art Warnung, lässt sich aus den Worten interpretieren. Er würde zeigen, „dass wir uns nicht zurücklehnen dürfen“. Gemeinsam mit Land und Bund müsse „weiter unermüdlich“ an der Auffindung und Entschärfung der „vielen Bomben in unserer Erde“ gearbeitet werden.

Weitere Nachricht von der Stadt

Am Montagnachmittag gab es eine weitere Mitteilung von der Stadt. „Inzwischen haben sich die Stadtverwaltung und der KMBD auf das weitere Vorgehen verständigt“, heißt es darin. Weil die Bombe an einer morastigen Stelle liege und sich zudem in einem schlechten Zustand befindet, müsse sie vor Ort gesprengt werden. Die Sprengung wird am Donnerstag, 22. September, erfolgen. Dafür werde ein Sperrkreis von 900 Meter rund um den Fundort der Bombe in Kraft treten.
Das ist der Sperrkreis für die Bomben-Sprengung am Donnerstag (22. September).
Das ist der Sperrkreis für die Bomben-Sprengung am Donnerstag (22. September).
© Foto: Stadt Oranienburg
Am Dienstag (20. September) veröffentlichte die Stadt den Sperrkreis, der am Donnerstag ab 9.45 Uhr eingerichtet wird. Feuerwehr und Polizei werden den Sperrbereich absichern, hierbei kommt unterstützend auch eine Drohne zum Einsatz. Im Sperrbereich wohnen rund 20 Personen, die persönlich informiert werden. Ebenfalls betroffen sind das Gewerbegebiet an der Lehnitzschleuse, ein Teil der Bernauer Straße (B273), die nach Schmachtenhagen führt sowie ein Stück der Havel inklusive der Lehnitzschleuse. Mit der Aufhebung des Sperrkreises rechnet die Stadt, sofern alles planmäßig verläuft, voraussichtlich gegen Mittag.

Weitere Neutralisierungen in Vorbereitung

Die Stadt bereitet seit Monaten eine weitere Neutralisierungen vor. An der Schleuse Friedenthal befinden sich zwei Anomalien. Eine davon liegt im Grund der Havel. Ihre Freilegung wird besonders kompliziert. Beide Bomben liegen in einer Tiefe von 12 Metern und damit tiefer als alle bisher in Oranienburg gefundenen Bomben. „Die Bergung wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erfolgen können, die vorbereitenden Arbeiten laufen auf Hochtouren“, teilte die Stadt Mitte Juli mit.
Weitere Informationen zur Bombenlast in Oranienburg finden Sie auf unserer Themenseite.