Brand in Birkenwerder
: Wohnhaus und Geschäfte durch Feuer zerstört

UPDATE (20. Februar) Nachdem erst am Sonnabend ein Döner-Imbiss völlig abgebrannt war, hat es nun bereits wieder ein Feuer in Birkenwerder gegeben. Dabei wurde ein Wohn- und Geschäftshaus zerstört.
Von
Roland Becker
Birkenwerder
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Am späten Sonntagabend (18. Februar 2024) brach an der Hauptstraße in Birkenwerder ein Feuer in einem Wohn- und Geschäftshaus aus. Das Gebäude ist nicht mehr bewohnbar.

Frank Lagrange

Der Alarm lief am Sonntag (18. Februar 2024) gegen 22 Uhr bei der Feuerwehr und der Leitstelle Nordost auf: In Birkenwerder brennt es in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Hauptstraße. Um das Feuer bekämpfen zu können, mussten neben der Feuerwehr Birkenwerder, deren Feuerwache sich kaum 100 Meter vom Unglücksort entfernt befindet, auch die Wehren aus Borgsdorf, Hohen Neuendorf und Velten herangezogen werden. Als das Feuer bereits als gelöscht galt, flammte es am frühen Montag nochmals auf.

Als der Vater vom Gassigehen mit seinem Hund zurückkam, war der Rauch bereits bis ins Treppenhaus vorgedrungen. Er fand dann seine 13-jährige Tochter und deren 15-jährige Freundin im Kinderzimmer und brachte sie unversehrt ins Freie. Sie hatten im Kinderzimmer vom Brand noch nichts bemerkt. Gegen 22.30 Uhr seien dann Flammen aus dem Dach geschossen.

Ursache für den Brand steht fest

UPDATE Erste Vermutungen, wonach eine im Backofen vergessene Pizza für das Feuer verantwortlich gewesen sein könnte, bestätigten sich nach Angaben der Polizei vom 20. Februar nicht. „Ein defekter Wäschetrockner hat offenbar den Brand ausgelöst. Zu diesem Ergebnis sind Brandursachenermittler am Dienstag gekommen“, teilte Sprecherin Dörte Röhrs mit.

Zunächst hatte die Polizeidirektion Nord in Neuruppin nicht ausgeschlossen, dass das Feuer vom Backofen ausging. „Inwieweit eine Pizza, die durch zwei Mädchen im Backofen erwärmt werden sollte, am Sonntag zu einem Brand führte, ist nun Bestandteil der Ermittlungen“, hieß es.

13 Menschen aus zwei Häusern evakuiert

Für die Feuerwehr gestaltete sich der Einsatz insofern als schwierig, weil zur Bekämpfung des Feuers erst das Dach Stück für Stück abgetragen werden musste. Während des Einsatzes mussten sieben Menschen aus dem betroffenen Haus in der Hauptstraße 49 evakuiert werden. Außerdem mussten sechs Bewohner der angrenzenden Hausnummer 49a wegen der Rauchentwicklung ebenfalls ihre Wohnungen verlassen. Ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude konnte aber verhindert werden. Personen wurden nicht verletzt.

Feuer flammt am frühen Morgen erneut auf

Gegen 4.10 Uhr konnten die Einsatzkräfte melden, dass das Feuer gelöscht ist. Allerdings war das nur vorerst der Fall. Gegen 5.45 Uhr brach das Feuer – offenbar aus Glutnestern heraus – erneut aus. Um 7.50 Uhr konnten die Kameradinnen und Kameraden den erneuten Einsatz beenden. Die B96 war bis dahin wieder gesperrt. Drei Stunden später war die Feuerwehr wieder vor Ort. Dämmwolle im Dach hatte sich wieder entzündet.

Der Brand an der Hauptstraße in Birkenwerder galt schon als bekämpft, als nochmals Flammen aus dem Gebäude schossen.

FRANK LAGRANGE

Während der Löscharbeiten musste die B96, an der sich das Haus befindet, von der Kreuzung am Rathaus in Richtung Autobahn bis Höhe Schule gesperrt werden. Auch Fußgänger durften wegen der starken Rauchentwicklung der Bereich zeitweise nicht passieren.

Durch den Brand ist das Haus so zerstört, dass es nicht mehr bewohnbar ist. In Mitleidenschaft gezogen wurden laut Jessika Wolter, Sprecherin der Polizeidirektion Nord auch das sich im Erdgeschoss befindliche Dentallabor sowie eine Massagepraxis.

Der Schaden wird nach ersten groben Berechnungen auf eine halbe Million Euro geschätzt. Die Polizei geht derzeit von fahrlässiger Brandstiftung aus. Brandursachenermittler haben bereits am Montag ihre Arbeit aufgenommen.

Bereits am frühen Vormittag drückte Bürgermeister Stephan Ziminiok (parteilos) den betroffenen Bewohnern sein Mitgefühl aus: „Ich wünsche Ihnen die jetzt notwendige Kraft zum Wiederaufbau dessen, was das Feuer zerstört hat.“ Die vom Feuer betroffenen Bewohner seien bei Verwandten untergekommen.

In Anbetracht zweier Großeinsätze an einem Wochenende dankte Zimniok allen Einsatzkräften für ihr professionelles Wirken. Seinen Angaben nach waren neben den oben genannten Freiwilligen Feuerwehren auch Einsatzkräfte aus Bergfelde, Schildow und Leegebruch vor Ort. In der Spitze hätten sich 101 Kameradinnen und Kameraden am Löschen des Feuers beteiligt.