Die Stadt Oranienburg bemüht sich um eine Einigung mit den Löschzügen in Schmachtenhagen, Wensickendorf und Zehlendorf zur Neuordnung der Feuerwehr. Die Verwaltung und Stadtbrandmeister Sven Marten halten an dem Plan fest, die drei Ortsfeuerwehren an einem Standort zusammenzuführen. In der geplanten Wache Ost sollen dann wahrscheinlich auch hauptamtliche Feuerwehrleute arbeiten, sagte die zuständige Sozialdezernentin Stefanie Rose.

Neue Wache Ost in Schmachtenhagen geplant

„Wir wollen einen zukunftsfähigen Feuerwehrstandort“, sagte Rose. Der Standort Schmachtenhagen eigne sich aus strategischer Sicht dafür am besten. Wie berichtet, gibt es gegen diese Pläne massive Widerstände in den drei Ortsteilen. Feuerwehrleute hatten in der September-Sitzung des Sozialausschusses sogar von einem Austritt gesprochen.
In den Ortsteilen gibt es Zweifel am Sinn der zentralen Wache, zudem wird von einer Bedrohung des Gemeinschaftslebens und dem Ende einer Tradition gesprochen. Dem Antrag des Ortsbeirats zum Erhalt der Wache in Zehlendorf könne die Stadt nicht zustimmen. „Er ist nicht zielführend“, sagte Stefanie Rose.
In der Fortschreibung des Gefahrenabwehrbedarfsplans (GABP) kommt die Verwaltung zu dem Ergebnis, dass „zur Schutzzielerfüllung“ mehrere Einheiten zusammen alarmiert werden müssen und dass die bestehenden Standorte teilweise nur durch einen Neubau ertüchtigt werden können. In allen drei Ortsteilen würden die Feuerwehrhäuser nicht mehr den Standards entsprechen, könnten aber auch nicht umgebaut oder erweitert werden.
Doch darüber besteht ein Dissens. In der vorvergangenen Woche fand deshalb ein Gespräch mit dem Standbrandmeister, seinen beiden Stellvertretern, Feuerwehrleuten aus den Ortsteilen, den Ortsbeiräten sowie Stefanie Rose und Bürgermeister Alexander Laesicke statt. „Wir haben die Sorgen und Risiken besprochen und wollen das Gespräch auch fortführen“, sagte Rose. „Wir haben uns angenähert.“ Neben technischen Fragen sei es dabei auch um Traditionspflege und das soziale Leben in den Dörfern gegangen. „Ich hoffe, dass wir die Bedenken ausräumen können und dass es zu keinen Austritten bei den Feuerwehren kommt“, sagte die Dezernentin.

Vorbild Neuruppin

Der Bürgermeister sprach von einem „fairen Umgang“. Er glaube, dass mit der ortsübergreifenden Wache auch eine gemeinsame Identifikation entstehen könne. Es gebe ja auch heute schon Beziehungen zwischen den Ortsteilen beispielsweise durch die Grundschule in Schmachtenhagen. Laesicke verwies auf das Vorbild der Feuerwehr Neuruppin. Dort seien mit der Wache Alt Ruppin fünf Ortsfeuerwehren zusammengeführt worden. „Auch dort gab es Bedenken“, sagte Laesicke. Doch die neue Wache habe sich bewährt.
Der Gefahrenabwehrbedarfsplan ist erneut Thema im Sozialausschuss am Dienstag, 10. November, ab 18 Uhr. Die Sitzung wird wie die weiteren Ausschusssitzungen der Stadtverordneten live im Internet übertragen unter www.oranienburg.de/ausschuss-live.