Von der Idee Oranienburgs, die drei Freiwilligen Feuerwehren Zehlendorf, Wensickendorf und Schmachtenhagen an einem gemeinsamen Standort in Schmachtenhagen zusammenzuführen, halten weder die Zehlendorfer Feuerwehrleute noch die Kommunalpolitiker etwas.
Das brachten sie am Dienstag während der Ortsbeiratssitzung auch überdeutlich gegenüber Standbrandmeister Sven Marten und Dezernentin Stefanie Rose (Linke) zum Ausdruck. Die beiden waren extra zur Sitzung gekommen, um die Überlegungen der Stadt vorzustellen und für ihr Projekt zu werben. Doch das Problem war, dass die Zehlendorfer, gut 30 Gäste waren zur Sitzung gekommen, mit den wenigen Informationen nicht viel anfangen konnten.

Standort gegenüber von Netto in Schmachtenhagen

In Schmachtenhagen soll auf der Fläche gegenüber vom Netto-Markt die neue Wache entstehen. Sie soll Platz für mehrere große Fahrzeuge, darunter ein weiteres Tanklöschfahrzeug, und neue Technik bieten, und in der Perspektive könnte das Gelände sogar mit einem Übungsplatz ergänzt werden, so Stadtbrandmeister Marten. Der Standort sei bewusst gewählt worden, weil damit nicht nur die Sicherheit in den drei SWZ-Ortsteilen gewährleistet werden könne, sondern von dort aus auch schnell der Gewerbepark Nord und das Waldgebiet zwischen Lehnitz und Summt zu erreichen seien.

Einsatzbereitschaft am Tage ist ein Problem

Dass die drei Freiwilligen Wehren durchaus Schwierigkeiten haben, tagsüber die Einsatzbereitschaft zu garantieren, das wurde weder von den Zehlendofer Floriansjüngern noch von den Kommunalpolitikern bestritten. Doch sei das allein noch lange kein Grund, die Zehlendorfer Wehr abzuwickeln, zumal die Einsatzbereitschaft und damit die Sicherheit der Einwohner der Ortsteile schon jetzt dadurch sichergestellt werde, dass bei einem Einsatz alle drei Ortswehren alarmiert werden. Damit die Zusammenlegung zu begründen, sei unredlich, hieß es in der teilweise durchaus emotional geführten Diskussion. Die bessere Variante sei, alle drei Standorte aufzurüsten und die Technik zu verteilen. Der Effekt sei der Gleiche.

Weitere Fakten und Informationen werden gebraucht

Ob das tatsächlich so ist oder nur eine Wunschvorstellung, müssen Fachleute klären, so die Anmerkung des Linken-Stadtverordneten Olaf Kästner, der eben wegen dieser Diskussion zur Sitzung nach Zehlendorf gekommen war. „Ich hoffe auf Fakten von Fachleuten, um richtig entscheiden zu können. Doch wir dürfen bei einer Entscheidung ebenso wenig vergessen, welche Bedeutung eine Feuerwache und das Engagement der Kameradinnen und Kameraden vor Ort für das gemeindliche Leben haben“, so sein Statement dazu.

Viele offene Fragen

Eben diesen zweiten Aspekt sehen die Zehlendorfer bei der Erarbeitung des Gefahrenabwehrbedarfsplans für ihren Ortsteil auch nicht berücksichtigt. Was wird aus der Jugendfeuerwehr? Wo wird geübt? Wie kann sich eine Wehr, die vor Ort gar nicht mehr ist, in der Gemeinde noch engagieren? Das waren nur einige Fragen, die in den Raum gestellt wurden.
Enttäuscht waren die Zehlendorfer Feuerwehrleute vor allem, weil dieses Papier und die damit verbundenen Auswirkungen nicht mit ihnen gemeinsam erarbeitet worden war. „Wir kennen doch die Situation vor Ort. Jetzt haben wir nur noch die Möglichkeit, dass Nachbesserungen eingearbeitet werden. Besser wäre es gewesen, den Plan gemeinsam zu erarbeiten“, so einer der Gäste.

Gespräche mit den Nachbargemeiden

Deshalb wollen sich die Beiratsmitglieder auch schnellstens das Gespräch mit den Kollegen in Schmachtenhagen und Wesickendorf suchen, um gemeinsam den Vorschlag der Stadt zu diskutieren und gegebenenfalls Änderungen oder Alternativen vorschlagen zu können, so Zehlendorfer Ortsbeirats-Chefin Heike Bartel (BI). Immerhin sei weder der Bau einer neuen Wache noch sie Zusammenlegung der Wehren von heute auf morgen zu bewerkstelligen. Auch Stadtbrandmeister Sven Marten hatte auf Nachfrage von einem Zeithorizont von rund zehn Jahren gesprochen.