Querungshilfen auf der L 171, der L 30 und im Ortsteil Schönfließ, eine Radwegeergänzung nach Hohen Neuendorf, schlechte Radwege in den Orten verbessern und unübersichtliche Einmündungen von Straßen verändern, sind einige Forderungen. Den Bus 809 mit kürzerer Taktdichte fahren lassen, den Bus 806 immer nach Frohnau führen, nicht nach Hermsdorf, dichtere Taktfolge auf den S-Bahnlinien 1 und 8 sind weitere: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten Bürgerwerkstatt haben schon einige Ideen und Anregungen zum interkommunalen Verkehrskonzept der vier S-Bahn-Gemeinden eingebracht.

Manche Forderungen schon oft geäußert

Nicht jeder Wunsch ist neu, im Gegenteil, manche wurden schon oft an verschiedenen Stellen geäußert. Aber erstmals wird der Versuch eines gemeindeübergreifenden Verkehrskonzepts gestartet, der künftig auch nicht an den Grenzen dieser vier Kommunen haltmachen soll, sondern sich möglichst gemeinsam mit weiteren Kommunen fortsetzen, nach Hennigsdorf und Oranienburg und auch über die Kreisgrenzen Richtung Barnim hinaus. Auch das künftige Nahverkehrskonzept des Kreises soll für die Betrachtung herangezogen werden.

Engagierte kleine Diskussionsrunde

50 Plätze hätten im Schildower Bürgersaal zur Verfügung gestanden, aber der große Andrang zur ersten Bürgerwerkstatt des interkommunalen Verkehrskonzepts blieb am Mittwochabend aus. Diejenigen, die da waren, diskutierten aber engagiert mit den Vortragenden über ABC-Tarife des öffentlichen Personennahverkehrs bis hin zum Unterschied von touristischen Radlern und solchen, die Radwege als Arbeitsweg benötigen.
Die Vertreter der beauftragten Büros „Urban Expert - Integrierte Stadtentwicklung und Beteiligungsprozesse“ und „Gertz Gutsche Rümenapp – Stadtentwicklung und Mobilität“ stellten vor den gut 20 Personen zunächst die allgemeine Zielsetzung des Konzepts vor. Dieses soll eine gemeinsame Strategie der Kommunen sein, wie sich welcher Straßenverkehr in den Orten in den nächsten 10 bis 15 Jahren entwickeln soll.
„Wir schauen uns nicht nur einfach die Zahlen der Pkw auf der Straße an, sondern verfolgen auch, wo Straßenverkehr stattfindet, wo er hinfließt, beispielsweise in Einkaufsstraßen“, erläuterte Jens Rümenapp. Das betreffe alle Verkehrsmittel. Eine Verkehrszählung hatte es in den vergangenen Wochen bereits gegeben.

Fragebögen nicht flächendeckend verteilt

Aus den Fragebögen entstehe ein Computermodell des Verkehrsgeschehens im Untersuchungsraum. Für Unmut sorgte dabei der Umstand, den Rümenapp selbst nannte, dass die vom Büro mit der Post an alle Haushalte verschickten Fragebögen offenbar nicht überall verteilt worden sind. So monierten Vertreter der Zühlsdorfer Volkssolidarität, sie wüssten von vielen Mitgliedern, dass nichts angekommen sei.
Zu den benannten Knackpunkten zählten die hohe Verkehrsdichte auf der B 96 in Glienicke samt unzureichender Abstimmung der Ampelphasen zwischen Glienicker und Berliner Seite. Dass in Hermsdorf und Frohnau zu wenig Park&Ride-Plätze angeboten würden, ließ Jens Rümenapp nur bedingt gelten: Die Stadt Berlin könne auch nicht alleine dafür, dass die Autos aus dem Umland an den Bahnhof abgestellt werden können. Immerhin pendeln täglich Tausende Menschen mit dem Auto aus dem nördlichen Umland nach Berlin aus.

Online-Teilnahme an der Haushaltsbefragung möglich

Die Fragebogen-Aktion hatte an sich einen Stichtag. Es wird nun aber überlegt, die Frist noch einmal zu verlängern, sofern durch die Ausfälle kein repräsentatives Ergebnis zustande kommt.
Von den 12.000 Haushalten in Hohen Neuendorf haben etwa 500 die Fragebögen an die Verwaltung zurückgeschickt. In Glienicke sei der Rücklauf der Haushaltsbefragung erfreulich hoch, stellt Gemeindesprecher Arne Färber fest. Mehr als 500 Fragebögen seien per Post bereits eingegangen, zudem hätten etwa 200 der gut 6300 Glienicker Haushalte online geantwortet. In Birkenwerder kamen etwa 150 Antwortbriefe im Rathaus an. Mühlenbecker Land hat 9022 Haushalte. Rund 300 Rückläufer seien per Post angekommen und dazu eine unbekannte Zahl an Online-Zusendungen, so Planungsfachdienstleiter Enrico Neumann.

Wer online teilnehmen möchte, hat dazu noch bis zum 15. Oktober unter

www.buergerbeteiligung.de/ivk Gelegenheit.