„Die Arme gerade halten und im Takt bleiben. Den Kopf nach oben und lächeln.“ Die Anweisungen von Suzanne und Janine Teßmann an die Minifunken vom Carneval Club Leegebruch (CCL) hören sich hart an, doch die Kinder nehmen es gelassen. Nein, sie nehmen es nicht gelassen, sie wollen die Anweisungen sogar. Deshalb sind sie auf den Bolzplatz am Leegebrucher Sportplatz gekommen. Hier üben sie für ihren Auftritt, und da muss schließlich alles perfekt klappen,

Der Bolzplatz als alternativer Übungsort

Durch die Hygienevorschriften und Abstandsregeln aufgrund der Corona-Pandemie ist das Üben für die Minifunken, aber auch für alle anderen Gruppen des CCL sehr viel komplizierter geworden. Doch die Jecken hatten eine Idee. Da es in der Turnhalle und den Umkleiden Probleme bereitet, den Abstand einzuhalten, sind die Gruppen auf den Bolzplatz ausgewichen. Nur so lange, bis das Hygienekonzept für den Bolzplatz steht und auch die anderen Sportler dort wieder üben können. Doch bis dahin machen die Leegebrucher Jecken weiter, die kleinen ebenso wie die großen.

Kein Umzug und keine Feier am 11.11.

Dass der Karnevalsumzug am 11.11. abgesagt wurde, ist zwar nicht schön, stört aber weder die Kinder und Jugendlichen, noch alle andere Tänzer und die Majoretten. „Der CCL ist mehr, als nur Feiern und Frohsinn. Wir sind wie eine große Familie. Wir sind befreundet, da setzt man sich nicht einfach in die Ecke und wartet auf gut Wetter, bloß weil wegen Corona die Sitzungen abgesagt wurden. Nein, davon lassen wir uns nicht unterkriegen. Deshalb üben wir.“ Das Statement von Alina Holzmüller und Liza Matz ist eindeutig. Sie tanzen in der Prinzengarde und wechseln nach den Minifunken auf den Bolzplatz. Bis dahin üben sie noch einige Schritte vor dem Eingangstor, um die Wartezeit zu überbrücken. Bis kurz vor 19 Uhr wächst die Gruppe stetig.

Training in kleinen und großen Gruppen

Inzwischen trainieren die Minifunken fleißig weiter. Nachdem die Zweiertänze geschafft sind, geht nun wieder die ganze Truppe auf die Fläche – 15 Minifunken sind es aktuell. Die Zweiertänze seien wichtig, um Schrittfolge, Haltung und die Gleichmäßigkeit der Tänze bewerten und korrigieren zu können, erklären die beiden Trainerinnen, „denn vier Augen sehen bekanntlich mehr als nur zwei“. Doch nun gibt es kein Halten mehr. Die Formation steht, die Musik beginnt, die Kinder haben ihren Spaß. Es sind bekannte Melodien, Schlager und Ohrwürmer, die gern mitgesungen und mitgeklatscht werden. Da kommt Stimmung auf, sogar auf dem Bolzplatz. Dass die großen Auftritte abgesagt wurden, stört die Kinder nicht. „Vielleicht können wir hier für unsere Eltern tanzen“, meint ein Mädchen aus der Garde.

Flutlichtanlage lässt alle Fehler erkennen

Ebenso sehen es die Mitglieder der Prinzengarde, die nun auf den Platz gehen. „Mal sehen, wie es wird? Vielleicht sieht sie ja nicht alle Fehler“, ulken die Tänzerinnen. Dass die Trainerin bei den Lichtverhältnissen, denn es dämmert bereits, Fehler übersehen könnte, ist unwahrscheinlich. „Ich habe Schlüssel für die Flutlichtanlage“, sagt sie und streckt den Arm dabei in die Höhe. Die Tänzerinnen quittieren die Ansage mit einem lauten Stöhnen, das in ein Lachen übergeht – und los geht’s.

Informationen zum Vereins


Mit Gründung der Heinkelsiedlung kamen auch Arbeitskräfte aus dem Rheinland nach Leegebruch. Eine Tradition, die sie mitbrachten, war der Karneval.

1963 hatten Herbert Rusch, Alfred Heinrichs und Helmut Thalheim die Idee, den Karnevalsverein zu gründen.

Die erste Sitzung fand ein Jahr später am 15. Februar 1994 statt.

Der Karnevalsgruß lautet in Anspielung auf die durch den Ort fließende Muhre: „Muh Muh, Re, Re“

Vorsitzender des Carneval Club Leegebruch ist Nico Martin. Zu erreichen ist der Verein per Mail unter: ccl-leegebruch@t-online.de