Corona-Krise: „Wir schaffen das in Leegebruch“

Nach dem Jahrhundertregen: Martin Rother bewältige 2017 mit seiner Gemeinderverwaltung bereits eine Krise in Leegebruch.
Klaus D. GroteDer Bürgermeister macht keinen Hehl daraus, dass er sich durchaus etwas allein gelassen fühlt, wenn Entscheidungen bis an die unterste Ebene durchgereicht werden. Zum Beispiel die „Eindämmungsverordnung"zum Einzelhandel. Er müsse festlegen, welche Geschäfte geöffnet bleiben können, sagt Rother. „Wenn Frisöre offen bleiben dürfen, muss das doch auch für Kosmetikerinnen gelten. Beide sind Dienstleister.“ So würde die Zwangsschließung am Ende nur wenige Geschäfte im Ort betreffen. Die meisten Läden würden weiterhin benötigt. Während die Blumenläden zu sind, darf der Copy-Shop im Eichenhof als Dienstleister offen bleiben.
Ein weiteres Beispiel für die nach unten verschobenen Verantwortlichkeiten: Die Gemeinde müsse nun den Hort den ganzen Vormittag lang öffnenund brauche dafür Lehrer als Betreuer. Rother machte deshalb dem staatlichen Schulamt Dampf.
Rother fühlt sich in der Krisensituation der Pandemie an den Hochwassersommer 2017 erinnert. Die Gemeinde war damals regelrecht abgesoffen, konnte sich daraus nicht ohne Hilfe befreien und fühlte sich dennoch über lange Zeit allein gelassen. Man merkt Rother an, dass ihm die schweren Monate noch nachhängen. Doch er zieht daraus auch Zuversicht. „Wir schaffen das in Leegebruch“, sagt er. „Auch ohne Hilfe.“ Leegebruch könne auf die vor knapp drei Jahren aufgebauten Mechanismen zurückgreifen. Die seien jetzt wieder aktiviert. In der Gemeindeverwaltung wurde der Stabsraum bereits am Freitag wiederin Betrieb genommen. Die notwendigen Abläufe sind eingespielt. Erste Besprechungen fanden sofort statt. Telefonlisten mit allen wichtigen Kontakten lagen noch vor, Kitas konnten vorab über die anstehende Schließung unterrichtet werden. „Keine Panik!“, lautet die Devise von Martin Rother, der Gelassenheit ausstrahlt und beweisen will, dass er auch diese Krise meistern kann. Diesmal braucht er dafür zumindest keine Gummistiefel.
Schließungen und Absagen
Kitas, Grundschule und Hort bleiben auch in Leegebruch vorerst bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen.
Die Gemeindeverwaltung ist für den allgemeinen Besucherverkehr geschlossen und nur noch telefonisch, per Fax 03304 249696 oder E-Mail gemeinde@leegebruch.de erreichbar. Für Fragen zum Coronavirus verweist die Gemeinde an das Gesundheitsamt des Kreises. Dort ist das Infotelefon zu Viruserkrankungen unter 03301 6013900 erreichbar.
Die Sitzung der Gemeindevertreter am 19. März wurde abgesagt.
Die Bibliothek ist ebenfalls vorerst bis zum 19. April geschlossen. Die Rückgabefrist wird automatisch bis zur Wiedereröffnung verlängert.
Spielplätze, die Familienfreizeitanlage, Bolzplätze, Sportplatz, Sporthalle und Jugendclub sind ebenfalls bis 19. April zu.
Alle Veranstaltungen in Leegebruch und im Gemeindesaal wurden bis einschließlich 19. April abgesagt. Auch das Osterfeuer fällt aus.
Service: Die Birkenquelle in der Birkenallee bietet jetzt auch einen Lieferdienst an. Erreichbar unter 03304 250821.