Corona-Krise
: Tausende Anträge für Notbetreuung erwartet

Eine Notfallbetreuung erhalten nur Eltern bestimmter Berufe. Alle anderen müssen sich selbst kümmern. Doch alle Freizeiteinrichtungen schließen.
Von
Klaus Grote
Oberhavel
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Am Montag zum vorerst letzten Mal geöffnet: der Tierpark Germendorf

Friedhelm Brennecke

Die Notfallbetreuung soll sicher stehen, damit Ärzte, Pfleger, Krankenschwestern, Apotheker, Polizisten und Feuerwehrleute weiter zur Arbeit gehen können. Es geht aber auch um die Sicherstellung der Energieversorgung, um Trink- und Abwasser und um die Versorgung mit Lebensmitteln, sagte Dezernentin Kerstin Niendorf. Um die Betreuung zu gewährleisten würden auch Lehrer eingesetzt.

Für alle anderen Eltern gilt: Die Kinder müssen zu Hause bleiben oder anderweitig betreut werden. Neben den Kitas sind ab Mittwoch auch alle Schulen – zunächst bis zum Ende der Osterferien – geschlossen.

Freizeiteinrichtungen schließen

Einige Kinder freuten sich am Wochenende schon auf richtig lange Schulferien. Doch trotz gesperrter Einrichtungen: Gelernt werden muss trotzdem. Am Montag wurden an vielen Schulen Aufgaben für die kommenden Wochen verteilt. Andere Schulen verschicken Hausaufgaben per E-Mail  – vorausgesetzt, die Schulen haben überhaupt zu allen Eltern einen Kontakt auf elektronischem Weg und die Familien haben zu Hause auch die Möglichkeiten, dass Hausaufgaben am Computer erledigt werden. Das ist offenbar nicht an allen Schulen in Oberhavel der Fall.

„Die Eltern werden jetzt Lehrer“, sagt Vivien Sannemann aus Oranienburg. Sie arbeite ab Dienstag im Homeoffice und kann sich so um ihren Stiefsohn kümmern. Auch ihr Mann habe tagsüber Zeit. „Der arbeitet im Lidl-Lager in Kremmen und macht diese Woche Nachtschicht. Da gibt es jetzt sehr viel zu tun, aber er hat dann zumindest tagsüber ein paar Stunden Zeit“, sagt sie. Viele andere Eltern, das war auf Facebook nachzulesen, hatten noch keinen alternativen Betreuungsplan für ihre Kinder.

Inzwischen fallen auch die Orte weg, in denen man üblicherweise die Freizeit verbringen kann. Zwar waren in Oranienburg der Schlosspark und die Turm-Erlebniscity sowie der Tierpark Germendorf am Montag noch geöffnet, doch schon heute schließen der Schlosspark und die Stadtbibliothek. Alle weiteren Freizeiteinrichtungen werden folgen – notfalls per Allgemeinverfügung, die Landrat Ludger Weskamp ankündigte. Damit rechnete am Montag Mario Narzahn, Geschäftsführer des Filmpalasts Oranienburg. Am Wochenende seien bereits deutlich weniger Besucher gekommen.

Doch selbst die Allgemeinverfügung wird nicht mehr nötig, denn die Bundesregierung verkündete am Abend sehr weitreichende Verbote. Geöffnet bleiben nur noch Geschäfte für den täglichen Bedarf sowie alle Einrichtungen für die Gesundheitsversorgung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte wörtlich, „Freizeit- und Tierparks, Schwimm- und Spaßbäder“, die schließen müssten. Noch am Abend kündigte auch der Tierpark Germendorf an, nun auf unbestimmte Zeit zu schließen.

Reaktionen auf die Krise

Bereits vergangene Woche wurden Festlegungen getroffen, um die Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen und zu verlangsamen.

In Bussen der OVG bleiben die vorderen Türen zu, Fahrscheine werden im Bus nicht mehr verkauft.

Die Deutsche Bahn plant eine Reduzierung des Zugangebots. Davon betroffen sind Regionalzüge und S-Bahnen in Oberhavel. Deren Nutzung ging Montag bereits deutlich zurück.

Die Asklepios Klinik in Birkenwerder bittet Patienten, die Corona-Symptome haben, vor der Klinik zu warten und sich telefonisch anzumelden.⇥kd