Für durch das Gesundheitsamt angeordnete Testungen arbeitet die Kreisverwaltung Oberhavel aktuell mit kooperierenden Teststellen zusammen. Das teilt die Verwaltung am Mittwoch mit. „Aufgrund des zunehmenden Bedarfs an Coronatests hat der Fachbereich Gesundheit seit Dienstag über einen externen Träger ein mobiles Abstrichteam beauftragt, welches Abstriche vor Ort in Gemeinschaftseinrichtungen oder bei immobilen Personen zu Hause durchführt“, heißt es.

Stationäre Teststelle als „Drive-in“

Zusätzlich werde derzeit die Einrichtung einer stationären Teststelle als „Drive-in“ über einen Kooperationspartner vorbereitet. Die Teststelle wird voraussichtlich Mitte der kommenden Woche in Betrieb genommen. Aktuell wird die Standortfrage geklärt. Auch an dieser Teststelle werden nur durch das Gesundheitsamt angeordnete Tests durchgeführt.
„Wir sehen aktuell, dass nicht nur die Fallzahlen wieder deutlich ansteigen, sondern auch die Anzahl der engen Kontaktpersonen zu jedem Einzelfall deutlich zugenommen hat. Das bedeute einen enormen Aufwand an Coronatests, die durch das Gesundheitsamt anzuordnen sind“, erläutert Amtsarzt Christian Schulze die Maßnahme, „Durch den Aufbau der stationären Teststelle und des mobilen Testteams durch den Landkreis werden wiederum Testkapazitäten bei unseren bisherigen Testpartnern frei, die dann weiteren Personen mit Testbedarf zur Verfügung stehen.“

Ansprechpartner für Coronatests

Erster Ansprechpartner für Tests auf das Coronavirus sind die niedergelassenen Hausärzte. Wer den Verdacht hat, erkrankt zu sein oder zum Beispiel als Reiserückkehrender einen Test veranlassen möchte, sollte allerdings nicht unangemeldet in eine hausärztliche Sprechstunde gehen. Es ist ratsam, beim Hausarzt oder auch beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 anzurufen. Die Ärzte werden gezielt nach Symptomen fragen und den Betroffenen gegebenenfalls bei einem Hausbesuch untersuchen beziehungsweise nach der (offiziellen) Sprechstunde in die Praxis bestellen.
Vom Gesundheitsamt werden Tests immer dann angeordnet, wenn ein begründeter Verdachtsfall vorliegt, dass eine Person sich mit dem SARS CoV2-Virus infiziert haben könnte, weil sie Kontakt zu einem Infizierten hatte oder wenn beispielsweise in einer Einrichtung ein Ausbruchsgeschehen zu verzeichnen ist.

Infotelefon des Gesundheitsamtes

Der Landkreis Oberhavel hat für medizinische Fragen rund um das Coronavirus ein zentrales Infotelefon eingerichtet. Das Infotelefon ist unter der Rufnummer 03301 6013900 montags bis donnerstags von 8 bis 15 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr zu erreichen. Nachfragen können auch per E-Mail an das Gesundheitsamt gerichtet werden. Die Mailadresse lautet: ges.corona@oberhavel.de.
Für Bürgeranfragen zum Umgang mit dem Coronavirus steht außerdem unter anderem das Bürgertelefon des Landes Brandenburg zur Verfügung. Die Telefonnummer 0331 8665050 ist montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr zu erreichen.
Weitere wichtige Rufnummern und Informationen rund um das Virus hat der Landkreis Oberhavel auf seiner Internetseite zusammengestellt unter: www.oberhavel.de/corona.

Aktuelle Fallzahlen für Oberhavel

Mit Stand vom Mittwoch (14.  Oktober) gibt es derzeit 57 bestätigte COVID19-Infektionen im Landkreis Oberhavel. Seit Dienstag (13. Oktober) sind neun Neuinfektionen registriert worden. 53 Personen befinden sich in häuslicher Quarantäne, vier Personen müssen stationär behandelt werden. Die bestehenden Infektionsfälle verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Hohen Neuendorf (22), Oranienburg (11), Hennigsdorf (7), Amt Gransee und Gemeinden (5), Mühlenbecker Land (3), Oberkrämer (3), Kremmen (2), Glienicke/Nordbahn (1), Leegebruch (1), Velten (1) und Liebenwalde (1).

Erzieherin einer Kita in Schildow infiziert

Unter den Neuinfektionen befindet sich auch eine Erzieherin der Schildower Kita „Zaubernuss“. Die Mitarbeiterin war zuletzt am 7. Oktober in der Einrichtung tätig. Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die engen Kontaktpersonen der Infizierten und steht mit der Einrichtungsleitung in einem engen Austausch zu den erforderlichen Maßnahmen. Personal und Eltern werden kontaktiert.
Auch aus der Mitarbeiterschaft der Veltener Kita „Kinderland“ ist dem Gesundheitsamt am Mittwoch ein sehr schwach positiver Coronatest bekannt gegeben worden. Aufgrund der konkreten Werte des Testergebnisses ist davon auszugehen, dass die Erzieherin nicht infektiös war. Das Gesundheitsamt hat daher in Abstimmung mit der Stadtverwaltung, die Träger der Einrichtung ist, entschieden, dass die Einrichtung ihren Betrieb fortsetzen kann. Eine Durchmischung der betroffenen Gruppe mit anderen Kitakindern ist zu vermeiden.

Bei knapp 350 Menschen steht das Testergebnis noch aus

Bisher sind im Landkreis insgesamt 476 Menschen positiv auf das SARS CoV2-Virus getestet worden. 410 Personen sind bereits genesen, das sind 86 Prozent aller Fälle. Insgesamt 6.064 Menschen wurden bereits negativ auf das Coronavirus getestet, bei 348 Personen steht das Testergebnis noch aus. 2.030 Menschen wurden im Verlauf der Pandemie häuslich abgesondert, weil sie mit positiv getesteten Personen direkten Kontakt hatten.
Die Gesamtzahl der COVID19-Fälle verteilt sich wie folgt auf die Kommunen im Landkreis: Hennigsdorf (154), Oranienburg (86), Hohen Neuendorf (65), Glienicke/Nordbahn (32), Velten (23), Oberkrämer (22), Mühlenbecker Land (19), Birkenwerder (13), Löwenberger Land (11), Zehdenick (10), Leegebruch (10), Kremmen (12), Amt Gransee und Gemeinden (11), Liebenwalde (6) und Fürstenberg/Havel (2). Neun Personen sind an oder infolge einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben.
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