In der Stadtverwaltung und in den städtischen Gesellschaften wurden am Montag Notfallpläne für die Beschäftigten entwickelt. Es werde festgelegt, wer von zu Hause arbeiten könne oder wer von der Arbeit freigestellt ist. Das Bürgeramt hat keine offenen Sprechstunden mehr. Bürger sollen sich per E-Mail, Telefon oder bei Beschwerden über das Maerker-Portal an die Stadtverwaltung wenden. Alle Kontakte sind auf der Seite www.oranienburg.de zu finden. Über die Telefonnummer 03301 6005 ist die Telefonzentrale der Stadtverwaltung erreichbar.
Für dringende Anträge, zum Beispiel neue Personaldokumente erfolge die persönliche Bearbeitung nur nach vorheriger telefonischer Absprache und auch nur in zwingend notwendigen Fällen, so Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer.
Das Standesamt führt Hochzeiten weiterhin durch – allerdings mit Einschränkungen. "Um soziale Kontakte möglichst zu beschränken, wird die Hochzeitsgesellschaft während der standesamtlichen Trauung auf das Brautpaar samt Trauzeugen und gemeinsame Kinder sowie die Eltern des Brautpaars beschränkt. Die Hochzeitsgesellschaft darf maximal zehn Personen betragen", teilte die Verwaltung mit.
Trotz eingeschränkter Arbeitsmöglichkeiten in den städtischen Gesellschaften: "Wir haben die Lohnfortzahlung für alle bis zum 30. April gesichert, sagte Jürgen Höhn, Geschäftsführer der Tourismus- und Kulturgesellschaft TKO. Alle Veranstaltungen im Schlosspark und in der Orangerie wurden aber bis Ende April abgesagt. Dort wurden auch private Feiern wie Hochzeiten gestrichen. "Wir bemühen uns, mit Künstlern neue Termine zu finden", sagte Höhn. Alle bereits erworbenen Tickets würden ihrer Gültigkeit für einen Ersatztermin behalten.
Im Schlosspark bestehe die Gefahr, dass sich zu viele Besucher zu nah kämen, zum Beispiel in der Spielelandschaft, sagte TKO-Sprecherin Urte Voigt. Die TKO entschied deshalb anders als noch am Vormittag: Ab Dienstag bleibt der Park für Besucher geschlossen.
In den Tierpark Germendorf kamen im Laufe des Wochenendes 4 500 Personen – weniger als sonst an einem sonnigen Wochenende üblich, sagte Geschäftsführer Torsten Eichholz. Viele Menschen hätten in den vergangenen Tagen angerufen und gefragt, ob der Park geöffnet sei. "Wir haben weiterhin täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet." Dazu gebe es eine gemeinsame Haltung im Zoo- und Tierparkverband. "Ein Besuch bei uns ist mit einem Sonntagsspaziergang vergleichbar", sagte Eichholz.
Ebenfalls noch geöffnet ist der Filmpalast Oranienburg. Geschäftsführer Mario Narzahn rechnet aber damit, dass auch in Brandenburg die Schließung bis Mittwoch angeordnet wird. In Berlin mussten die Kinos bereits vor dem Wochenende schließen. In Oranienburg seien am Sonnabend und Sonntag mit nur 300 Besuchern deutlich weniger Menschen zu den Filmvorführungen gekommen als sonst üblich. Am Wochenende zuvor waren es noch dreimal so viele Gäste. Weniger als 50 Leute durften pro Vorstellung in einen der vier Säle. Vorsorglich wurden Besucherlisten geführt. Narzahn rechnete allerdings bereits mit einer baldigen Schließung des Kinos.