Debatte
: Vorschlag zur Vier-Tage-Woche in Oberhavel in der Diskussion

Die Gewerkschafter begrüßen Forderung der Linken nach kürzere Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich. Unternehmer sind dagegen.
Von
Emil Lauer
Oberhavel
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Microsoft hat in Japan eine Vier-Tage-Woche getestet. Dabei ist allein die Produktivität um 40 Prozent angestiegen. Zudem konnte der Softwareriese Einsparungen beim Stromverbrauch verbuchen.

Matthias Balk

Stefanie Jahn, Bevollmächtigte bei der IG Metall Oranienburg und Potsdam, und Detlef Almagro-Velazquez, Gewerkschaftssekretär des DGB in Berlin und Brandenburg, begrüßen diesen Vorstoß. „Das ist sowohl für Arbeitnehmer wie auch für Arbeitgeber attraktiv“, erklärt Jahn. Durch die Verkürzung der Arbeitszeit bestehe auch mehr Motivation für die Arbeitnehmer. Almagro-Velazquez sieht das ähnlich. „Wenn die Menschen motivierter sind, kann das auch die Produktivität steigern.“

Ein weiterer Aspekt, da sind sich beide einig, ist die positive Auswirkung auf die Gesundheit. „Derzeit verhandeln wir auch über die 35-Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie“, sagt Jahn. Für diesen Industriezweig gelten bereits im Westen seit 1996 die im Osten angestrebten 35 Stunden. „Es wäre auf jeden Fall schon mal ein Schritt in Richtung Vier-Tage-Woche“, so die Bevollmächtigte der IG Metall.

Volkmar Pohl, Vorsitzender der Betriebsrats vom Bombardier, sieht gerade in dieser Thematik Handlungsbedarf. „Die Parteien sollten sich erst einmal mit einheitlichen Arbeitszeiten in Deutschland auseinandersetzen, bevor Vorschläge zu einer Vier-Tage-Wochen gemacht werden“, erklärt er. Wichtig sei den Menschen heutzutage eine gute Balance zwischen Beruf und Familie, so Pohl. Dies wäre durch die Senkung der Arbeitsstunden teilweise gegeben. „Eine Vier-Tage-Woche ist für mich noch Zukunftsmusik. Da sind mir zu viele offene Fragen“, sagt er. Kritisch sieht es auch der Vorsitzende der Unternehmer-Gemeinschaft Hohen Neuendorf (UGHN), Michael Neber. „Ich finde den Vorschlag nicht gut“, erklärt er. Dies habe nur Nachteile für den Arbeitgeber, ergänzt er.