Die Forderungen auf den Plakaten sind knapp und knackig formuliert: "Sicherheit für Kinder und Enkelkinder" und "Für sichere Rad- und Schulwege". Gut 50 Spaziergänger und Radfahrer haben sich Samstag gegen 10 Uhr auf dem Parkplatz vor der Gaststätte "Niegisch" am Ortseingang von Schmachtenhagen eingefunden, um an der vom Heimatverein organisierten Demo teilzunehmen.
Annette Lehmann, die im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, blickt zufrieden über die Schar der Teilnehmer. "Gestern habe ich noch gedacht, hoffentlich können wir die Teilnehmer auch richtig leiten, denn im Netz hatten sehr viele Unterstützer ihr Kommen angekündigt", sagt sie. Sonnabend steht sie auf dem Parkplatz und sieht skeptisch in Richtung Himmel, denn es regnet. Doch kurz vor 10 Uhr nimmt die Zahl der Tropfen ab und die Zahl der Teilnehmer auf dem Parkplatz stetig zu.
Als Vorsitzende des Heimatverein begrüßt Katrin Kittel die Gäste und fasst kurz noch einmal zusammen, warum sie und ihre Mitstreiter an die Öffentlichkeit gehen. Die Radwege nach Schmachtenhagen seien gut ausgebaut. Doch im Ort fehlen sie oder Fußgänger und Radfahrer müssen sich die meist auch noch viel zu schmalen Wege teilen. Außerdem fehlten Überwege, dass zumindest Kinder, Jugendliche und Senioren die Bundesstraße 273 und die Landesstraße 29 sicher überqueren können. Doch das eigentlich ärgerliche daran sei, dass die Stadt Oranienburg und der Landesbetrieb für Straßenwesen bereits den Bau von sogenannten Querungshilfen für das Jahr 2019 zugesagt haben, jedoch nichts passiert sei. "Angeblich scheitert der Bau daran, dass sich die Stadt und der Landesbetrieb nicht einigen können, wer welchen Kostenanteil übernimmt. Aber das kann doch nicht dazu führen, dass die Sicherheit der Menschen und insbesondere der Kinder und Senioren darunter leidet", stellt die Vereins-Chefin fest und erhält dafür Beifall.
Die Forderungen sind deshalb klar und einfach: breite und sichere Rad- und Fußwege durch den Ort und zusätzlich sichere Straßenübergänge. Insofern haben die Organisatoren den Treffpunkt am Ortseingang bei "Niegisch" auch mit Bedacht gewählt. Von Oranienburg aus kommend müssen die Radler hier entweder die B 273 überqueren, um auf den Gehweg zu kommen oder sie müssen sich in den laufenden Verkehr auf der Bundesstraße einordnen.
Am Ernst-Thälmann-Platz biegt der Tross dann in die gerade neu gemachte Schmachtenhagener Dorfstraße ein. Gibt es dafür noch Lob, zeigt sich jedoch vor dem Ärztehaus und der sich anschließenden Schule das nächste Problem. Die Parkplätze der Ärztehausbesucher befinden sich auf der dem Gebäude gegenüberliegenden Straßenseite, ebenso eine Bushaltestelle. Vor allem in der Woche sei es schwierig, die Fahrbahn schnell und sicher zu überqueren, insbesondere aber mit einem Rollator oder eben für Kinder.
Dass sich die Verkehrssituation in Schmachtenhagen nicht überall gleichzeitig und vor allem sofort ändern lässt, ist den Teilnehmern der Demo durchaus bewusst. Was sie allerdings wollen, ist schnell beschrieben: "Fangt endlich an, Eure Versprechen umzusetzen." geht der Ruf an die Stadt und den Landesbetrieb.