Am Montag jährt sich das Starkregenereignis zum dritten Mal. Die Planung für den neuen Durchlass wurde vorgezogen. Schon vor zwei Jahren wurden dafür zunächst vier Bäume gefällt. Dann entstand eines der größten neuen Bauwerke im Ort, das die meisten Leegebrucher gar nicht wahrnehmen. Unter der Eichenallee liegt ein 24 Meter langer, zwei Meter hoher und anderthalb Meter breiter Durchlass aus Beton, der für Wartung und Reinigung begehbar ist.
Abgestimmte Maßnahme
Von Ende Juni bis Anfang Dezember 2019 wurde die Eichenallee für den Verkehr komplett gesperrt. Neben dem Durchlassneubau wurden Leitungen neu verlegt und Zufahrten umgebaut. Statt Schwalbenschwänzen gibt es jetzt dynamische Schleppkurven, damit auch große Lkw ohne Bordsteinkantenberührung um die Kurve kommen, erklärt Ingenieur Jens Pein, der mit seinem Büro auch für den Generalentwässerungsplan zuständig ist. Der Lidl-Neubau sei zeitlich abgestimmt worden, damit es bei nur einer Straßensperrzeit blieb und damit die Zufahren einheitlich asphaltiert werden konnten. Das klingt nach vorbildlicher Abstimmung und sieht nun sehr ordentlich aus, wie Bürgermeister Rother findet.
Ergänzt wurde der Durchlassbau durch breitere Gehwege mit insgesamt 120 Quadratmeter Pflaster. Die Eichenallee wurde auf 154 Metern Länge neu asphaltiert. An der nun nur noch sechs Meter breiten Verengung über dem Durchlass werden Fahrzeuge zum Langsamfahren gezwungen. Die Bordsteine wurden deshalb mit "retroreflektierenden Glasmarkierungsknöpfen" versehen, so Jens Pein. Die kleinen runden Glassteine im Boden leuchten wie LEDs, wenn sie angestrahlt werden.
Entkrautung zweimal pro Jahr
800 000 Euro hat das Vorhaben gekostet. Die Gemeinde hat es komplett allein geplant und finanziert. Bei anderen Maßnahmen zur besseren Entwässerung ist die Gemeinde auf Mitwirkung angewiesen. Die Gräben dürfen nun zweimal jährlich entkrautet werden. Unzulässige Zuflüsse werden geschlossen. Der Durchlass an der Eichenallee nimmt das Regenwasser aus drei Gräben auf. Hinzu kommt die Entwässerung der Lidl-Fläche, das Regenwasser läuft hinter dem Durchlass in den Graben.
Der alte Durchlass war zu klein und wegen zu tiefer Lage verschlammt. Das neue Bauwerk soll nun regelmäßig gereinigt werden. Dazu kommen Dammbalken an Ein- und Ausgang. So kann das Bauwerk trockengelegt werden. Die Schienen für die Balken müssen regelmäßig gereinigt und die Gummis darin gepflegt werden, mahnte Jens Pein. "Wie die Gummis beim Trabi und Wartburg."
Für die Arbeit in den Gräben konnte der Bauhof auf Beschluss der Gemeindevertreter zwei neue Stellen schaffen. Außerdem ist seit Mai Bauingenieur Maik Himpel aus Germendorf im Rathaus für den Tiefbau zuständig. Er freue sich auf die neue Herausforderung. "Unser Ziel ist es, dass die Leegebrucher auch bei Regen wieder ruhig schlafen können", sagte Himpel.
Martin Rother hört das gern. Er schaut immer noch skeptisch nach oben, wenn sich der Himmel zuzieht. Bis alle neuralgischen Punkte zur Entwässerung verschwunden sind und Leegebruch hochwassersicher ist, werden aber noch mindestens fünf Jahre vergehen.