Evakuierung in Marwitz: Panzerschreck bei Kita-Arbeiten gefunden – Sperrkreis

In Marwitz wurde auf einer Kita-Baustelle Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Ein Sperrkreis muss eingerichtet werden.
Patrick Pleul/dpa- In Marwitz wurde eine Panzerabwehrwaffe aus dem Zweiten Weltkrieg auf einer Kita-Baustelle entdeckt.
- Ein Sperrkreis wird eingerichtet, 43 Haushalte evakuiert, kontrollierte Sprengung am 2. Juli.
- Der Nahverkehr und mehrere Straßen sind vorübergehend gesperrt, Autos müssen warten.
- Der Fund birgt Explosionsgefahr, daher strenge Sicherheitsmaßnahmen.
- Rückkehr der Anwohnenden ab 12:30 Uhr geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sperrkreis, Evakuierung, Entschärfung von Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg: Solche Nachrichten kennt man für gewöhnlich vor allem aus Oranienburg. Jetzt wurde eine gefährliche Waffe aus dem Zweiten Weltkrieg in Marwitz (Oberkrämer) gefunden.
Die Gemeinde Oberkrämer hat eine Allgemeinverfügung auf ihre Homepage veröffentlicht. Am Mittwoch (2. Juli) soll es zur Entschärfung durch den Zentraldienst der Polizei und den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) des Landes Brandenburg kommen.
Wie Bauamtsleiter Dirk Eger auf Nachfrage informiert, wurde die Weltkriegsmunition bei Bauarbeiten aufgewühlt. Die Gemeinde baut gerade zusammen mit den Johannitern im Schmiedeweg eine neue Kita. „Bei Tiefbauarbeiten kam der Fund am vergangenen Donnerstag zutage“, so Eger. Gefunden wurde jedoch kein Blindgänger, wie es in Oranienburg meist der Fall ist.
Panzerschreck zieht Sperrkreis in Marwitz nach sich
Bei der zufälligen Entdeckung handelt es sich um einen sogenannten Panzerschreck. Die offizielle Bezeichnung ist Raketenpanzerbüchse 54. Im Volksmund wurden diese Abwehrwaffe auch Ofenrohr genannt. Sie wurde – meist im Team –von der Schulter aus abgeschossen, um anrollende Panzer zu brechen. Der Panzerschreck gilt als angepasste Eigenentwicklung der amerikanischen Bazooka.
Die Weltkriegsmunition wird nach wie vor als gefährlich eingestuft. „Da es jederzeit zu ungewollten Detonationen kommen kann, die wiederum lebensgefährliche Verletzungen der sich in der Nähe aufhaltenden Personen verursachen können, empfiehlt der KMBD die Räumung des gefährdeten Bereichs“, begründet die Gemeinde die Entscheidung für eine Evakuierung.
Der Panzerschreck ist nicht transportfähig. Der KMBD muss die Waffe deshalb vor Ort kontrolliert sprengen. Dafür wird ein Sperrkreis rund um den Fundort eingerichtet. Ab 9 Uhr darf sich am Mittwoch keine Person mehr im Sperrkreis aufhalten. Laut Dirk Eger sind 43 Wohngrundstücke betroffen. Infozettel wurden an die Anwohnenden verteilt.
Der Panzerschreck wurde in 1,50 Meter Tiefe gefunden. Besondere Vorkehrungen – in Oranienburg kommen oft Spundwände oder Container zum Einsatz – müssen nicht getroffen werden. „Die Grube ist abgedeckt“, so Eger. „Das sollte für dieses Kaliber reichen.“ Der Fund werde keinen Schaden anrichten. Auf der Baustelle stehen Baucontainer und ein Kran.
Das ist der Sperrkreis am 2. Juli in Marwitz:
Am Dienstag (1. Juli) soll es noch einmal eine Beratung auf der Kita-Baustelle geben. Sicher ist schon jetzt: Der Busverkehr der Oberhavel Verkehrsgesellschaften (OVG) ist betroffen. Die Linien 811 (Hennigsdorf–Marwitz–Bötzow), 812 (Neu-Vehlefanz–Schwante–Eichstädt–Bötzow) und 824 (Oranienburg–Velten–Marwitz–Hennigsdorf) werden umgeleitet.
„Die Busse der Linien 811 und 824 können die Haltestellen in der Lindenstraße und an der Turnhalle Marwitz nicht anfahren“, teilt die OVG mit. „Fahrgäste, die nach Oranienburg oder Hennigsdorf wollen, können alternativ die Haltestellen am Veltener Kuschelhain und am Marwitzer Kreisverkehr nutzen.“ Die Busse der Linie 812 pendeln zwischen Neu-Vehlefanz und der Haltestelle Marwitzer Heide, der Ortsteil Bötzow wird für die Dauer der Bombenentschärfung nicht angefahren.
Mehrere Straßen für Sprengung in Marwitz gesperrt
Auch der Autoverkehr soll ab 9 Uhr nicht mehr durch Marwitz fließen. „Wir halten für 20, vielleicht 30 Minuten den Verkehr an“, so Eger. „Die Autos müssen an den Absperrungen warten.“ Diese befinden sich an der Berliner Straße, der Lindenstraße und der Breite Straße.
Doch die kontrollierte Sprengung soll, geht alles gut, nicht viel Zeit in Anspruch nehmen. Gegen 12.30 Uhr soll der Schulbus wieder durch Marwitz fahren und die Menschen wieder in ihre Häuser kommen.
Dirk Eger appelliert noch einmal an alle, sich an die Regeln zu halten und ihre Häuser auch rechtzeitig zu verlassen. „Es ist es umso wichtiger, dass sich keine Personen mehr im Sperrkreis aufhalten, damit wir die Situation schnell auflösen können“, so Eger. Durch Ordnungskräfte der Gemeinde Oberkrämer und der Polizei wird kontrolliert und sichergestellt, dass alle Personen den Sperrkreis verlassen haben.


