Feuerwehr: Das TAZ lässt auf sich warten
Vordergründig ist noch nichts zu sehen. Weder haben Bagger auch nur einen Meter Erde bewegt, noch wurden Bauzäune oder wenigsten ein Hinweisschild aufgestellt. Bislang ist das dreieckige Gelände am nordwestlichen Stadtrand von Oranienburg ein unbeschriebenes Blatt. Hinter den Kulissen ist aber schon viel Papier bewegt und beschrieben worden. Die Planer hatten und haben alle Hände voll zu tun, um die Brachfläche, die weitestgehend von der Germendorfer Allee, der Tiergartenstraße und der Straße An den Eichen umschlossen wird, mit Leben zu füllen.
Der Landkreis hatte nach dem Kreistagsbeschluss zum TAZ im Oktober 2018 umgehend „alle nötigen Maßnahmen zur Erlangung baurechtlicher Erfordernisse eingeleitet“, wie die Kreisverwaltung auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt. Die frühzeitige öffentliche Beteiligung sei erfolgt. „Wir gehen davon aus, dass die Stadtverordnetenversammlung Oranienburg den Beschluss zum Bebauungsplan Ende 2020 fasst“, heißt es weiter. Parallel zum B-Plan-Verfahren seien erste Planungsleistungen erfolgt. Dass das so lange dauert, ist nicht ungewöhnlich. Bebauungsplan-Verfahren dieser Größenordnung ziehen sich ohne Weiteres über zwei Jahre hin, heißt es aus Oranienburg. Noch gar nicht eingerechnet, sind in dem Zeitplan die Einsprüche von Institutionen und Bewohnern, die die Umsetzung verzögern könnten. Zur Jahreshauptversammlung des Feuerwehrverbandes Oberhavel am 7. März in Oranienburg wird der zuständige Dezernent, Matthias Rink (CDU), Informationen zum aktuellen Planungsstand präsentieren.
Granseer Standort zu klein
Unabhängig davon steht fest, dass die Feuerwehrleute Oberhavels künftig ein rund 13 000 Quadratmeter großes Technik-und Ausbildungszentrum erhalten, weil der alte Stützpunkt in Gransee längst viel zu klein und zu alt geworden ist. Schon im Oktober 2017, also vor mehr als drei Jahren, war beschlossen worden, dass ein alternativer Standort gesucht wird. Denn das feuerwehrtechnische Zentrum in Gransee an der Berliner Straße 22 ist an dieser Stelle nicht erweiterungsfähig.
Trotz der Proteste aus dem Norden spricht für Oranienburg die zentrale und verkehrsgünstige Lage am Stadtrand. So ist die Auffahrt zur Bundesstraße 96 neu nur etwa 1 300 Metern entfernt und die Retter rasch am Ziel. Auf dem Grundstück in Oranienburg können zudem problemlos die nötigen rund 4 000 Quadratmeter großen Gebäudeflächen mit einem Lehrgebäude, Werkstatt- und Lagerbereich, mehreren Fahrzeughallen sowie verschiedenen Außenflächen für Ausbildungszwecke und weiteren Stellflächen entstehen. Außerdem wäre im Außenbereich noch viel Platz für die Ausbildung und zum Üben für die Brand- und Katastrophenschützer vorhanden.
Viel Platzfür Gebäude
Die landkreiseigene Liegenschaft für das TAZ befindet sich nahe der Polizeidirektion Oberhavel im Luisenhof.
Das Grundstück umfasst exakt 34 143 Quadratmeter. Davon sollen rund 13 000 Quadratmeter bebaut werden.
Auf rund 4 000 Quadratmeter können ein Lehrgebäude mit integriertem oder auch separatem Werkstatt- und Lagerbereich entstehen sowie mehrere Fahrzeughallen.
Der Landkreis will für das neue Zentrum sechs bis acht Millionen Euro investieren.⇥bu


