Finanzen: Oberhavel drohen Millionenverluste

Übersicht über Mindereinnahmen und Mehrausgaben
Burkhard KeeveSowada geht noch in diesem Jahr von einer Differenz in Höhe von 22 bis 28 Millionen Euro aus, „die im Haushalt fehlen werden“. Die Krise hat zur Folge, dass auch der finanzstarke Landkreis künftig mit „deutlichen Mindereinnahmen und gleichzeitig mit deutlichen Mehrausgaben rechnen muss“, erläuterte Sowada. So hat der Kreis in der Krise bis jetzt Sonderausgaben in Höhe von einer Million Euro zum Beispiel für Schutzmasken, IT–Lizenzen oder zusätzlichen Wachschutz gehabt.
Die größten Löcher in den Kreishaushalt werden nach Ansicht des Kämmerers die Mindereinnahmen bei den Schlüsselzuweisungen vom Land für den Kreis Oberhavel sowie eine geringere Kreisumlage sein. Sowada betonte dabei: „Von Schlüsselzuweisungen und der Kreisumlage leben wir.“ Bei den Schlüsselzuweisungen rechnet Sowada mit einem Minus von 5 bis 6 Millionen Euro, bei der Kreisumlage sogar mit 9 bis 10 Millionen Euro. „Wir werden bei der Kreisumlage auf einen Stand von 2017 zurückfallen“, schätzt Sowada. Das entspreche einem Rückgang von etwa zehn Prozent. Der Kämmerer machte den Abgeordneten klar, dass die finanziellen Auswirkungen über Jahre hin zu spüren sein werden, auch weil die Coronakrise noch nicht überwunden sei. Gleichzeitig betonte er, dass es zahlreiche Unsicherheiten gebe. „Wir wissen zum Beispiel nicht, wie das Land die Mindereinnahmen verrechnet“, so Norman Sowada, oder ob die Rettungsschirme vom Bund über das Land auch beim Kreis ankommen.
Um die Wucht der aufgezeichneten Finanzkrise abzufedern, „müssen wir uns über Einsparungen Gedanken machen. Alles muss auf den Prüfstand“, so Norman Sowada.
