Fotogruppe „SichtWeisen“: Ausstellung thematisiert einsame Orte
Karin Hohensee hat ein verlassenes Bergdorf in Norwegen fotografiert. „Wie konnten die Menschen dort leben?“, fragt sie sich noch immer. Petra Witte hat ihr Bild eines verrosteten Schiffswracks mit „RETTUNGsring“ betitelt. Den Ring nimmt der Betrachter erst auf den zweiten Blick wahr. Überhaupt wirken manche Fotografien wie Fenster, durch die man die einsamen Orte anschaut, ohne dass sie betreten werden müssen.
Doch nicht alle Fotografen haben sich den Spuren des Verfalls gewidmet. Auf Reinhard Musolds Bild „Lichtblick in der Einsamkeit“ quält sich die Sonne durch eine Nebelwand. Simone Neumanns „Einsam und berühmt“ zeigt einen anderen Blick auf den Yellow–Stone–Nationalpark in Amerika abseits der farbenprächtigen Quellen und Wasserbecken. Renate Lau hat sich auf eine ganz andere Art und Weise dem Thema „Einsame Orte“ genähert: Ein Obdachloser liegt unter einer Plakatwand. „Wohnen im Schlaraffenland“ nennt sie ihr Foto. „Viele wollen schöne Bilder zeigen“, sagt sie, „ein Obdachloser kommt da vielleicht nicht so gut an“. Zum Thema passt ihr Bild allemal.
Insgesamt 32 Fotografien von 22 Künstlerinnen und Künstlern sind in diesem Jahr im Internatsbereich des Berufsförderungswerkes ausgestellt. Alle Bilder strahlen eine enorme Tiefe aus, wie Bürgermeister Filippo Smaldino–Stattaus (SPD) betonte. „Es ist mein Thema und ich bin dankbar dafür. Das Leben ist endlich. Es geht um Lebenszeit.“
„Einsame Orte“ ist die elfte Ausstellung der Fotokünstler aus dem Mühlenbecker Land. Reinhard Musold, der neben Norbert Kohlhoff die Gruppe seit viele Jahre leitet, wurde mit einem Blumenstrauß gedankt.
Die Ausstellung befindet sich im Berufsförderungswerk Berlin–Brandenburg, Kastanienallee 25, in Mühlenbeck und kann zu den Öffnungszeiten besucht werden.

