Fußball
: „Wir hatten nicht das Gefühl, geschlagen zu sein“

Andor Müller, bester Torschütze des Masters, spricht über den Turniersieg seines TuS 1896 Sachsenhausen
Von
Stefan Zwahr
Oranienburg
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Traf fünffach: Sachsenhausens Andor Müller (hier rechts im Zweikampf mit Oranienburgs Randy Kretschmann)

Kenny Fuhrmann

Sie haben das Masters zum vierten Mal gewonnen. Verliert dieses Turnier dadurch irgendwie seinen Reiz?

Nein, auf keinen Fall. Dieses Turnier ist nicht die Welt, aber für Oberhavel-Verhältnisse ein überragendes Turnier. Es verliert nie seinen Reiz. Sich mit den acht besten Teams zu messen, ist toll und macht Spaß. Dir schenkt hier keiner was. Die Fans waren Wahnsinn. Was die Anhänger von Velten und Zehdenick schon bei der Vorstellung abgerissen haben, ist geil gewesen. Oranienburg hat sich als Organisator sicherlich bestätigt gefühlt mit dem Andrang, der vorherrschte.

In der Vorrunde drohte dem TuS schon das Aus. Wie haben Sie das erlebt?

Wenn du so schlecht startest in ein Turnier und am Ende als Sieger dastehst, ist das irre. Im ersten Spiel waren wir nicht schlecht, haben aber nicht das gemacht, was wir wollten. Das hat man dann auch gerade gegen Hennigsdorf gesehen. Zum Glück haben wir gemerkt, dass das nicht zum Erfolg führt. Wir haben dann an zwei, drei Stellschrauben gedreht. Ab dem Spiel gegen Velten war es souverän.

Im Endspiel führte der OFC 2:0. Haben Sie da den Glauben an den Titel verloren?

Nach dem 0:2 nicht. Eher nach der Situation, wo Christopher Groll den Ball gegen das Standbein bekommt, der Ball zum Tor kullert und von der Linie geholt wird. Da denkst du, „jetzt klappt wahrscheinlich nichts mehr“. Aber wir sind ruhig geblieben und haben das Spiel aufgezogen, das wir wollen und können. Dann ist es ein Selbstläufer. Wir hatten nicht das Gefühl, nach dem 0:2 geschlagen zu sein. Es waren auch erst sieben Minuten gespielt. Da ist noch nichts abgegessen.

Und hatten Sie die Torjägerkrone innerlich schon abgehakt, weil Ihr Teamkollege Florian Schulte vor dem Endspiel bereits fünf Treffer hatte?

Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Erst 14 Sekunden vor dem Ende des Endspiels fragte ,Flo’, wie viele Tore ich gemacht habe. Wir hatten beide fünf und mussten ins Entscheidungsschießen. Da hat es für mich gereicht. Im Endeffekt wäre es auch schön gewesen, wenn er es geworden wäre. Die Ehrung bleibt trotzdem im Verein. Wir sind ein Team. Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Das haben wir ab dem dritten Spiel auf das Parkett gebracht.

Abschied vom TuS

Florian Schulte dribbelte am Sonnabend zum vorerst letzten Mal im Trikot des TuS 1896 Sachsenhausen auf. Der 21-Jährige, der 2017 vom BFC Dynamo kam, absolviert in den kommenden Monaten ein Auslandssemester.

Der Abschied „war für mich überragend“. Der Anfang sei etwas holprig gewesen. „Wir haben dann eine klare Ansage bekommen und haben das gut umgesetzt. Wir sind ein Team und haben das Ding gerockt.“

Mit fünf Toren hatte „Flo“ maßgeblichen Anteil am TuS-Erfolg, erzielte unter anderem das zwischenzeitliche 2:1 im Halbfinale gegen Altlüdersdorf. „Für mich persönlich ist es einfach super gelaufen.“

Die Torjägerkrone ging letztlich an Andor Müller (ebenfalls fünf Treffer), der im Neunmeterschießen gewann. „Am Ende gegen Andor verloren zu haben, ist total egal.“⇥(sz)