Angesprochen auf ein Fazit zum 4:1-Erfolg seines SV Babelsberg 03 im Landespokal-Achtelfinale, musste Daniel Frahn erst einmal etwas loswerden. „Bei der Nummer 10 des Oranienburger FC Eintracht frage ich mich, um ganz ehrlich zu sein, was dieser Spieler hier macht. Ohne respektlos zu klingen, aber ich denke, dass gerade er deutlich höher spielen kann.“
71 Minuten lang hatte zuvor eben jene Nummer 10 bis zur Auswechslung gegen den haushohen Favoriten aus der Regionalliga immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Mit technisch anspruchsvollen Aktionen und ordentlich Zug zum Tor. „Ein Lob von einem solchen Fußballer zu hören, ist natürlich schön. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre“, sagt Oranienburgs Miguel Unger, der Daniel Frahn mit seinem Auftritt ganz offenbar mächtig beeindruckte.

Beeindruckende Vita

Der 33-jährige Babelsberger blickt schon jetzt auf eine ereignisreiche Karriere zurück. 34 Zweitligaspiele (5 Tore), 117 Einsätze in der 3. Liga (49 Tore) sowie 256 Partien in der Regionalliga (141 Tore) sind unter anderem in der Vita des Mannes zu finden, der zwischen 2010 und 2015 seinen Teil zum steilen Aufstieg von RB Leipzig beisteuerte.
Das sind Sphären, von denen wohl die meisten Fußballer träumen – Miguel Unger selbst auch? „Ausgeschlossen ist es nicht, dass ich nochmal höherklassig spiele. Es muss aber einfach auch immer alles passen, und gerade fühle ich mich hier sehr wohl. Ich habe unfassbar viel Spaß“, sagt der 25-Jährige, der nur zu gern die Begründung dafür liefert, was ihn beim OFC Eintracht hält. „Ich spiele hier einfach sehr gerne mit meinen Freunden und habe einfach derart viel zu tun, dass ich nicht mehr trainieren kann und das auch nicht mehr will. Mein Körper macht das, glaube ich, nach einigen Verletzungen auch nicht mehr mit.“

Kein Übergewicht mehr

Jungs wie Unger seien der Grund, weshalb der SV Babelsberg 03 im Landespokal keinen vermeintlichen Underdog auf die leichte Schulter nehme. „Letztlich haben wir gegen die Eintracht nicht viel anbrennen lassen und es dem Gegner extrem schwer gemacht. Oranienburg hat aber einige Spieler dabei, die gut kicken können. Man hat es an unserer Aufstellung gesehen, wie ernst wir das nehmen. Etwas anderes können wir uns nicht erlauben. Dafür sind die Mannschaften in den unteren Ligen mittlerweile einfach zu gut. Es ist nicht mehr so wie früher, dass man gegen Mannschaften spielt, in denen alle zehn Kilogramm Übergewicht haben.“

Stimmen und Stimmung:

„Nicht zwischen ganz oben und ganz unten herumschwirren“
OFC Eintracht
Luca Sammartano, Torhüter: „In den 90 Minuten gegen Babelsberg haben wir einige Sachen wirklich gut umgesetzt. Natürlich erkennt man dann trotzdem auf Dauer einen Klassenunterschied. Nur in den ersten 25 Minuten hat man den nicht großartig erkennen können. Ansonsten war es für uns eine gute Trainingseinheit, aus der wir viel mitnehmen können, um die Negativserie, die wir haben, zu beenden. Im Endeffekt ist es unser Ziel, in der Liga etwas nach oben zu schielen. Wir wollen nicht irgendwo zwischen ganz unten und ganz oben in der Tabelle herumschwirren.“
Sebastian Knaack: „Gegen Mannschaften wie Babelsberg wird der kleinste Fehler bestraft. Das muss einem schon im Vorfeld bewusst sein. Es macht aber großen Spaß, sich mit Fast-Profifußballern zu messen. Wir hatten aber auch selbst ganz gute Phasen im Spiel dabei. Allerdings war es dann oft wie in den vergangenen Wochen bei uns: Der letzte Pass hat gefehlt. Es gibt aber auch einiges, was wir aus dieser Pokalpartie mitnehmen können. Wir haben defensiv gut verschoben und eine gewisse Zweikampfhärte eines höherklassigen Gegners angenommen. Wenn wir das mitnehmen, sollte es auch in der Liga wieder mit einem Sieg klappen. Dort sollten wir cleverer vor dem Tor sein und auch mal in Führung gehen. Wenn wir das machen, haben wir auch wieder Selbstvertrauen. Das verlorene Derby gegen Sachsenhausen ist bei mir komplett aus dem Kopf raus.“
Randy Kretschmann: „Gegen Babelsberg hat es schon sehr viel Spaß gemacht. Ich mag solche Spiele, in denen man der Underdog ist und nichts zu verlieren hat. Gerade in den ersten 25 Minuten hat unser Spiel richtig gut ausgesehen, und doch lagen wir 0:2 zurück. Allein vom Spielerischen her war es aus unserer Sicht viel besser als im Derby gegen Sachsenhausen. Wir nehmen daher nur Positives für die kommenden Aufgaben in der Liga mit. Wir haben jetzt mit Eberswalde und Eisenhüttenstadt wichtige Spiele vor uns. Da haben wir die Möglichkeit, wieder in die Spur zu kommen. Das müssen wir unbedingt.“