Eigentlich war er nie weg. Und doch ist der dritte Spieltag der Fußball-Brandenburgliga so etwas die die Rückkehr des Jerome Malanowski. Die Wiederauferstehung des Kapitäns vom Oranienburger FC Eintracht.
Als der 33-Jährige in der 24. Minute zum Kopfball hochstieg und mit seinem Tor zum 2:1 die Partie gegen Grün-Weiß Lübben (Endstand 5:1) endgültig drehte, war niemand zu halten. Der Jubel bedeutete mehr als die Freude über diesen völlig verdienten Treffer.

Fehler bestraft

„Natürlich“ sei da mehr gewesen, sagt Jerome Malanowski. „Ich war in der vergangenen Woche gegen Frankfurt nicht im Kader. Und das aufgrund meiner unterirdischen Leistung am ersten Spieltag gegen Altlüdersdorf völlig zurecht. In dieser Partie habe ich zwei Tore verschuldet.“
Sein Treffer gegen Lübben bezeichnet der Oranienburger deshalb als „mega befreiend. Auf der einen Seite, weil es das 2:1 war, und auf der anderen Seite, weil ich wieder das Vertrauen der Mannschaft und der Trainer bekommen habe und das auch ein Stück weit zurückgeben konnte“. Dass sich jeder mit ihm freute, sei „ein deutliches Zeichen, was für eine Mannschaft wir in diesem Jahr sind“.

Noch lange am Ball

Dabei waren die Tage nach dem eigenen desaströsen Auftritt im Heimspiel für den OFC-Kapitän alles andere als einfach. Trotz vieler aufbauender Nachrichten, welche Jerome Malanowski danach erreichten. Er wäre natürlich nur zu gerne auch am zweiten Spieltag aufgelaufen. Dazu kam es jedoch nicht. „Ich habe daher sehr viel nachgedacht. Jetzt bin ich der Meinung, dass ich die richtige Antwort gegeben und gezeigt habe, dass ich noch nicht zum alten Eisen gehöre und noch ein, zwei Tage spielen kann und das auch möchte.“ Und das im besten Fall noch sehr lange mit und in diesem Team. Deshalb gehe es letztlich auch nicht um ihn. „Am Wichtigsten ist am Ende der Sieg mit der Mannschaft“, sagt Jerome Malanowski, der am Sonnabend auch ein Gerücht aus der Welt räumte. Dass er nach seiner Auswechslung in der Halbzeit gegen Altlüdersdorf auf direktem Weg die Sportanlage verlassen habe, „ist nicht war. Ich habe an diesem Tag nur am Mannschaftsabend nicht teilgenommen, was aber vorher klar war“.

Trainer beeindruckt

Wie seine Elf bis auf eine Schwächephase zu Beginn den Gast aus Lübben beherrschte, beeindruckte Oranienburgs Trainer Enis Djerlek. „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir schon einmal zwölf Tore an den ersten drei Spieltagen erzielt haben“, sagt der Coach des neuen Brandenburgliga-Spitzenreiters. Am Sonnabend waren sogar mehr Treffer als die fünf gegen Grün-Weiß möglich. Selbst Abwehrmann Jerome Malanowski war drauf und dran, einen zweiten, eigenen Treffer nachzulegen. „Ich freue mich für die Jungs im Allgemeinen und für unseren Kapitän im Speziellen, der eindrucksvoll zurückgekommen ist. Und das nicht nur wegen seinem Tor, sondern auch wegen der Art und Weise, wie er gefightet hat“, sagt Djerlek.