Gebühren in Hohen Neuendorf: Preis für Abwasser steigt – was auf die Einwohner zukommt

Abwasser entsteht nicht nur auf der Toilette. Auch beim Abwaschen und Duschen wird Abwasser produziert, das in einem Klärwerk gereinigt werden muss. Im kommenden Jahr sollen die Gebühren in Hohen Neuendorf für die Abwasserentsorgung angehoben werden.
Wolfgang Kumm/dpa- Hohen Neuendorf plant 2025 die Erhöhung der Abwassergebühren.
- Mengengebühr steigt von 3,13 auf 3,66 Euro pro Kubikmeter; Grundgebühr von 91,25 auf 120,50 Euro.
- Für ein Einfamilienhaus bedeutet das eine jährliche Mehrbelastung von 61,05 Euro.
- Gründe: gestiegene Kosten für Materialien, Wartung, Personal und Energie.
- Entscheidung fällt auf der Novembersitzung der Stadtverordneten.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Als zweitgrößte Stadt in Oberhavel produzieren die gut 27.000 Einwohner plus Besucher jedes Jahr mehr als eine Million Kubikmeter Abwasser. Der Eigenbetrieb der Stadt kümmert sich um die Entsorgung und den Betrieb des Kanalnetzes sowie der Pumpen.
Die Kosten für die Entsorgung tragen die Nutzer. Es gibt eine Grundgebühr und eine Mengengebühr. Im vergangenen Jahr wurde ein Minus erwirtschaftet. Das hat nun Folgen für die Einwohner. Die Stadt plant, die Gebühren in 2025 zu erhöhen.
Steigender Preis in Hohen Neuendorf trifft auch den Eigenbetrieb
Alle zwei Jahre müssen die Gebühren zur Entsorgung des Abwassers in Hohen Neuendorf überprüft werden. „Die neue Kalkulation hat ergeben, dass der derzeit verlangte Preis nicht mehr kostendeckend ist. Die allgemeine Preissteigerung hat uns auch getroffen“, sagt Lothar Wolf, Leiter des Eigenbetriebs. Die Kosten für Materialien, Wartung, Personal und Energie seien gestiegen, nennt er einige Beispiele. Deshalb sei die Gebührenerhöhung nicht wirklich überraschend.
Fakten zum Abwasser
Das Abwassernetz der Stadt Hohen Neuendorf ist 36 Kilometer lang. 25 Pumpwerke sorgen dafür, dass das Abwasser zum Klärwerk Wansdorf kommt. In Hohen Neuendorf gibt es rund 9250 Anschlüsse.
Der Ortsteil Stolpe bildet eine Ausnahme. Das Dorf wird in Richtung Berlin entsorgt.
Deshalb sollen zum kommenden Jahr die Gebühren neu festgesetzt werden. Vorgeschlagen wird, die Mengengebühr von 3,13 Euro auf 3,66 Euro pro Kubikmeter (+ 0.53 Euro) und die jährliche Grundgebühr von 91,25 Euro auf 120,50 Euro (+ 29,25 Euro) zu erhöhen. Für ein Einfamilienhaus, in dem zwei Personen wohnen, bedeutet das durchschnittlich eine jährliche Gesamt-Mehrbelastung von 61,05 Euro (+21.9 Prozent).
Familien (3 bis 5 Personen) müssen pro Jahr mit durchschnittlich 115,25 Euro zusätzlich rechnen (+19,4 Prozent). „Das ist angesichts der allgemeinen Preissteigerungen, die mit Verzögerung auch uns getroffen haben, eine humane Erhöhung“, erklärt Lothar Wolf. Diese Summe ist jedoch abhängig vom individuellen Verbrauch und kann höher oder auch niedriger ausfallen.
Höhere Grundgebühr reduziert Mengengebühr
Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Mengengebühr in Hohen Neuendorf damit um 1,36 Euro pro Kubikmeter gestiegen.
Um den Kubikmeterpreis ab 2025 in Grenzen zu halten, ist die Grundgebühr stärker erhöht worden. Wäre sie bei 91,25 Euro pro Jahr geblieben, müsste laut Kalkulation der Kubikmeterpreis ab dem nächsten Jahr 3,92 Euro betragen.

Das meiste Abwasser aus Hohen Neuendorf wird im Klärwerk in Wansdorf gereinigt. Die Anlage gehört den Berliner Wasserbetrieben (BWB).
Berliner WasserbetriebeDer Grubenpreis ist nahezu stabil: Die Kosten für die Entsorgung von Gruben sinken minimal um zwei Cent auf 25,40 Euro pro Kubikmeter. Im Stadtgebiet gibt es noch rund 250 Gruben – zumeist auf Erholungsgrundstücken oder auf abgelegenen Grundstücken wie Havelhausen. Hier fallen jährlich etwa 2800 Kubikmeter an.
Einwohner verbrauchen weniger Trinkwasser
Nach Einschätzung des Werkleiters ist die wirtschaftliche Lage des Eigenbetriebs Abwasser stabil. „Wir stehen auf soliden Füßen und sehen zuversichtlich der Zukunft entgegen“, lautet die Bilanz des Werkleiters.
Im kommenden Jahr investiert die Stadt wieder in die Instandhaltung und Modernisierung des Kanalnetzes, zum Beispiel am Pumpwerk am Reiterplatz. Zudem soll 2025 eine Leitung, die derzeit unter einem Privatgrundstück liegt, im Zuge der Erweiterung des Marie-Curie-Gymnasiums umverlegt werden. Die Investitionssumme beträgt 1,3 Millionen Euro. Dafür soll ein Kredit in nahezu gleicher Höhe aufgenommen werden.
Lothar Wolf geht davon aus, dass die Zahl der Einwohner in den nächsten Jahren durch verstärkten Zuzug wachsen wird. Ob damit aber auch die Abwassermenge steigen wird, ist offen. „Der Verbrauch von Trinkwasser geht zurück“, hat Wolf festgestellt. „Die Menschen gehen damit offenbar sparsamer um.“
Die abschließende Entscheidung wird auf der Novembersitzung der Stadtverordneten fallen. Zuvor wird das Thema ein weiteres Mal im Hauptausschuss am 5. November (18.30 Uhr, Rathaus, Livestream wird angeboten) beraten.

