Geburtstag: Lehrerin aus Leidenschaft

Typischer Lehrerhaushalt: Das ganze Zimmer voller Bücher. Filippo Smaldino, Bürgermeister des Mühlenbecker Landes gratulierte Ingeborg Wunschel zum 90. Geburtstag.
Heike Weißapfel„Ich wollte immer Lehrerin werden, schon als Kind“, erzählt Ingeborg Wunschel Bürgermeister Filippo Smaldino, der zum Gratulieren vorbeigekommen und von der eleganten alten Dame gleich ganz eingenommen scheint. 1949 kam sie als junge Frau nach der Ausbildung nach Schildow. „Ich hab den Beruf ja dann auch 40 Jahre durchgestanden“, sagt sie. Wenn sie sich an die Zeit in der Schildower Grundschule erinnert, an die Kinder und das Kollegium, in dem sie freundliche Aufnahme fand, leuchten ihre Augen hinter der randlosen Brille. Vorwiegend hat sie in der Unterstufe unterrichtet. Die Schule war damals im heutigen Hort neben der Europaschule.
Die vollen Bücherregale in der gemütlichen Wohnung zeugen von dem kulturellen Interesse, das sie auch mit ihrem Ehemann Hans teilte. Auch insofern war die Berufswahl offenbar richtig. Denn kennengelernt hat sie den Mathelehrer damals in der Lehrerbildungsanstalt. Er folgte ihr in den 1950er–Jahren nach Schildow. Hans Wunschel ist 95 Jahre alt und nicht mehr gesund. Sie braucht nun alle Kraft für sie beide. Der 63–jährige Sohn Karsten geht seinen Eltern zur Hand, wann immer er kann, und einen Enkel sowie zwei Urenkel, die etwas weiter weg wohnen, zählen außerdem zu ihrer Familie.
Die gebürtige Liebenwalderin, die in Hammer aufgewachsen ist, bezeichnet sich inzwischen als Schildower „Urgestein“. Und natürlich ist sie vielen bekannt. Ihre Schüler von damals treffe sie noch gelegentlich, sagt Ingeborg Wunschel, meist beim Einkaufen, in der Apotheke oder auch beim Arzt — denn sie kommen ja schließlich auch allmählich in die Jahre.