"Einfach erschossen"
Die Veranstaltung fand auf Deutsch und auf Tschechisch statt – jeweils zwei Schüler der beiden Gymnasien berichteten über einen der tschechischen Studenten. Die jungen Leuten waren nach einer Protestaktion verhaftet worden. Mit vorgetragenen Zitaten, Briefen und Interviews der ehemaligen Häftlinge wurden die Zuhörer in die Lage der im Arbeitslager gefangenen Studenten versetzt. "In den Augen der Nazis waren die Sowjets minderwertig. Sie wurden bei vermeintlichen Arztbesuchen einfach erschossen. Jüdische Gefangene mussten ihre Knochen zermahlen. Sie mussten bei Sturm und Regen schwere Zementsäcke schleppen oder stundenlang unbewegt auf dem Appellplatz stehen", erklärten die Schüler. Dabei wurden die Schicksale von František Teplý, Josef Capek und anderen tschechischen Studenten mit einer Bilder-Präsentation begleitet. Zusätzlich wurden deutsche und tschechische Musikstücke gespielt. Das zu gleichen Teilen deutsche und tschechische Publikum sang stellenweise sogar mit.
Im Gedenken an die Häftlinge, von denen 18 die Zeit im KZ nicht überlebten, wurde am Ende der Veranstaltung ein Kranz mit blau-rot-weißen Wimpeln am Gedenkstein für die tschechischen Studenten niedergelegt, während die Schüler mit brennenden Kerzen einen Halbkreis um den Gedenkstein gebildet hatten. An der Veranstaltung nahm auch Milan Coupek, Gesandter der tschechischen Botschaft teil.