Glatteis auf A24 und A10: Flüsterasphalt in Birkenwerder wird gefährliche Eisbahn

Spiegelglatte Fahrbahn auf der A10: Blitzeis führte auf dem nördlichen Berliner Ring zwischen Birkenwerder und Mühlenbeck und auf der A24 bei Neuruppin zu erheblichen Verkehrseinschränkungen. Es gab zahlreiche Unfälle, besonders im Bereich des Flüsterasphalts bei Birkenwerder, und mindestens zwei Schwerverletzte.
P. Neumann- Blitzeis auf A10/A24: zahlreiche Unfälle, lange Staus seit frühem Freitag (6. Februar).
- A10 Birkenwerder–Mühlenbeck: Pkw überschlug sich, zwei Schwerverletzte.
- Polizei lotste Streuwagen durch Rettungsgasse; Lkw stellten sich quer.
- A24 Neuruppin-Süd: Lkw mit Anhänger im Graben; rechte Spur/Standstreifen blockiert.
- Vollsperrung zur Bergung möglich; Glatteiswarnung bis 12 Uhr verlängert.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mehrere witterungsbedingte Unfälle auf dem nördlichen Berliner Ring (A10) und auf der A24 haben sich am frühen Freitag (6. Februar) ereignet. Das führte zu Behinderungen in Richtung Hamburg und zu langen Staus. Autofahrer mussten zeitweise mehr als eine Stunde warten.
Die Polizei ist seit Stunden vor Ort und sondiert die Lage. Nach erster Erkenntnis geriet wegen der glatten Fahrbahn kurz vor 7 Uhr zwischen Mühlenbeck und Birkenwerder ein Pkw von der Autobahn ab, überschlug sich und landete auf dem Dach im Seitengraben.
Die beiden eingeklemmten Insassen konnten mit hydraulischem Rettungsgerät, Säbelsägen und weiterem Spezialgerät aus dem Fahrzeug befreit werden. Sie kamen schwer verletzt ins Krankenhaus.
Zudem krachte ein Transporter in die Leitplanke. Hier blieb es wie bei weiteren „Ausrutschern“ offenbar nur bei Blechschaden und leichten Verletzungen.
Insgesamt war das Teilstück zwischen Mühlenbeck und Birkenwerder bis etwa 9.45 Uhr vier Stunden lang gesperrt.
Polizei lotst Streufahrzeug durch die Rettungsgasse
Die Fahrbahn war so glatt, dass die Autobahnpolizei am Morgen weitere Streufahrzeuge anforderte und durch die Rettungsgasse lotste. Das gestaltete sich aber kompliziert, weil sich bereits mehrere Lkw quer gestellt hatten.

Zwei Insassen dieses Autos wurden am Freitagmorgen auf der A10 bei Birkenwerder bei einem Unfall schwer, aber nicht lebengefährlich verletzt. Sie kamen ins Krankenhaus.
P. NeumannDer Flüsterasphalt, der im Zuge des Ausbaus des nördlichen Berliner Rings bei Birkenwerder auf einer Länge von drei Kilometern verbaut wurde, erweist sich bei der aktuellen Wetterlage offenbar als besonders tückisch. Der Belag ist spiegelglatt, weil in die offenporige Struktur, die den Lärm reduziert, Flüssigkeit eindringt. Durch Frost und Eisregen wurde der Asphalt schnell zur Eispiste.
Die Havelland-Autobahn GmbH versprüht in der Regel schon vor Frostbeginn auf dem Flüsterasphalt eine Lauge, die das verhindern soll. Donnerstagnacht waren laut Feuerwehr auch mehrere Fahrzeuge dort unterwegs. Die Havelland-Geschäftsführung war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.
Lkw-Bergung: Vollsperrung bei Neuruppin im Laufe des Tages
Für andauernde Verkehrsbehinderungen sorgt seit Freitagmorgen auch ein Unfall auf der A24 bei Neuruppin. 500 Meter vor der Anschlussstelle Neuruppin-Süd geriet kurz vor 9 Uhr aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit ein Lkw mit Anhänger ins Schlingern und kam von der Fahrbahn ab. Der Anhänger landete im Graben. Der Lkw stellte sich quer. Die Autobahn musste zuvor 90 Minuten gesperrt werden, um wenigstens die linke Spur freizumachen.
Seitdem blockiert er nur noch den Standstreifen und die rechte Spur. Das Gespann soll im Laufe des Tages geborgen werden. Die Polizei schließt dafür eine Vollsperrung nicht aus. Einen Zeitpunkt konnte der Polizeisprecher aber nicht nennen. Der Gesamtschaden wurde mit 50.000 Euro angegeben. Gegen den 53-jährigen Fahrer läuft jetzt ein Bußgeldverfahren.
Bei der Anfahrt zu einem Verkehrsunfall auf der A24 bei Neuruppin rutschte ein Feuerwehrfahrzeug bei Rossow auf ein vorausfahrendes Feuerwehrfahrzeug. Bei der Kollision beider Einsatzfahrzeuge entstand laut Polizei ein Sachschaden von etwa 6000 Euro.
Knapp an Katastrophe vorbei: Laster mit Heizöl verunglückt
Bereits am Donnerstagabend ereignete sich ebenfalls auf der A10 zwischen Mühlenbeck und Birkenwerder ein folgenschwerer Unfall. Gegen 20 Uhr konnte der 53-jährige Fahrer eines mit 30.000 Litern Heizöl beladenen Gespanns witterungsbedingt nicht mehr rechtzeitig bremsen. Der Gefahrguttransporter kollidierte am Stauende mit dem Auflieger eines weiteren, bereits stehenden Lkw, der gegen die Mittelschutzplanke gedrückt wurde. Der Unfall ereignete sich auch im Bereich des Flüsterasphalts.

Auf spiegelglatter Fahrbahn rutschte am Donnerstagabend (5. Februar 2026) ein Gefahrguttransporter auf der A10 vor Birkenwerder auf einen anderen Lkw, der an einem Stauende stand. Es blieb bei Sachschaden. Die Tanks wurden nicht beschädigt.
P. NeumannZu auslaufenden Flüssigkeiten des Gefahrguts kam es nicht, teilte die Polizei am Freitag mit. Die Fahrtrichtung musste für die Bergungsarbeiten für ungefähr 40 Minuten gesperrt werden. Mithilfe eines Disponenten des Unfallverursachers war es möglich, den Heizöllaster an der nächsten Anschlussstelle von der Bundesautobahn zu bringen. Es entstand ein erheblicher Sachschaden in Höhe von rund 80.000 Euro. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Mühlenbeck, Schildow und Zühlsdorf.
Auch auf der Gegenseite kam es am Donnerstagabend zu weiteren Glätteunfällen, die aber glimpflich ausgingen. Dort waren die Kameraden aus Birkenwerder vor Ort.
Bilanz der Polizei nach Glatteis: Mehr als 50 Unfälle
Im Bereich der Polizeidirektion Nord ist es am Donnerstag und Freitag aufgrund der vorherrschenden Witterungsverhältnisse zu einer Vielzahl von Verkehrsunfällen gekommen. Allein im Laufe des Donnerstags wurden rund 50 Verkehrsunfälle mit Sachschäden im mittleren sechsstelligen Bereich aufgenommen.
Insgesamt ereigneten sich sieben Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden. Die Beteiligten erlitten teilweise schwere, in einem Fall sogar tödliche Verletzungen. Auf der B5 bei Wusterhausen (Dosse) starb nach einem Unfall eine 82-jährige Frau.
Nach derzeitigen Erkenntnissen war die nicht an die schwierigen Straßenverhältnisse angepasste Geschwindigkeit häufig ursächlich für das Unfallgeschehen.
Die Polizei war dauerhaft im Einsatz, um Unfälle aufzunehmen, den Verkehr zu regeln und weitere Gefahrenstellen abzusichern. Dabei wurde auch ein Streifenwagen leicht beschädigt, als im Rahmen einer Einsatzfahrt auf der A 10 zwischen Oranienburg und Birkenwerder bei niedriger Geschwindigkeit das Fahrzeugheck gegen einen in einer Rettungsgasse befindlichen Lkw rutschte. Es entstand geringer Sachschaden.
B167: Pferde bei Löwenberg auf der Fahrbahn
Für Aufregung sorgten am Freitagmorgen auch zwei ausgebüxte Pferde, die auf der B167 zwischen Löwenberg und Grieben unterwegs waren. Die Tiere verschwanden auf Höhe der Ortschaft Linde dann aber in einem Waldweg und werden laut Polizei seitdem gesucht.
Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Freitagmorgen erneut eine Glatteiswarnung herausgegeben. Sie wurde bis Sonnabend (12 Uhr) verlängert.
Die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Birkenwerder und Mühlenbeck sowie der Polizei mussten umsichtig agieren. Aufgrund der extremen Glätte konnten sich die Einsatzfahrzeuge nur mit äußerster Vorsicht fortbewegen. Bereits auf der Anfahrt sowie während des gesamten Einsatzes war ein langsames und umsichtiges Vorgehen erforderlich. Es herrschte extreme Rutschgefahr.

