Handwerk
: Brandenburgs bester Junggeselle kommt aus Oranienburg

Daniel Menrad (20) aus Oranienburg gewinnt den Landeswettbewerb „Die Gute Form“.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
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  • Preisträger: Daniel Menrad hat viel Arbeit in sein Gesellenstück gesteckt. Der Esstisch wird bald in einer Ferienwohnung an der Ostsee stehen.

    Preisträger: Daniel Menrad hat viel Arbeit in sein Gesellenstück gesteckt. Der Esstisch wird bald in einer Ferienwohnung an der Ostsee stehen.

    Marco Winkler
  • Bei der Prämierung: Frank Adam (Landesinnungsmeister), Daniel Menrad und Anke Maske (Geschäftsführerin Landesinnungsverband Tischler Brandenburg)

    Bei der Prämierung: Frank Adam (Landesinnungsmeister), Daniel Menrad und Anke Maske (Geschäftsführerin Landesinnungsverband Tischler Brandenburg)

    Fachverband Tischler Brandenburg
  • Gesellenstück: Mit diesem multifunktionalen Esstisch überzeugte der 20-Jährige die Jury.

    Gesellenstück: Mit diesem multifunktionalen Esstisch überzeugte der 20-Jährige die Jury.

    Fachverband Tischler Brandenburg
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Die Hausnummer überzeugte eine Jury in Potsdam vor wenigen Tagen. Sie lobte den puren, klaren Entwurf in hochwertiger Ausführung und die durchdachte Tischverlängerung. Daniel Menrad wurde zum Landesssieger im Wettbewerb „Die Gute Form 2019“ gekürt, ausgerichtet vom Landesinnungsverband des Tischlerhandwerks Brandenburg. Sein Esstisch überholte einen Aktenschrank aus Potsdam und einen Sekretär–Schrank aus Eberswalde.

„Wir sind stolz. Das ist eine Bestätigung unserer Ausbildung“, sagt Daniel Menrads Chef, Tischlermeister Carsten Böllnitz. Mit seinem jüngsten Azubi ist er eine andere Schiene gefahren als üblicherweise. „Er hat drei Jahre lang einen Werkstattmeister zugewiesen bekommen, der federführend für ihn zuständig war“, so Böllnitz. In den Jahren zuvor wechselten sich die Tischler — Böllnitz hat neun Mitarbeiter — mit der Betreuung der Lehrlinge ab. „Die neue Methode hat sich ausgezahlt“, so der Inhaber der Tischlerei, die 1996 in Berlin gegründet wurde. 2003 zog Böllnitz nach Oranienburg.

Das Möbel aus Kirschbaumholz ist dabei mehr als nur ein simpler Esstisch. „Die wesentliche Idee kam von meinem Ausbilder Raymond Richter und mir“, so der junge Bau– und Möbeltischler. „Wir haben Risse im Holz imitiert.“ Mit Epoxidharz (flüssigem Kunststoff) habe er die Lücken gefüllt. „Der Effekt kam wohl gut an.“ Zudem könne der Tisch auf der einen Seite ausgezogen werden. Auf der anderen Seite ist eine klassische Schublade integriert. Gedacht ist das Möbel als Ess– und Arbeitsfläche sowie als Herzstück einer größeren Wohnküche.

Bei Daniel Menrad zeigt sich, wie Orientierung gebend ein Praktikum, das viele Schüler eher als lästige Pflicht empfinden, für die berufliche Zukunft sein kann. In der neunten Klasse absolvierte er ein solchen in der Tischlerei. Nach seinem Abschluss (zehnte Klasse) in Oranienburg, die Schule möchte er lieber nicht nennen, bot ihm Carsten Böllnitz die Azubi–Stelle an. „Ich habe schnell gemerkt, dass der Spaß des Praktikums nicht abflaut, dass die Arbeit vielseitig und abwechslungsreich ist“, so der 20–Jährige. „Mir wurde klar, dass ich das durchziehen werde.“

Einzig die langen Fahrten zur Berufsschule, dem Oberstufenzentrum in Neuruppin, dürften ihn ein wenig gestört haben. Auch privat ist er handwerklich aktiv. „Ansonsten bin ich mit meinen Kumpels unterwegs oder fahre BMX“, sagt er.

Der Landessieger im Tischlerhandwerk hat nun die Möglichkeit, am Bundeswettbewerb teilzunehmen – auf freiwilliger Basis. Doch das sei noch unsicher. Er und sein Chef machen das vom Austragungsort und dem Aufwand abhängig. Sein Gesellenstück hat seinen Bestimmungsort schon gefunden: Er wird künftig in einem Ferienhaus an der Ostsee stehen.