Haushalt: Baukosten führen zu ungeplanten Mehrausgaben

Planer: Jens (l.) und Winfried Pein vom gleichnamigen Ingenieurbüro referierten zum Generalentwässerungsplan.
Friedhelm BrenneckeMit einer Gedenkminute gedachten die Gemeindevertreter in ihrer ersten Sitzung dieses Jahres des am 3. Januar bei einem Arbeitsunfall tödlich verunglückten Bauhofmitarbeiters Hartmut Fründt. „Dieses Ereignis hat uns alle aus der Bahn geworfen und uns sprachlos gemacht“, sagte der amtierende Bürgermeister Martin Rother zu Beginn der mit zahlreichen Punkten gut gefüllten Tagesordnung.
Thorsten Hühn vom F&B-Forschungsinstitut aus Hamburg stellte zunächst die Bevölkerungsabschätzung der Gemeinde bis 2030 vor. So habe sich die Zahl der Einwohner gegenüber der früheren Prognose besser entwickelt als angenommen. Das sei allein der Besiedlung von Fritzens Hut zu verdanken. Leegebruch zählt derzeit rund6 700 Einwohner. Eine Steigerung bis 2030 auf maximal 7 200 Bewohner hält Hühn für möglich. Allerdings werde die Gemeinde deutlich älter. Um die Menschen im Ort zu halten. sei es hilfreich, altersgerechte Wohnungen zu errichten.
Ein Krisenhandbuch für die Gemeinde hat nach den Stark-regenereignissen vom Sommer 2017 die Studentin Jill Poprawa erstellt. Sie studiert an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, war als Praktikantin in der Verwaltung tätig und hat alle nötigen Informationen und Handlungsanweisungen für nahezu jeden denkbaren Krisenfall auf mehr als 60 Seiten zusammengestellt. Es sei die richtige Entscheidung gewesen, ein solches Krisenhandbuch zu erstellen, lobte Stefanie Rose (Linke). Die Gemeinde sei mit diesem Werk deutlich besser aufgestellt als vor dem 29. Juni 2017, sagte Frank Zachrau (CDU).
Um für Krisenfälle mit Überschwemmungen aber noch besser gerüstet zu sein, arbeitet Leegebruch an einem Generalentwässerungsplan. Den aktuellen Stand stellte Jens Pein vom gleichnamigen Ingenieurbüro vor. Die Versiegelung von Flächen und damit auch fehlende Versickerungsmöglichkeiten seien ein Problem, so Pein. Darauf müsse das neue Entwässerungssystem reagieren. Größtes Problemgebiet ist für Pein der Nordwesten der Gemeinde. Die Ertüchtigung des Hauptgrabens mit dem Ausbau des Durchlasses an der Eichenallee sei ein wichtiger Schritt. Es bleibe aber auch zu überlegen, eine weitere Entwässerungsleitung vom nordwestlichen Teil der Gemeinde in östliche Richtung an den Moorgraben zu schaffen.
Die Kosten für die Umsetzung des Generalentwässerungsplans bezifferte Pein nicht. „Sie werden aber gigantisch sein“, sagte Martin Rother voraus. Allein für den Ende April anstehenden Ausbau des Durchlasses Eichenallee reichten die schon auf 550 000 Euro aufgestockten Mittel nicht aus. Jetzt sei von rund 800 000 Euro die Rede.
180 000 Euro billigten die Gemeindevertreter als Mehrbedarf für den Fahrstuhl an der Grundschule. „Das ist jetzt aber das Ende der Fahnenstange. Mehr geht hier wirklich nicht“, will Martin Rother bei der derzeit aktuellen Kostenschätzung von rund 620 000 Euro die Notbremse ziehen.
Plus erwirtschaftet
■ Der Leegebrucher Jahresabschluss 2015 erbrachte im Finanzhaushalt ein Plus von 1,36 Millionen Euro.
■ Der Überschuss beim Gesamtabschluss 2015 beläuft sich auf 1,6 MiIlionen Euro.
■ Die Bilanzsumme der Gemeinde zum 31. Dezember 2015 lag bei 44,8 Millionen Euro.
■ Die Gemeindevertretung billigte die Abschlüsse einstimmig. Einstimmig wurde dafür auch dem Bürgermeister Entlastung erteilt.⇥(bren)