Hitze in Oranienburg
: So sind Klinik und Feuerwehr auf 35 Grad vorbereitet

Die aktuelle Hitzewelle stellt Klinik, Feuerwehr und Seniorenheime in Oranienburg vor Herausforderungen. Was die Einrichtungen zum Schutz von kranken und älteren Menschen unternehmen.
Von
Kai Wielert
Oranienburg
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Sommerhitze: ARCHIV - 25.07.2019, Bayern, München: Ein Thermometer zeigt Temperaturen über 30 Grad an. (zu dpa: «Grüne fordern Hitze-Notfallzentrum und «kühle Räume»») Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Oranienburg steigt die Temperatur auf bis zu 35 Grad. Feuerwehr, Klinik und Seniorenheime sind auf die besondere Situation vorbereitet.

Sven Hoppe/dpa
  • Oranienburg erwartet 35 Grad; Klinik, Feuerwehr und Seniorenheime treffen Schutzmaßnahmen.
  • Klinik bietet kühle Speisen, mehr Getränke und längere Pausen; Patienten engmaschig überwacht.
  • Feuerwehr bleibt einsatzbereit, trinkt mehr und schützt sich vor Sonne.
  • WHO rät zu viel Trinken, kühlen Orten und leichter Kleidung.
  • Hitze birgt Risiko für Dehydrierung und Kreislaufprobleme, vor allem für ältere Menschen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Mittwoch (2. Juli) klettern die Temperaturen weit über die 30 Grad hinaus, in Oranienburg sollen es nachmittags 35 Grad werden. Für die Klinik, Seniorenheime oder die Feuerwehr ergeben sich dadurch besondere Herausforderungen.

Hitze kann gravierende gesundheitliche Folgen haben. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steigt bei extremen Temperaturen das Risiko für hitzebedingte Erkrankungen wie Dehydrierung oder Kreislaufprobleme deutlich an. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit chronischen Erkrankungen. Die WHO empfiehlt daher, viel zu trinken, kühle Aufenthaltsorte zu suchen und leichte Kleidung zu tragen.

Klinik in Oranienburg: Kühle Speisen und längere Pausen

Das Krankenhaus in Oranienburg ist vorbereitet auf das heiße Wetter. „Als Gesundheitsunternehmen obliegt es der Oberhavel Kliniken nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch die Patienten und Besucher vor Hitzebelastungen zu schützen“, so Kerstin Neubauer, Pressesprecherin der Kliniken. Der Hitzeaktionsplan sei schon in Vorbereitung auf den Sommer konzipiert worden und tritt bei solch heißen Wochen in Kraft.

Das Personal wurde im Vorfeld durch unterschiedliche Maßnahmen vorbereitet: „Dazu zählen unter anderem Schulungen zum Hitzeschutz, Information über Warnhinweise des Deutschen Wetterdienstes und eine Temperaturreduktion durch Verschattung und gezieltes Lüften.“

Konkreter stehen heute in der Küche vermehrt kühle oder wasserreiche Speisen zum Verzehr bereit. „Den Mitarbeitern und den Patienten werden zusätzliche Getränke angeboten und gefährdete Patienten werden grundsätzlich engmaschiger auf hitzebedingte Symptome beobachtet“, so Neubauer. Sofern es möglich ist, dürfen Mitarbeiter heute längere Pausen machen oder ihre Arbeitszeit verkürzen.

Seniorenpflege: Erfrischende Cocktails und Beratungen

In den Seniorenheimen muss an diesen Tagen in besonderem Maße aufgepasst werden. Alte Menschen sind durch die hohen Temperaturen stärker gefährdet. Die Tagespflege Michael Bethke in der Bernauer Straße wirft daher einen genaueren Blick auf die Senioren: „Es gibt Beratungen für Menschen mit besonders hohem Risiko. Ihnen wird nahegelegt, luftige Kleidung zu tragen und viel Wasser zu trinken“, sagt Juliane Giese, Prokuristin und zuständig für das Qualitätsmanagement bei Michael Bethke.

„In unserer Tagespflege in Oranienburg haben wir alkoholfreie Cocktailtage organisiert, die den Appetit etwas anregen und auch viel Flüssigkeit spenden sollen“, so Giese. Zudem habe man wie im Krankenhaus den Speiseplan angepasst. Für die Senioren gibt es „wasserreiche Nahrung, zum Beispiel Gurke, Tomate oder Wassermelone, aber auch kalte Suppen oder Schalen.“

Den Mitarbeitern bei Michael Bethke steht extra viel Wasser zur Verfügung, aber auch erfrischende Lebensmittel wie Eis oder Wassermelone. „An besonders heißen Tagen wie heute dürfen sie auch ihre Pausen verlängern und ihre Dienstkleidung anpassen“, so Giese.

Feuerwehr: Für Einsatzlagen sind wir immer gewappnet

Die Feuerwehr in Oranienburg schaut optimistisch auf den Tag. „Für Einsatzlagen sind wir immer gewappnet, egal ob Hitze oder nicht“, sagt Jan Fielitz, Leiter der Hauptwache in der Julius-Leber-Straße. „Natürlich ist bei solchen extremen Hitzen die Wahrscheinlichkeit für Einsätze höher und wir fahren daher auch kleinere Vorfälle ernster als üblich“, so Fielitz. „Ansonsten behandeln wir die Einsätze wie an jedem anderen Tag.“

An die Kräfte der Feuerwehr gibt es aber trotzdem einen besonderen Appell: „Wenn es an den Einsatz geht, muss vorher und nachher genug getrunken werden.“ Bei der Ausrüstung sollen sie besonders darauf achten, dass sie ausreichend von der Sonne geschützt sind.

Velten: Kühler Wasserspender angeschlossen

In Velten kommt eine Neuheit wie gerufen zum Hitzesommer: ein gekühlter Wasserspender. „Passanten, die in der Innenstadt unterwegs sind, können seit dem heutigen heißen Mittwoch, 2. Juli 2025, ihren Durst rund um die Uhr zu stillen“, heißt es in einer Mitteilung der Ofenstadt. Der Edelstahlbrunnen sei kostenfrei nutzbar und steht vor dem Bürgerservice in der Rathausstraße 17.

Kaltes klares Wasser zum kostenloses Mitnehmen: Am Bürgerservice in Velten steht ein Trinkwasserspender bereit.

Kaltes klares Wasser zum kostenloses Mitnehmen: Am Bürgerservice in Velten steht ein Trinkwasserspender bereit.

Stadt Velten / Nicole Glomb