Holding
: Oranienburgs Woba-Chef wird vorerst doch nicht abgesetzt

Oranienburgs Stadtverordnete diskutierten und entschieden gegen das Votum des Aufsichtsrates. Damit wird der Vertrag von Bernd Jarczewski nicht aufgehoben.
Von
Klaus Grote
Oranienburg
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Mit Abstand und einige mit Mundschutz: Die Stadtverordneten tagten am Freitagabend zum ersten Mal in der MBS-Arena. Auch am 4. Mai findet dort die nächste reguläre Sitzung statt.

Friedhelm Brennecke

Er respektiere die Entscheidung, sagte Laesicke und fügte hinzu: „Die Stadtverordneten sollten den aktuellen Vorgang zum Anlass nehmen, ihr Verhältnis und die Aufgabenverteilung mit dem Aufsichtsrat der Holding zu überdenken. Dass die Stadtverordneten dem Expertenvotum des von ihnen benannten Aufsichtsrates nicht folgen, sollte nicht zum Regelfall werden.“

Während der Aufsichtsrat mehrheitlich für die Vertragsaufhebung votierte, stimmten die 16 Stadtverordnete dagegen, zehn stimmten dafür, sieben enthielten sich. Drei Stadtverordneten fehlten.

Bei der Vertragsaufhebung ging es auch um die Abfindung, die die Stadt viel Geld kosten wird. Der 62-jährige Bernd Jarczewski hat einen bis Ende 2023 geltenden Vertrag, der erst 2018 verlängert wurde. Er beinhaltet Boni, eine Altersversorgung und eine sechsmonatige Fortzahlung über das Vertragsende hinaus.

Die Oranienburg Holding wollte den Geschäftsführer wegen „grober Pflichtverletzung“ absetzen. Jarczewski soll sich Anordnungen von Holding-Geschäftsführer Alireza Assadi widersetzt haben und einen Auftrag nicht innerhalb der Holding an die Stadtwerke sondern an ein anderes Unternehmen vergeben haben. Die Fraktionsvorsitzenden wurden darüber im Ältestenrat informiert. Danach wurde zu der außerordentlichen Stadtverordnetenversammmlung eingeladen.

In der Sitzung übten Stadtverordnete Kritik am Vorgehen von Bürgermeister Alexander Laesicke (parteilos) und an Holding-Chef Alireza Assadi. Jarczewski erhielt dagegen von innerhalb und außerhalb des Parlaments zahlreiche Solidaritätsbekundungen und Lob für seine Leistung der vergangenen 22 Jahren. Der gebürtige Oranienburger ist seit 22 Jahren Woba-Chef.

Die Woba vermietet aktuell fast 3 700 Wohnungen in Oranienburg. Durch ihre Einnahmen gehört sie neben den Stadtwerken zu den Gewinnbringern in der Holding, die die Verluste der Turm-Erlebniscity und der TKO ausgleichen sollen.