Immobilien in Oranienburg
: Betrug mit Bungalow – falsche Online-Anzeigen erkennen

In Oranienburg steht ein Bungalow zum Verkauf. Oder doch nicht? Das Grundstück gehört dem vermeintlichen Käufer gar nicht. Wie falsche Online-Anzeigen erkannt werden können.
Von
Marco Winkler
Oranienburg
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ILLUSTRATION — Ein Mann sitzt am Rechner und tippt auf einer Tastatur. (zu dpa: „Flirten — und Geld verlieren: Justiz warnt vor Online–Betrugsmasche»)

Die Tricks der Online-Betrüger werden immer dreister und echter. In Oranienburg stand ein Bungalow zum Verkauf. Doch das Grundstück gehört dem Verkäufer gar nicht. (Symbolbild)

Nicolas Armer/dpa

Nicht nur Wohnungen zur Miete oder Eigentumswohnungen, auch Grundstücke und Ferienobjekte sind in Oranienburg durchaus zur Mangelware geworden. Wer das Glück hat, noch ein freies Areal zu bekommen, schlägt oft zu. Gerade, wenn sich noch ein Bungalow auf der Fläche befindet. Genau diesen Bedarf an Eigentum haben Betrüger jetzt ausgenutzt.

Wie Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer auf Nachfrage mitteilte, seien „skeptisch gewordene und betroffene Bürger“ auf die Stadt zugekommen: Eine Annonce auf Ebay Kleinanzeigen machte sie stutzig. Dort stand ein Bungalow im Oranienburger Ortsteil Schmachtenhagen (Lehnitzer Straße 59) zum Verkauf. Das Problem: Weder Grundstück noch Bungalow gehören dem angeblichen Verkäufer.

Falsche Kaufverträge für Grundstück mit Bungalow

Beides befindet sich im Eigentum der Stadt Oranienburg und kann „somit nicht von Dritten veräußert werden“, warnt die Stadt vor diesem fingiertem Verkaufsversuch. Die Betrüger, welche die Anzeigen im Internet geschaltet haben, geben sich dabei als Vertreter der Stadt beziehungsweise des Ortsteils aus. Sie gaukelten damit Seriosität vor.

„Es werden Kauf- und Pachtverträge ausgehändigt, die die ‚Stadt Oranienburg‘ beziehungsweise ‚Gemeinde Schmachtenhagen‘ illegalerweise als Vertragspartner ausweisen“, so Eike-Kristin Fehlauer in ihrer Warnung vor diesem Betrugsfall. „Weder das genannte Grundstück noch der Bungalow stehen zum Verkauf oder zur Verpachtung“, stellt sie klar. Die gefälschten Verträge stammen nicht von der Stadt Oranienburg.

Die Stadt hat die Polizei über diesen Betrugsfall informiert. „Bürgerinnen und Bürger sind gebeten, bei Immobilienanzeigen und Verkaufsanzeigen besonders aufmerksam zu sein.“ Im Zweifel stehe die Stadt zu den regulären Öffnungszeiten für Nachfragen zur Verfügung. Wer einen Betrug wittert oder schon Betrugsopfer geworden ist, sollte die Polizei informieren, raten auch Verbraucherzentralen.

Falsche Online-Annoncen zu erkennen, ist nicht immer einfach. Die Betrüger passen sich an, erstellen immer realistischere Anzeigen. Verbraucherzentrale und Immobilienportale listen allerdings einige Punkte auf, die potenzielle Interessenten stutzig machen sollten.

So erkennen Sie Betrug bei Online-Anzeigen

  • Auf Preis achten! Kommt es einem zu günstig vor, könnte es ein Fake sein. Hier auch andere Angebote in der Gegend vergleichen.
  • Fotos genau anschauen! Die entsprechende Adresse im Internet suchen und das Grundstück auf Google Maps mit den Bildern der Anzeige vergleichen. Hochglanzfotos können täuschen.
  • Geschichtenerzähler: Wenn der Anbieter seine Not schildert oder einen kranken Sohn haben will, passen Sie auf. Solche Geschichten sind meist erfunden und haben in seriösen Angeboten nichts zu suchen.
  • Keine Vorkasse! In einigen Fällen bietet der vermeintliche Eigentümer eine Besichtigung ohne ihn an, da er angeblich im Ausland sei. Er würde den Schlüssel gegen eine Gebühr oder per Nachnahme per Post schicken. Das ist unseriös. Echte Anbieter verlangen vor der Besichtigung nie eine Gebühr.
  • Wichtig: Niemals eine Kopie des Personalausweises schicken. Das öffnet nur die Türen für weitere Betrugsmaschen.
  • Aufpassen: Besichtigung, Vorauszahlung oder Schlüsselübergabe wollen einige Betrüger über Plattformen wie Ebay oder Booking abwickeln. Das bieten diese Portale aber gar nicht an.
  • Gefakte Anzeigen lassen sich auch an schlechtem Deutsch und vielen Grammatikfehlern erkennen. Immobilienmakler, die kein Impressum haben oder keine Kontaktdaten hinterlassen, sind meist unseriös.
  • E-Mail-Adressen prüfen! Betrüger nutzen oft auffällige Adresse wie „Name@günstige-traumwohnung.de“ oder „Name@fußball-ist-mein-leben.de“. Recherchieren Sie immer den Anbieter im Internet.
  • Viren: Öffnen Sie bei einer Korrespondenz nie Dokumente, die auf .exe enden. So können Trojaner oder andere Viren auf ihren PC oder ihr Handy gelangen.