Intercity
: Mit der Bahn komfortabel von Oranienburg nach Wien und Warnemünde

Die Deutsche Bahn setzt auf der neuen IC-Strecke zwischen Rostock und Dresden ab 8. März moderne Doppelstockwagen ein. Alle zwei Stunden je Richtung halten die Züge in Oranienburg.
Von
Klaus Grote
Oranienburg
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  • 2. Klasse, oben, im Doppelstockzug:bequeme Sitze, Bänke mit Tischen, W-Lan und Bedienung am Platz. Die Züge sollen bisher ungekannten Komfort bieten.

    2. Klasse, oben, im Doppelstockzug:bequeme Sitze, Bänke mit Tischen, W-Lan und Bedienung am Platz. Die Züge sollen bisher ungekannten Komfort bieten.

    Klaus D. Grote
  • Großer Bahnhof für den neuen Zug in Berlin: Das Interesse an den weißen Doppelstockwagen vom Hersteller Stadler war riesig.

    Großer Bahnhof für den neuen Zug in Berlin: Das Interesse an den weißen Doppelstockwagen vom Hersteller Stadler war riesig.

    Klaus D. Grote
  • Lokführer Mario Bartsch und DB-Vorstand Berthold Huber

    Lokführer Mario Bartsch und DB-Vorstand Berthold Huber

    Klaus D. Grote
  • Das Personal bringt Getränke auf Wunsch auch an den Platz.

    Das Personal bringt Getränke auf Wunsch auch an den Platz.

    Klaus D. Grote
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Zum ersten Mal setzt die Deutsche Bahn Züge des Schweizer Herstellers Stadler, der auch in Velten produziert, im Fernverkehr ein. Die Züge der Reihe „Kiss“ seien zuverlässig, sehr ruhig und aus Sicht der Zugbegleiter kundenfreundlich und schön, sagte DB-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. In den vierteiligen Zügen gibt es mehr als 300 Sitzplätze, W-Lan, zwei kleine Cafés mit Selbstbedienung und ein Fahrradabteil.

Raketenartige Beschleunigung

Neun von insgesamt 17 Zügen, Baujahr 2017, habe die Bahn der österreichischen Westbahn abgekauft, sagte Huber. Der erste umgestaltete und weiß lackierte Zug wurde nun präsentiert. „Das ist die Elektromobilität, von der alle sprechen“, sagte DB-Produktmanager Mathias Semrau. Der Intercity mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h beschleunige „raketenartig“: In 30 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Für die neue, weiße Lackierung mit roten Streifen seien 470 Kilogramm umweltfreundliche Farbe verwendet worden. Außerdem wurden 1 200 Piktogramme geklebt. Ein 40-köpfiges Team bei der Bahn habe die Eingliederung der neuen Züge innerhalb nur eines Jahres ermöglicht, lobte Semrau.

Der Stolz der Bahner auf die neuen Züge ist riesig, was wohl auch damit zusammenhängt, dass die DB gerade die Abnahme von 25 dringend benötigten IC-Doppelstockzügen des Herstellers Bombardier wegen Qualitätsmängeln verweigerte.

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In den Kiss-Zügen sieht es anders aus, als es Kunden bisher von Intercitys gewohnt sind: breitere Türen, neue Teppiche, andere Sitze und Beleuchtung. Es gibt unterschiedliche Sitzmöglichkeiten, darunter Sofaecken vor den Treppen und Bänke an den Tischen sowie in den beiden Zugcafés hochwertige Kaffeeautomaten. Es stehen zwei Rollstuhlstellplätze und ein behindertengerechtes WC zur Verfügung. Ein Leitsystem in Brailleschrift erleichter die Orientierung für Sehbehinderte.

Die Verbindung Rostock–Dresden und die neuen Doppelstockzüge seien ein Beitrag zum Programm „starke Schiene“, sagte Huber. In den kommenden Jahren solle die Zahl der Fernverkehrsreisenden auf jährlich 260 Millionen verdoppelt werden. Dafür werde die Zugflotte vergrößert und modernisiert: für insgesamt zwölf Milliarden Euro. Dazu gehöre auch eine Neugestaltung der ICE-1- und ICE-3-Züge. Außerdem gebe es zusätzliche Verbindungen in der Fläche – wie mit der neuen IC-17-Verbindung Rostock–Dresden.

Dieser IC 17 ist für die Bahn offenbar schon jetzt ein Erfolg. Die Züge seien gut ausgelastet, heißt es. Im Januar habe die Pünktlichkeit bei 98 Prozent gelegen, sagte Huber. Wenn im Mai das erste digitale Stellwerk Deutschlands in Warnemünde in Betrieb geht, werde die Verbindung bis dorthin verlängert. Bereits ab 8. März fährt ein Intercity zudem täglich als Nachtzug nach Wien. Dort müssen die Kiss-Züge weiterhin gewartet werden, denn in Deutschland hat die Bahn keine freien Werkstattkapazitäten.

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Allerdings dauert die Fahrt ab Oranienburg wegen längerer Aufenthalte an mehreren Bahnhöfen bis zu drei Stunden länger als eine herkömmliche ICE-Verbindung nach Wien, für die man ab Oranienburg dreimal umsteigen muss. „Die Verbindung ist nicht als Nachtzug von Oranienburg nach Wien gedacht“, sagt Ingo Priegnitz von DB-Fernverkehr. Wichtig seien vor allem Verbindungen am frühen Morgen nach Wien, beispielsweise ab Nürnberg.