Der Landkreis Oberhavel beteiligt sich in diesem Jahr bereits zum vierten Mal an der Interkulturellen Woche. Diese findet unter dem Motto „Zusammen leben, zusammen wachsen“ bundesweit vom 27. September bis zum 4. Oktober statt. „Erneut stehen Einblicke in Gemeinschaften, Vereine und Strukturen sowie die Pflege, aber auch Initiierung von Traditionen und Partnerschaften auf dem Programm“, heißt es in einer Pressemitteilung der Oberhavel-Kreisverwaltung vom Mittwoch. „Im Kern geht es darum, Menschen miteinander zu verbinden“, wird Landrat Ludger Weskamp zitiert.

Michael Patrick Kelly ist Initiator

Neben einigen kleineren Angeboten wie einer Radtour mit Geflüchteten durch Oberhavel, einem zweisprachigen Lesecafé in Hohen Neuendorf oder einem Sportfest für Kinder in Gransee, hält die Interkulturelle Woche in Oberhavel eine ganz besondere Ausstellung parat: Im Regionalmuseum wird ab dem 27. September die Ausstellung „#Peacebell“ zu sehen sein. Initiator des Kunst- und Sozialprojektes ist der Künstler Michael Patrick Kelly.
Die Ausstellung wird am Sonnabend, 26. September, in Anwesenheit des Künstlers eröffnet. Zu sehen ist sie dann bis zum 30. Oktober immer dienstags bis sonntags jeweils von 10 bis 17.30 Uhr. Das ReMO befindet sich im Schloss Oranienburg, Schlossplatz 1.

Kelly ließ Glocke aus Kriegsschrott gießen

Die Idee der Ausstellung: Während in den beiden Weltkriegen Kirchenglocken eingeschmolzen wurden, um daraus Waffen herzustellen, entwickelte Kelly im Jahr 2017 die Vision, diese Historie umzukehren. So ließ er eine Glocke aus Kriegsschrott gießen. Daraus entwickelte sich rund um das Symbol der Glocke ein Projekt, das Brücken zwischen Menschen baut.

Sozialdezernent Matthias Kahl angetan

„Michael Patrick Kelly will zugleich darauf aufmerksam machen, wie wichtig eine Abkehr von Radikalismus und polarisierenden Tendenzen in der Gesellschaft ist und warum Frieden mehr bedeutet als die bloße Abwesenheit von Waffen. Die Glocke steht dabei als Exponat im Mittelpunkt und trägt diesen Friedensgedanken in die Welt“, erläutert Sozialdezernent Matthias Kahl.
Neben der Originalglocke, der #PeaceBell, seien in der begleitenden Ausstellung Hintergründe zur Entstehung, zum Herstellungsprozess und der Nutzung der Friedensglocke bei Konzerten und Ausstellungen in Form von Bildern, Texten und Videos zu sehen. „Auch Grafiken des Musikers, die thematisch eng mit dem Thema Frieden verbunden sind, werden präsentiert“, macht Kulturdezernent Matthias Rink Lust auf den Besuch der Schau.