Frau Nemitz-Pollmann, wann fiel die Entscheidung?
Das war schon im Sommer. Dann muss das Feuerwehr bestellt werden. Die Firma fragte ganz irritiert, warum ich nichts mehr bestellen wollte?
Und, warum verzichten Sie auf den Zusatz-Umsatz zum Jahresende?
In der Tat haben wir einige Tausend Euro weniger Umsatz, aber wir haben diese Entscheidung zugunsten der Umwelt und der Tiere, die unter der Knallerei leiden, ganz bewusst getroffen. Es ist zwar nur ein kleiner Schritt, um unsere wunderschöne Welt zu erhalten, aber irgendwo man man ja anfangen.
Hat der Verzicht auf den Verkauf der Feuerwerkskörper auch mit dem Thema Klimaschutz zu tun?
Greta hat sicherlich nicht mit allem Recht, was sie sagt und fordert. Aber sie hat viele Menschen wachgerüttelt. Jeder kann etwas zum Klimaschutz beitragen. Ich verzichtet auf den Verkauf von Feuerwerk. Zur Jahreswende gibt es durch die Knallerei eine enorme Feinstaubbelastung. Durch die Böller werden giftige Chemikalien freigesetzt und Millionen Tonnen Müll produziert. Menschen, Tiere und die Umwelt sind durch die Böllerei zu Silvester extrem belastet. Und es ist teuer. Allein im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 150 Millionen Euro dafür ausgegeben.
Wir haben Ihre Kunden auf die Ankündigung reagiert?
Ich habe nur positive Reaktionen bekommen. Auch von meinen Mitarbeitern. Die finden das alle gut.
Gibt es noch weitere Pläne für ihre Filiale, die mit dem Klimaschutz zusammenhängen?
Es gibt bald keine Plastiktüten mehr in der Obst- und Gemüseabteilung. Dort stellen wir künftig nur noch Papiertüten zur Verfügung. Unsere Kunden können an der Frischetheke auch verpackungsfrei einkaufen, wenn sie einen sauberen Behälter mit in die Filiale bringen.

Hintergrund: Edeka-Markt verkauft keine Böller und Raketen mehr