Jubiläum: Im Leegebrucher Kino entflammte die Liebe

Doppelte Diamanthochzeit in Leegebruch (v.l.): die Jubilare Erika und Wolfgang Lemke sowie Brigitte und Manfred Woyack
Klaus D. GroteDoch aufgewachsen im Ort ist allein Manfred Woyack. Wolfgang und Brigitte mussten im März 1945 mit den Eltern die Heimat in Ostpreußen verlassen. Der Ort Stolp galt auch als Kleinparis, erinnert sich Wolfgang Lemke. Auf der Flucht über Danzig ging es auf einem Schiff nach Rostock, danach nach Wittstock und Meyenburg. Die Familie mit den kleinen Kindern wollte zurück in die Heimat. Das ging nicht mehr. Irgendwann endete die Odyssee in Leegebruch.
Auch Erika Lemke, geborene Weigel, musste mit ihrer Familie die Heimat verlassen. Sie kamen aus dem Sudetenland über Dresden nach Mecklenburg. Dort lernte sie Wolfgang kennen, der Traktorist lernte und in seinem Berufsleben viel herumkam. Doch irgendwann zog es ihn nach Leegebruch zurück. Die Mutter hatte schließlich die Idee zur Doppelhochzeit der Geschwister. Das sparte eine Feier ein, das Geld war damals knapp.
Zwei Jahre zuvor hatte Brigitte sich mit Manfred verlobt. Kennengelernt hatten sie sich im Kino des Leegebrucher Volkshauses. „Lied des Hirten“ hieß der russische Film, das weiß Brigitte noch ganz genau. „Manfred kam über die Reihen geklettert, setzte sich neben mich. Wir kamen ins Gespräch. Danach hat er mich jeden Tag von der Arbeit abgeholt“, erinnert sich Brigitte Hoyer. Mit 17 Jahren war sie verlobt. Das Paar bekam zwei Söhne, Wolfgang und Erika bekamen zwei Töchter. Zu den Gratulanten zählten gestern auch je drei Enkel und fünf Urenkel. Und: Bürgermeister Martin Rother, Nachbar der Woyacks, gratulierte. „Die kennen mich seit 48 Jahren“, sagte Rother.