Was läuft gut in Ihrem Ortsteil?
Jens Pamperin: Die Grundschule, die Kita und die Feuerwehr, also alle öffentlichen Einrichtungen, laufen gut. Auch die Vereine können nicht klagen, auch wenn es einigen an Nachwuchs fehlt. Das trifft etwa auf  den Kulturverein zu. Der ist in jüngster Zeit zwar um einige jüngere Mitglieder gewachsen, ist aber für weitere Mitstreiter immer offen.
Wo hakt es, welche Probleme müssten vordringlich gelöst werden?
Der Schulneubau geht demnächst los, nur leider kommt damit ein neues Problem auf uns zu. Das Vereinsheim des SV Friedrichsthal steht nach den derzeitigen Planungen dann mitten auf dem Schulhof, wenn die alte Turnhalle abgerissen wird. Da muss dringend eine Lösung her. Dafür ist es noch nicht zu spät. Als Lösung bleibt aus meiner Sicht nur ein Neubau des Vereinsheims, in dem auch eine Kneipe Platz haben sollte, direkt an die neue Turnhalle. Allein das brächte Synergieeffekte, weil zum Beispiel die Umkleiden dann sowohl vom Verein wie auch von übrigen Nutzern der Turnhalle genutzt werden könnten.
Halten Sie die Unterstützung durch die Stadt für ausreichend und angemessen?
Ja, die Verwaltung und besonders das Bauamt machen eine Superarbeit. Da können wir nicht meckern. Nur zum Bürgermeister habe ich keinerlei Kontakt, was mich sehr ärgert. Mit seinem Vorgänger war das völlig anders. Da gab es immer einen konstruktiven Austausch zwischen Bürgermeister und Ortsvorsteher.
Erwarten Sie weiteren Zuzug in Ihrem Ortsteil?
Nein, das nicht. Denn es gibt wirklich kein Bauland mehr in Friedrichsthal.  Kita und Schule sind auch an ihren Grenzen angelangt. Das wird selbst für den lang ersehnten Neubau der Grundschule gelten, weil dann ja noch Kinder aus dem Neubaugebiet Am Aderluch in Friedrichsthal beschult werden sollen. Ich kann aber sehr gut damit leben, dass Friedrichsthal nicht mehr nennenswert wächst. Dafür können wir mit viel Grün, Wasser und Natur punkten.
Hat durch die Corona-Krise der Zusammenhalt im Ort gelitten?
Das kann ich noch gar nicht abschließend sagen, da ich viele Leute leider schon ewig nicht gesehen habe. Sonst hat man sich bei Aktivitäten in den Vereinen oder auf dem Fußballplatz ausgetauscht. Das alles läuft ja jetzt erst langsam wieder an.
Welche Veranstaltungen, die traditionell in Ihrem Ort stattfinden, mussten oder müssen abgesagt werden?
Das Osterfeuer wurde abgesagt und nun ganz aktuell leider auch noch das Ortsteilfest, das am 15. August stattfinden sollte. Ich hoffe sehr, dass wir wenigstens den Weihnachtsmarkt dann durchführen können. Nachgedacht hatten wir für dieses Jahr eigentlich auch über ein Brückenfest, gemeinsam mit Schmachtenhagen. Es sollte rund um die Grabowseebrücke stattfinden. Leider ist aus diesen Plänen nichts geworden. Denn direkt nachdem wir, also die Ortsvorsteherin von Schmachtenhagen und ich,  darüber die ersten Gedanken ausgetauscht hatten, kam  Corona.
Wie haben Sie selber diese Krise gemeistert?
Meine Familie hat super zusammengehalten. Meine Nichten haben auf meine Söhne aufgepasst, und meine Frau und ich haben die Arbeitszeiten aufeinander abgestimmt.
Welches sind Ihre größten Wünsche für die Zukunft?
Dass wir alle gesund bleiben! Für meinen Ortsteil wünsche ich mir weiterhin einen so guten Zusammenhalt wie bisher.
Was oder welchen Ort in Ihrem Ortsteil würden Sie Besuchern auf jeden Fall zeigen und warum?
Die Grabowseebrücke mit dem Grabowsee und anschließend den Imbiss an der Brücke. Es ist ein wunderschöner Ort. Dort kann man entspannt auf das Wasser schauen, aber auch mit vielen anderen Leuten ins Gespräch kommen.

Zur Person:Jens Pamperin


Jens Pamperin (37) ist selbstständig und führt ein Unternehmen für automatische Bewässerung mit drei Mitarbeitern. Der Vater von zwei Söhnen ist außerdem stellvertretender Stadtwehrführer von Oranienburg. Feuerwehr und Kommunalpolitik zählt Pamperin zu seinen Hobbys.

Ortsvorsteher von Friedrichsthal ist Pamperin bereits in dritter Wahlperiode. Als Einzelbewerber holte er bei der Kommunalwahl 2008 als Neuling auf Anhieb die meisten Stimmen (618) und wurde zum damals jüngsten Ortsvorsteher gewählt. Bei der Kommunalwahl 2019 errang er mit 863 Stimmen wiederum das beste Ergebnis.

In der vorigen Wahlperiode gehörte Pamperin auch der Stadtverordnetenversammlung an, zunächst für die SPD. Später wechselte er zur CDU. Bei der Kommunalwahl 2019 verfehlte er den Wiedereinzug ins Stadtparlament nur knapp. bren