Kfz-Werkstatt: Seit 40 Jahren ein Meister seines Fachs

Axel Bölke mit seinem Meisterbrief
Vorname NachnameSchon als Kind hat er sich für Autos interessiert. Wen wundert es? Schließlich hatte sein Vater nach dem Krieg in Nassenheide ein Fuhrunternehmen gegründet. Doch nach der Schule, die schloss Axel mit der achten Klasse ab, einfach beim Vater einsteigen, das war nicht drin. Der Senior stellt kurz und knapp fest: „Du lernst was Ordentliches. Das Schlossern bringe ich dir nebenbei in der Werkstatt bei.“ Also folgte eine Ausbildung zum Feinblechner bei den Lokomotivbau Elektrotechnischen Werken (LEW) in Hennigsdorf. Doch die Liebe zu den Autos war stärker. Also suchte sich Axel Bölke einen Job bei einem Kraftfahrzeug Instandsetzungs-Betrieb (KIB). An der Abendschule holte er den Abschluss der zehnten Klasse nach, dann folgte noch eine Kfz-Schlosserlehre, und weil er die mit „gut“ bestanden hatte, wurde er gefragt, ob er nicht gleich noch die Meisterausbildung anhängen wolle. Bölke tat es. Das einzige Manko aus seiner Sicht war, dass er nicht an Personenkraftwagen, sondern mit Lastern zu tun hatte. 1986 wechselte er zum Oranienburger Reifenwerk und trug dort die Verantwortung für den Fuhrpark, und das bis zum Ende in der Wendezeit. Da weder die Arbeitslosigkeit noch eine Anstellung bei seinem Vater (Wir sind beide Dickköpfe, das wäre bestimmt nicht gut gegangen.) für ihn eine Alternative waren, wagte er 1990 den Sprung in die Selbstständigkeit. Um genug Kapital dafür zu haben, opferte Bölke sogar seine drei Oldtimer. „An denen hätte ich zwar schrauben können. Aber was nutzt ein Hobby ohne Arbeit“, fragt er rhetorisch. Nach einer Intervention durch die Handelskammer, weil ihm das Landratsamt zuerst die Gewerbegenehmigung verweigert hatte, durfte er loslegen. Arbeit gab es mehr als genug, sogar so viel, dass er schon bald den ersten Mechaniker anstellen konnte, dann einen zweiten und so weiter. 1992 zog er mit seinem Betrieb an den heutigen Standort am Nassenheider Dorfanger, „weil der näher an der B 96 lag“. Heute ist er Chef von elf Angestellten und bildet zwei Lehrlinge aus.