Kita-Brand in Schildow: Gemeinde unter Schock – „Das war wie ein Zuhause für uns“

Die Bilder bleiben bei vielen haften: Der Brand in der Kita „Spatzenhaus“ in Schildow löste einen Schock aus. Viele wollen spenden, doch wohin?
P. Neumann- Kita „Spatzenhaus“ in Schildow durch Brand schwer beschädigt, niemand verletzt.
- 45 Kinder wurden rechtzeitig evakuiert, großer Dank an Personal und Eltern.
- Gemeinde bittet von Spenden abzusehen, nötige Ausstattung ist vorhanden.
- Betreuung der Kinder in anderen Einrichtungen organisiert, Einschulkinder warten auf Genehmigungen.
- Psychologische Hilfe für Betroffene verfügbar, Kontakte für Unterstützung bereitgestellt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Es war das große Glück im Unglück, dass beim Brand der Kita „Spatzenhaus“ in Schildow niemand verletzt wurde. Der komplette Dachstuhl ist ausgebrannt, herunterfallende Trümmer der in Brand geratenen PV-Anlage zerstörten Teile des Obergeschosses. Verwaltung, Eltern und Kinder sind mit der Aufarbeitung beschäftigt.
Die Gemeinde steht trotz der Erleichterung, dass kein Kind und keine Fachkraft körperlich zu Schaden gekommen sind, immer noch unter Schock. Ein Vater – ein Polizeibeamter außer Dienst – entdeckte den Rauch und rettete am 2. Juli gegen 14 Uhr zusammen mit dem Personal 45 noch schlafende, teilweise Vesper essende Kinder.
Schildow: Eltern überraschen Kita-Personal – Tränen und Trauer
„Wir haben einfach nur Handys und Gruppenbücher geschnappt – und dann alle raus!“, erinnerte sich Kita-Leiterin Melanie Dummer. „Wir hatten nur im Kopf, so schnell wie möglich alle Kinder raus zu schaffen.“ Ein paar Tage später zeigt sie sich äußerst gerührt von der Hilfsbereitschaft der Menschen.
„Die Eltern haben uns am Freitag extra einen Teamvormittag organisiert“, sagt sie über die Unterstützung und das Mitgefühl der Menschen. „Einige hatten Essen vorbereitet, extra Urlaub genommen. Das bedeutet uns sehr viel!“ Bei den Worten muss sie mit den Tränen kämpfen. Gleichzeitig ist die Trauer um das auf lange Zeit nicht nutzbare Gebäude groß. „Das war auch so ein Zuhause für uns alle“, so Melanie Drummer.
Nach Kita-Brand in Schildow – Schadenshöhe bleibt offen
Viele Menschen wollen jetzt helfen. Die Spendenbereitschaft nach dem Unglück sei „an vielen Stellen überwältigend“, so Gemeindesprecherin Rita Ehrlich in einer Mitteilung. „Im Namen der betroffenen Kinder, Eltern, des ganzen Kitateams und auch der Feuerwehrkameraden möchten wir uns herzlich dafür bedanken“, so Bürgermeister Filippo Smaldino (SPD).
Doch er bittet darum, aktuell von Geld- und Sachspenden an die Gemeinde abzusehen. Die Kinder werden in Einrichtungen untergebracht, die voll ausgestattet sind. „Wo noch Dinge fehlen, werden wir schnell und unkompliziert eine Lösung finden.“
Die Fragen nach dem Wiederaufbau und der Schadenshöhe bleiben offen. Die Gemeinde wartet jetzt die Ergebnisse eines sachkundigen Gutachters und der Versicherung ab. Wer dennoch spenden möchte, könne laut Gemeinde einen der vier Feuerwehrfördervereine oder den Schildower Verein Kinderlobby unterstützen. Kontakte sind auf der Gemeindeseite zu finden.
Betreuung der Einschulkinder verzögert sich noch etwas
In Kontakt mit den Eltern war die Gemeindeverwaltung am Freitag (4. Juli), um einen Plan für die Betreuung der Kinder zu organisieren. Seit Montag wird ein Großteil der 75 Kita-Kinder in den Einrichtungen „Am Schlosspark“ in Schönfließ und „Heidekrautbahn“ in Schildow betreut. „Dabei legten alle Beteiligten Wert darauf, die Kinder weder aus ihren gewohnten Gruppen noch von ihren vertrauten Erzieherinnen und Erziehern zu trennen“, so Rita Ehrlich.
Die Unterbringung der Einschulkinder verzögere sich noch etwas, so Bürgeramtsleiter Frank Möricke. Sie sollen im Hort „Kinderland“ in Schildow unterkommen. Aktuell stehen die nötigen behördlichen Ausnahmegenehmigungen noch aus. Die Kita-Verwaltung steht in engem Austausch mit den Eltern.
Den Eltern wird damit einiges abverlangt. „Wir möchten uns bei den Eltern für die große Unterstützung, den Zuspruch und das Verständnis danken, dass sie uns in den letzten Tagen zukommen ließen“, betont Kristina Reichel, Fachdienstleiterin der Kita-Verwaltung.
Die Gemeinde hat sich eine externe Expertise an Bord geholt, um den Kindern und den pädagogischen Fachkräften, die den Brand miterlebten, im Bedarf psychologische Betreuung anbieten zu können. Angehörige, Anwohner oder andere betroffene Personen, die reden wollen, können sich an die Telefonseelsorge (0800 1110111) wenden. Die Nummer ist rund um die Uhr kostenlos erreichbar. Auch die Sozialpsychiatrische Beratung (03301 6013905) kann helfen.



