• Die Gewerkschaft „ver.di“ plant am Internationalen Frauentag (8. März) einen Aktionstag und ruft Beschäftigte im Sozial- und Erziehungsdienst zum Streik auf.
  • Welche Auswirkungen hat es für Kitas in Oberhavel, wenn viele Erzieherinnen zur Demonstration nach Potsdam fahren?
  • Hintergrund: Nachdem in der ersten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst am 25. Februar in den zentralen Punkten und insbesondere beim Thema Entlastung kein Entgegenkommen der Arbeitgeber erkennbar war, will ver.di den Forderungen Nachdruck verleihen.
Die Ankündigung für den Aktionstag kam kurzfristig – was dazu führte, dass einige Städte und Gemeinden in Oberhavel (wie zum Beispiel Oranienburg) noch nicht auf den Streik reagieren konnten. Ein Überblick.

Birkenwerder und Mühlenbecker Land

In den Fachämtern in Birkenwerder und Mühlenbecker Land war am Freitag nach einer Umfrage in einigen Kitas nichts von einer Streikbeteiligung der Erzieherinnen und Erzieher bekannt. „In einigen Teams ist das Thema besprochen worden“, so Frank Möricke, Amtsleiter im Mühlenbecker Land. Es sei dann aber Abstand von der Idee zu streiken genommen worden.

Fürstenberg

Ob die Kitas der Wasserstadt Fürstenberg sich an dem Ausstand beteiligen, ist noch nicht klar. Personalrat Dirk Schley sagte auf Nachfrage, bislang sei noch nicht mit Gewissheit klar, ob darüber in den Einrichtungen entschieden wurde. Am jüngsten Streik hatten sich die Kitas in Fürstenberg aber nicht beteiligt.

Glienicke

Betroffen vom Streik am 8. März sind auch zwei Einrichtungen in Glienicke. Alle neun Erzieherinnen aus der Kita Mischka und einige Mitarbeiter im Hort wollen am Frauentag streiken. „Deshalb wird die Kita Mischka am Dienstag geschlossen“, teilte Sozialamtsleiterin Jana Klättke am Freitag mit. Sie schließt nicht aus, dass es nach dem Wochenende weitere Meldungen aus den Kitas zu Streikenden geben könnte.

Hohen Neuendorf

Eltern in der Stadt Hohen Neuendorf scheinen vom Streik nicht betroffen zu sein. So erklärten Mitarbeitende der verschiedenen freien Träger wie beispielsweise wie die Independant Living Stiftung oder das Jugend- und Sozialwerk, sie nähmen am Dienstag nicht teil, einige hatten von dem Streikaufruf auch noch nichts gehört.

Hennigsdorf

Der Streik führt in den kommunalen Einrichtungen der Stadt zu veränderten Öffnungszeiten und zur Schließung einer Einrichtung. Dazu greift der in Hennigsdorf vorhandene Stufenplan, der für den Fall kurzfristiger Personalausfälle zur Verfügung steht. Stufe 2 heißt für Kitas, dass neun Stunden Kinderbetreuung gewährleistet sind, in den Horten sechs Stunden. Stufe 3 bedeutet für Kitas eine siebenstündige Versorgung der Kleinsten an diesem Tag. Alle Eltern werden durch die Einrichtungen informiert und gebeten, ihre Kinder an diesem Tag möglichst zu Hause zu behalten.
Und das ist geplant: Stufe 2 gilt in der Kita Traumland, Kita Pünktchen und Anton, Kita Schmetterling und Kita Weltentdecker. In der Kita Spatzennest gilt Stufe 3. Die Kita Biberburg bleibt geschlossen.
Alle Horte – Pfiffikus, Nordlicht, Große Biber und Havelfüchse – sind am 8. März in der Stufe 2.

Velten

Folgende Einrichtungen in Velten müssen geschlossen bleiben: Kinderland I, Villa Regenbogen (Ausnahme: der Frühhort findet statt) sowie der Hort Pusteblume der Löwenzahn Grundschule (Ausnahme: der Frühhort findet statt). Betroffene Eltern müssen beachten, dass auch eine Notbetreuung nicht angeboten werden kann.
Die Einrichtungen Kinderland II sowie die Kita Kunterbunt Süd bleiben geöffnet. Hier wird am Dienstag, 8. März, allerdings nur eine eingeschränkte Betreuung möglich sein, teilt die Stadtverwaltung mit. Es wird vorsorglich darum gebeten, sofern es den Eltern möglich ist, ihre Kinder zu Hause zu betreuen. „Die Eltern sind bereits über die Kitaleitungen über die Einschränkungen informiert worden.“ Jennifer Collin-Feeder, Fachbereichsleiterin für Soziales, sagt: „Wir wissen, dass diese Schließung der Einrichtungen für viele Eltern eine neuerliche Herausforderung darstellt. Wir bitten dennoch um Verständnis.“