Kuriose Polizei-Meldungen 2023: Maulwurf-Diebstahl, Autobahn-Adler und gefakte Entführung

Täglich sind Polizistinnen und Polizisten damit beschäftigt, für Sicherheit zu sorgen. Dabei haben sie wohl eher selten etwas zu Lachen. Doch neben schlimmen Straftaten gibt es auch ab und zu Vorfälle, Meldungen und Vergehen, die einen schmunzeln lassen.
Bernd von JutrczenkaEine Straftat bleibt eine Straftat. Doch manche Verfehlungen sind so skurril, als hätte sich ein Drehbuchautor einen Spaß erlaubt. Tieffliegende Adler, Hobbyermittler, eigenartiges Diebesgut und vergessliche Autofahrer sind nur ein paar der Dinge, mit denen sich die Polizei herumschlagen muss. Wir haben einige lustige, verwirrende und erstaunliche Polizeimeldungen des Jahres 2023 aus Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin zusammengefasst.
Diebe können manchmal ganz schön dreist sein. Nach dem Motto: einfach mit Selbstbewusstsein machen, es wird schon keiner etwas sagen. Wenn jedoch einer das Risiko eingeht, geschnappt zu werden, sollte die Beute wenigstens etwas sein, das das Wagnis auch wert ist.
Dreiste Diebe und ihre kuriose Beute
Zwei Langfinger aus Rheinsberg fanden, Holzkunst sei ein besonderes Diebesgut. Die Täter wurden beobachtet, wie sie in Beckersmühle mit einem dunklen Auto einen ein Meter großen Holz-Maulwurf klauten. Der entführte Maulwurf trägt laut Polizeibericht „eine blaue Hose mit gelben Hosenträgern, ein rotes Basecap, welches nach hinten gedreht ist“ und vor dem Bauch hält er einen Spaten mit blauem Spatenblatt.
Eine 38-Jährige wurde im Juli in einem Oranienburger Supermarkt wegen Diebstahl angezeigt. Sie hat ein Überraschungsei aus Schokolade gestohlen. Zugegeben, das war nicht ihre einzige Beute. Neben dem Ei befanden sich noch elf Kilogramm Kaffee in ihrem Rucksack.

Abmontieren, klauen, knacken – Zigarettenautomat wirken wie die kleine Beute zwischendurch. Sie werden häufig aufgebrochen und ausgeräumt und manchmal sogar mit einer Flex mal kurz aufgeschnitten. Manchmal werden sie auch komplett mitgenommen und nach dem Plündern im Wald entsorgt.
Uwe ZucchiGanz offensiv ging ein Ladendieb in Neuruppin vor. Der Täter griff in die Wurstauslage und steckte sich eine Packung Würstchen in die Tasche. Ein Zeuge versuchte noch, ihn aufzuhalten, aber wurde vom Täter angegriffen. Der Wurst-Räuber konnte flüchten. Die Polizei musste ermitteln.
Die Kreativität eines Schülers in Mühlenbeck ging 2023 nach hinten los. Weil er nicht pünktlich war, behauptete der Neunjährige, er sei entführt worden. „Als er in der Schule eintraf, berichtete er, dass er von zwei Unbekannten in den Kofferraum eines Transporters gesperrt worden sei. An einer Ampel habe er dann die Klappe öffnen und fliehen können“, heißt es im Polizeibericht. Dem Jungen war nicht bewusst, welche Ausmaße sein Flunkern hat. Polizeibeamte suchten daraufhin die Gegend nach den vermeintlichen Tätern ab. Erst im Laufe des Vormittags erklärte das Kind, er habe sich das alles nur ausgedacht. Ob das wohl Hausarrest gab?
Adler beendet 2023 Autobahnfahrt
Überrascht war der 36-jährige Fahrer eines Renault, als er einen ungewollten Mitfahrer bekam. Auf der Bundesautobahn 19 nahe der Ausfahrt Wittstock ist bei voller Fahrt ein Seeadler in seine Windschutzscheibe geflogen. Was der Adler auf der Autobahn gesucht hat, wird immer ein Rätsel bleiben. Der Fahrer wurde von Scherben der zerbrochenen Frontscheibe am Auge verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Der Adler wurde zur letzten Ruhe gebettet.

Was ein Seeadler auf der Bundesautobahn suchte und warum er in die Frontscheibe eines Autos flog, bleibt ein Rätsel. Zum Glück ist das eher eine außergewöhnliche Meldung, die es bei der Polizei nicht allzuoft gibt.
Christian CharisiusVom Suchen und Finden des Autos
Aus der Kategorie „Kann ja jedem mal passieren“ stammt eine Meldung aus Hohen Neuendorf. An einem Sonntag meldete ein Halter sein gestohlenes Auto als wieder aufgefunden. Der Halter hatte lediglich vergessen, wo es steht. Der Wagen war nicht wie vermutet im Veilchenweg, sondern im Tulpenweg geparkt. Na ja, Veilchen oder Tulpen, ist ja alles irgendwie Grünzeug.
Einfach wollte es sich ein 32-Jähriger aus Rheinsberg machen. Er brachte ein Kennzeichen, das eigentlich zu einem angemeldeten Skoda gehört, an seinen kürzlich abgemeldeten Opel an. Er wurde von einem Nachbarn zuvor darauf aufmerksam gemacht, dass ein Wagen ohne Kennzeichen nicht im öffentlichen Verkehrsraum stehen darf. Ihm war jedoch nicht bewusst, dass das Anbringen irgendeines Kennzeichen eine Straftat ist. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
Polizeimeldung aus der Kategorie „Blöd gelaufen!“
Eigentlich wollte eine Wittstockerin nur ihren verlorenen Fahrzeugschlüssel abholen, der im Revier netterweise abgegeben wurde. Geendet ist ihr Besuch dann in Haft. Bei der Aufnahme der Personalien kam heraus, dass wenige Tage zuvor ein Haftbefehl gegen die 35-Jährige erlassen wurde. Die Frau kam dem aber nicht nach. So blieb sie gleich auf dem Revier und wurde einer Justizvollzugsanstalt übergeben.
Zwei Patzer an einem Tag leistete sich ein 22-Jähriger in Kyritz und Wusterhausen. Bei einer Verkehrskontrolle am Mittag reagierte bei ihm ein Drogenschnelltest positiv auf Cannabis. Nach der Kontrolle wurde der Betroffene entlassen, die Weiterfahrt wurde ihm untersagt. Manch einer meint nun vielleicht, es ist recht unwahrscheinlich, an einem Tag in zwei Kontrollen zu geraten. Das dachte der junge Herr vielleicht ebenso und stieg ins Auto. Mit dem Ergebnis, dass er drei Stunden später wieder kontrolliert wurde. Es gab wieder einen positiven Drogentest sowie eine entsprechende Anzeige. Sicherheitshalber wurden dieses Mal die Fahrzeugschlüssel einbehalten.
Selbst ist der Ermittler, dachte sich ein 28-Jähriger aus Löwenberg. Von Frühjahr bis Dezember 2023 wurden auf seiner Baustelle mehrere Dinge entwendet. Der Löwenberger machte sich online auf die Suche nach seinem Hab und Gut und wurde beim Portal Kleinanzeigen fündig. Er vereinbarte ein Termin mit dem Verkäufer und tauchte bei der Übergabe zusammen mit der Polizei auf. Der Geschädigte konnte vor Ort mehrere Gegenstände als seine identifizieren. Jetzt muss er nur noch die Eigentumsnachweise liefern können.
Eine heiße Tasse Tee für die Polizei
Zu bestimmten Anlässen wie Demos oder Räumungen sind Beamte der Polizei in besonderer Schutzkleidung zu sehen. Ein Polizist hätte nicht gedacht, dass besonderer Schutz auch bei einem Einsatz in Oberkrämer notwendig sein könnte, den eine 52-Jährige boykottiert hat. Trotz mehrmaliger Aufforderung, in einem anderen Zimmer zu bleiben, versuchte die rüstige Frau mehrfach die Arbeit der Polizei zu behindern. Als sich ihr ein Polizeibeamter in den Weg stellte, schüttete die Frau eine Tasse mit heißem Tee auf seinen Arm. Der Polizist erlitt Schmerzen, blieb aber dienstfähig.
Eingesperrt in der Kirche
Wie aus einer Komödie klingt das Erlebnis von zwei Kirchengängern. Sie wurden in einer Kirche in Herzberg (Mark) eingeschlossen. Der 36-Jährige und seine 44-jährige Begleiterin waren auf den Kirchturm gestiegen. Als sie wieder gehen wollten, standen sie vor verschlossenen Türen. Aus ging die Geschichte wenig hollywoodreif. Die Polizei wurde alarmiert und der Gemeindepfarrer informiert. Er solle die Schäfchen doch bitte frei lassen.
Ebenfalls einen spannenden Zwangsaufenthalt hat eine Vorschulgruppe aus dem Temnitztal erlebt. Als bei Baggerarbeiten auf einem Spielplatz in Wildberg eine Gasleitung beschädigte wurde, wurden sie evakuiert und durften den Nachmittag im Gerätehaus der Feuerwehr verbringen. Also unspannendere Zwangsausflüge gibt es schon.


