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: Bergfelder Grundschüler gründen Buchclub

An der Bergfelder Grundschule gibt es jetzt ein neues Wahlpflichtfach „Buchclub“.
Von
Heike Weißapfel
Bergfelde
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Lesefreunde: Heike Budzinski und Dieter Morisse haben den Buchclub gegründet. „Kannjawoniwasein!“ von Martin Muser hat Morisse schon gelesen.

MOZ/Heike Weißapfel

Einer ist schon lange als Streitschlichter aktiv und möchte mal eine andere Neigungsgruppe ausprobieren, eine möchte sogar später selbst mal Bibliothekarin werden, die anderen lesen einfach gerne. Mit zwölf Mädchen und Jungen aus den fünften und sechsten Klassen ist jetzt eine Buchclub AG an der Bergfelder Grundschule gegründet werden. Neigungsgruppe, das bedeutet Unterricht in einem Wahlpflichtfach. Das kann sportlich oder technisch orientiert sein, Theaterspielen anbieten oder eben schöne Lektüre beinhalten.

„Die Idee hatte ich schon länger“, sagt Bibliothekarin Heike Budzinski. „Jetzt hat es dank Dieter Morisse endlich geklappt.“ Dieter Morisse ist nicht nur Mitglied im Kulturkreis Hohen Neuendorf, sondern seit seit einiger Zeit Lesepate in der Borgsdorfer Grundschule. Er freut sich als Bergfelder und Vater einer Tochter, die früher diese Grundschule besucht hat, dort nun auch tätig zu werden.

Erst einmal wird ein Klassenraum ohne Whiteboard gesucht. Mit Kreide schreibt Dieter Morisse seinen Namen an die Tafel. „Ich bin noch ein Kreidemensch“, sagt er. „Und ich bin genauso aufgeregt wie ihr“, sagt er den Kindern am Dienstagnachmittag. „Seit zwei Jahren habe ich nicht mehr vor einer Klasse gestanden“, erzählt er. Denn in seiner 30–jährigen Berufslaufbahn als Lehrer hat er es mit Berufsschülern zu tun gehabt. Vor zwei Jahren wurde er pensioniert und da kam ihm die Idee mit dem Buchclub gerade recht. Er unterrichtet die Kinder ehrenamtlich. Ziel des Buchclubs, der jede Woche stattfindet, ist es, Bücher zu lesen und für andere Kinder zu rezensieren und so neue Leseanreize zu schaffen. Noten gibt es dafür keine, auch keine Vorgabe, wie viele Bücher die Kinder lesen müssen, zwei sollten es aber bis zum Sommer mindestens sein. Die Beschreibungen sollen mehr sein als die kurzen Klappentexte, die für das Buch Werbung machen. Auch negative Kritik ist durchaus erwünscht, aber sie muss begründet sein, so Morisse.

Die Kinder selbst haben zum ersten Treffen schon jeweils ein Buch mitgebracht. Serien werden gerne gelesen, sagt Bibliothekarin Heike Budzinski. Da bietet sich auch der Vergleich von Büchern einer Reihe an. Auf der Homepage der Schule und der Bibliothek könnten die Kritiken der Jungen und Mädchen dann veröffentlicht werden.

Die Kinder rennen mit dem Buchclub und den Rezensionen bei Katrin Saß sicher offene Türen ein. Denn die Schulleiterin verfasst in ihrer Freizeit selber gerne Buchkritiken.(hw)