Mauerfall: Gedenken am Grenzturm in Bergfelde

Viele Gäste kamen zum Gedenken am ehemaligen Grenzturm Bergfelde.
Maren FuhrmannAn kleinen Tafeln gab es spannende Geschichten über die Maueropfer wie Willi Born zu lesen. Er hatte am 7. Juli 1970, drei Wochen vor seinem 20. Geburtstag versucht, zu fliehen. Doch als er in seiner Kaserne nicht mehr zu finden war, machten sich bereits die Grenzsoldaten auf die Suche nach ihm. Als er sich in Bergfelde in einem Waldstreifen Deckung suchte, wurde er gefunden, weshalb er sich daraufhin das Leben nahm. Solche und weitere Geschichten wie über die Grenzanwohner regten zum Nachdenken an und man schätzte umso mehr die Freiheit, die wir heute, 30 Jahre nach dem Mauerfall, haben. Aber auch ein Stück des originalgetreuen Stalinrasens, das man in den Eichwerder Moorwiesen im Jahr 2013 bei Bauarbeiten fand, zeigte einen Einblick in die Gefahren der Fluchtversuche. Viele Infotafeln befanden sich ebenso im Grenzturm, die das Wissen erweitern konnten und verschafften einen Einblick in die damalige Zeit.
Vieles ist erhalten
Hier erklärte der aus Bergfelde stammende Max Holmer (Mitglied der SDW), dass sie den Grenzturm mithilfe von Spenden und Veranstaltungen renovieren konnten. Allerdings ist vieles noch von früher gut erhalten, wie zum Beispiel die Stufen und die Fensterrahmen.
Dirk Hartung, Vorsitzender der Schutzgemeineschaft Deutscher Wald (SDW), betonte, dass sich trotz „böser Stimmen im Vorfeld“ die Rekonstruktion gelohnt hat, denn ansonsten hätte der Grenzturm keine 50 Jahre mehr gehalten. Da der Ort die Menschen getrennt hatte, sei es für ihn wichtig, mit dieser Feier die Menschen zusammenzubringen. Auch Bürgermeister Steffen Apelt feierte zusammen mit den Vertretern der Partnerstädte von Hohen Neuendorf die Grenzöffnung und berichtete ebenfalls über seine Erlebnisse zu der Zeit, als die Mauer fiel.
Dies sorgte vor allem für eine persönliche und nachdenkliche Stimmung. Zum Abschluss hin bedankte sich Steffen Apelt gut gelaunt, bei allen Unterstützern, die den Grenzturm rekonstruiert sowie die Feier veranstaltet haben. Dazu zählen neben der SDW, die Stadt Hohen Neuendorf, das Marie–Curie–Gymnasium und die Stiftung Berliner Mauer.