McDonald’s und Co.: Gewerkschaft droht mit Warnstreiks in Oberhavel

Branchenprimus McDonald’s könnte in Oberhavel von Warnstreiks betroffen werden. Die Fast-Food-Kette betreibt vier Filialen im Landkreis (Symbolfoto).
dpa„Die Wut der Beschäftigten ist groß. Wir rufen jetzt in ausgewählten Orten zu Protestaktionen und Warnstreiks auf, auch im Kreis Oberhavel könnte es noch vor der nächsten Verhandlung zu Ausständen kommen“, sagte NGG-Geschäftsführer Sebastian Riesner. Die Tarifverhandlungen werden am 13. und 14. Februar in Stuttgart fortgesetzt. Es ist bereits die dritte Runde.
Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigen in Fast-Food-Restaurants „armutsfeste Löhne“ von mindestens zwölf Euro pro Stunde. „Die Mitarbeiter stehen rund um die Uhr an der Fritteuse oder an der Verkaufstheke – bekommen dafür aber meist nur den Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde“, kritisiert Gewerkschafter Riesner. Mehr Geld wird auch für Mitarbeiter der Ketten Starbucks, KFC, Nordsee, Vapiano, Tank&Rast, sowie Pizza Hut gefordert. In Oberhavel unterhalte allein Branchenprimus McDonald’s vier Filialen. „Es ist höchste Zeit, vom Mindestlohn-Image wegzukommen. Die Menschen haben für ihre harte Arbeit eine faire Bezahlung verdient“, so NGG-Geschäftsführer Riesner. Aktuell reichten die Löhne kaum, um ohne einen Zweitjob oder staatliche Stütze über die Runden zu kommen. Riesner: „Milliardenschwere Konzerne wie McDonald’s zahlen so wenig, dass die Allgemeinheit einspringen muss. Heute müssen die Steuerzahler die Löhne und später die Renten aufstocken, damit das Geld zum Leben reicht – hiermit muss endlich Schluss sein.“
Bislang hätte der BdS eine spürbare Lohnerhöhung allerdings verweigert. Deshalb droht die NGG mit Arbeitskämpfen. Genaue Termine dafür nannte die Gewerkschaft allerdings nicht. Für Nachfragen war diese am Montag zunächst nicht zu erreichen.
Die Gewerkschaft glaubt, dass die schlechte Bezahlung auch den Personalmangel in der Branche verschärfe."Sowohl ausgebildete Fachkräfte als auch Quereinsteiger überlegen sich dreimal, ob sie den stressigen Job im Schnellrestaurant zum Billig-Tarif machen. Stattdessen wechseln sie häufig in andere Branchen – etwa zum Discounter an die Kasse“, berichtet Riesner. Höhere Löhne in der Systemgastronomie seien ein entscheidender Beitrag, um Fachleute in der Branche zu halten und Schulabgänger für eine Ausbildung zu gewinnen.